Charles III und das Geld des Königs alle Reichtümer

Stand: 17.09.2022 09:53 Uhr

Karl III. erbt steuerfrei ein beträchtliches Vermögen von seiner Mutter. Ganze Herzogtümer, lukrative Straßen, aber auch zerstörte Paläste fallen in die Hände der königlichen Familie.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Die Betriebskosten der britischen Monarchie werden hauptsächlich vom Crown Estate getragen, der Gesellschaft, die die königlichen Liegenschaften verwaltet. Es sind die Besitztümer, die der Monarchie als Institution und nicht dem Monarchen persönlich gehören – und die anständige Vorteile bringen.

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Dazu gehören zum Beispiel Grundstücke und Immobilien wie die gesamte Meile der hochpreisigen Regent Street im Herzen Londons, aber auch Offshore-Windparks, Farbensammlungen und Einkaufszentren. Der Gesamtwert des Nachlassvermögens wird auf mehr als 15 Milliarden Pfund geschätzt, umgerechnet mehr als 17 Milliarden Euro.

Wer in der Regent Street in London mietet, bekommt zwar eine attraktive Adresse, muss aber entsprechend bezahlen. Bild: dpa

Mehr Geld für einen zerstörten Palast

Typischerweise gehen 15 Prozent der Gewinne des Kronguts an den Monarchen, was in der Regel umgerechnet rund 50 Millionen Euro pro Jahr entspricht. Dies finanziert das Personal, Reisen und die Instandhaltung der Paläste sowie der Einrichtungen, die der Monarch unterstützt. Dieser Satz von 15 Prozent wurde 2017 auf 25 Prozent erhöht, was aktuell knapp 100 Millionen Euro entspricht. Eine große vorübergehende Gebühr für die Renovierung des Buckingham Palace.

Glaubt man dem State-of-the-Art-Bericht der britischen Regierung, ist der Palast inzwischen eine Katastrophe: In einigen der 775 Zimmer sollen bereits Eimer stehen, um Tropfen vom Dach aufzufangen. 60 Jahre lang wurde wenig für die Instandhaltung getan, jetzt müssen es die Handwerker tun, für zehn Jahre und rund 430 Millionen Euro – finanziert von der Finca de la Corona –. Die Elektroinstallation ist veraltet, die Heizung muss dringend entfernt werden, ebenso die Rohre, sonst besteht laut Regierung akute Brand- und Wassergefahr.

Eine Party im Buckingham Palace ist eine lustige Party. Innerhalb des Gebäudes gibt es auch weniger ähnliche Orte. Bild: AFP

Profitable Dukaten

Neben dem Crown Estate bezieht die britische Königsfamilie Einkünfte aus zwei königlichen Herzogtümern, die sie selbst verwalten kann und deren Gewinne ihnen direkt zufließen: Cornwall und Lancaster. Damit sollen sie etwas unabhängiger von staatlichen Subventionen werden.

In Cornwall hat Charles in den vergangenen Jahrzehnten ein sehr erfolgreiches Bio-Geschäft aufgebaut, das unter dem Label „Duchy Organic“ unter anderem Produkte an die große britische Supermarktkette Waitrose verkauft. Das Unternehmen begann in den 1990er Jahren mit Haferkeksen, als der Jahresumsatz bei rund einer Million Pfund lag.

Mittlerweile gibt es alles unter dieser Marke: von Weintrauben über Eis und Würstchen bis hin zu Baumwollsocken. Im vergangenen Jahr soll der Vorsteuergewinn 23 Millionen Pfund betragen haben. Allerdings: Dieses Herzogtum geht nun an den nächsten Thronfolger über, nämlich an seinen Sohn Wilhelm.

Natürlich gehen sie auch ins Schloss Windsor: die Kaufhauskette Waitrose, die die Produktlinie „Duchy Organic“ von Charles verkauft. Bild: REUTERS

Steuerpflichtig

Im Gegenzug erbt Charles das königliche Herzogtum Lancaster von seiner Mutter. Im letzten Geschäftsjahr wurde sogar ein Gewinn von rund 24 Millionen Pfund erzielt. Allerdings werden auch andere Mitglieder der königlichen Familie mitfinanziert; und dieser Vorteil wird auch besteuert.

Charles muss übrigens keine Erbschaftssteuer zahlen. Dies geht auf eine Vereinbarung zurück, die 1993 mit der Regierung von John Major getroffen wurde. Demnach muss die Regentin oder der Regent keine Steuer auf das Erbe zahlen, das von Monarch zu Monarch übergeht.

Sicherheit und Markenwert

Was aber letztendlich mit der Schatzkammer des Königs und was mit staatlichen Steuergeldern finanziert wird, ist immer wieder umstritten. Die Anti-Monarchie-Organisation „Republic“ hat errechnet, dass die Kosten der staatlich geförderten Sicherheit allein für das königliche Personal rund 345 Millionen Pfund betragen.

Im Gegenzug wird oft darauf hingewiesen, dass auch die bloße Existenz der Königsfamilie Geld in die Kassen bringt – etwa durch die vielen Touristen, die ins Land kommen, Übernachtungen buchen, Restaurants besuchen oder Souvenirs kaufen.

Im Jahr 2017 schätzte die Wirtschaftsberatung Brand Finance den Beitrag der Monarchie zur britischen Wirtschaft auf rund 1,8 Milliarden Pfund pro Jahr und den gesamten Markenwert der Monarchie auf rund 60 Milliarden Pfund Sterling

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