DAX mit neuem Jahrestief Traurigkeit an der Börse

Stand: 23.09.2022 12:22 Uhr

Die Stimmung an den Aktienmärkten bleibt eingetrübt, der DAX befindet sich in einem Einbruch. Zins- und Rezessionsängste haben den Markt fest im Griff. Auch der Euro verliert immer mehr an Boden.

Alle, die nach den bisherigen Verlusten der Woche auf eine Gegenbewegung an der Börse gesetzt haben, wurden bisher enttäuscht. Der DAX kann sich mittags nicht erholen und baut seine Verluste weiter aus. Am Mittag lag er sogar unter seinem Jahrestief von 12.390 Punkten, 1,4 Prozent schwächer. Das neue Tagestief lag bei 12.357 Punkten. Auf Wochensicht sieht es nach einem deutlichen Verlust von rund drei Prozent aus, wobei der Index sein Jahrestief auf über 22 Prozent ausbaut. Wiederaufholversuche bis 12.781 Punkte wurden am Mittwoch und Donnerstag wieder abgebrochen.

Rezession ist eine ausgemachte Sache

Die Zinsaussichten werden weiterhin ein dominierendes Thema an den Aktienmärkten sein, nachdem große westliche Zentralbanken unter Führung der Federal Reserve (Fed) kürzlich die Zügel der Geldpolitik im Kampf gegen die Inflation angezogen haben. Fed-Chef Jerome Powell machte deutlich, dass die Bank auch einen wirtschaftlichen Abschwung akzeptieren würde, was Rezessionsängste schürte.

„Dass zumindest Europa in eine Rezessionsphase eintritt, wird mittlerweile von den wenigsten in Frage gestellt“, sagte Analyst Jens Herdack von der Weberbank. Da die Binnenwirtschaft sowohl von Zinserhöhungen der Notenbanken als auch von der durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Energiekrise gebeutelt wird, dürfte der Abschwung stärker ausfallen als in den USA.

Jahres-DAX-Tief im Fokus

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners konzentriert sich auf das Jahrestief von 12.390 Punkten im DAX. „Wenn das jährliche Minimum reduziert wird, würden sie sich auf die 12.000 Runden und dann auf das Minimum im Oktober 2020 (11.450 Punkte) konzentrieren“, sagte der Experte.

„Aber es gibt durchaus Hoffnung. Schnäppchenjäger sind zuletzt immer an schwachen Tagen in den Markt eingestiegen. Diese Schnäppchenjäger könnten dafür sorgen, dass der DAX spätestens im Bereich seines Jahrestiefs Unterstützung findet.“ Als aktuellen Risikofaktor sieht er jedoch die italienischen Parlamentswahlen am Sonntag, bei denen sich ein Rechtsruck abzeichnet.

Wirtschaftsupdate vom 23.09.2022

Anne-Catherine Beck, Personalabteilung, 23.09.2022 09:46 Uhr

Airbus nach China-Auftrag an der Spitze des DAX

Gegen den Trend sind die Aktien des deutsch-französischen Flugzeugbauers Airbus deutlich gestiegen und führen den DAX an. Airbus meldete kürzlich einen Großauftrag aus China, der bei Investoren gut ankommt. Xiamen Airlines, Teil von China Southern Airlines, kauft 40 Mittelstreckenflugzeuge der A320neo-Serie, gab das Unternehmen gestern in Guangzhou bekannt.

Laut einem Unternehmenssprecher gesellt sich der Auftrag zu Chinas Großaufträgen im Juli hinzu. China Southern, China Eastern, Air China und Shenzhen Airlines hatten insgesamt 292 Flugzeuge der A320neo-Modellfamilie bestellt. Für Xiamen Airlines sei es nun der erste Auftrag von Airbus, sagte ein Sprecher des europäischen Flugzeugbauers. Bisher setzt das Unternehmen ausschließlich auf Maschinen des amerikanischen Konkurrenten Boeing.

Die Wall Street dürfte schwächer eröffnen

In New York deuten die Futures der wichtigsten Aktienindizes auf einen weiteren Verlusttag hin. Die Wall Street war bereits am Vortag im Minus und schloss leichter. Nach der dritten Anhebung der US-Zinsen in Folge machen sich die Anleger noch mehr Sorgen über eine Rezession als Kollateralschaden im Kampf gegen die hohe Inflation. Vor allem am zinssensitiven Nasdaq-Aktienmarkt droht eine weitere Abwärtsbewegung.

Verluste in Asien

Auch die asiatischen Aktienmärkte fielen zum Ende der Woche. Mit Verlusten folgten die fernöstlichen Märkte der Führung der Wall Street. Steuern waren vergleichsweise übersichtlich. Auf Wochenbasis tendierten die Preise in der Region ebenfalls leichter und fielen die sechste Woche in Folge, stellten die Strategen der Deutschen Bank fest. Aufgrund eines Feiertags fand in Japan kein Handel statt. Der Nikkei-Index verlor am Donnerstag 0,58 Prozent auf 27.153 Punkte.

Etwas besser sah es an den chinesischen Aktienmärkten aus, die wie so oft ein gewisses Eigenleben führten. Der CSI 300-Index der Top-300-Unternehmen an den Börsen Festlandchinas verlor 0,2 Prozent auf 3.866 Punkte. Der Hang Seng der Sonderverwaltungszone Hongkong fiel um 1,2 Prozent.

Der Euro-Salami-Crunch geht weiter

Der Euro fällt stetig weiter, baut seine Tagesverluste zur Mittagszeit deutlich aus und beginnt nun, den Dollar zu unterbieten. Es ist also so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Aktuell werden für einen Euro nur 0,9742 $ bezahlt. Offensichtlich würden die Marktteilnehmer nicht mehr glauben, dass die EZB mit den Zinsen der Fed Schritt halten kann, was den Druck auf die Gemeinschaftswährung erhöht.

Einkaufsleiter zunehmend pessimistisch

Deutsche Wirtschaft schrumpft im September wegen hoher Inflation und steigender Zinsen…

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