Finanzspritzen in Milliardenhöhe Die spanische Vermögenssteuer nimmt Gestalt an
29.09.2022, 22:20
Kostenlose öffentliche Verkehrsmittel, billiges Benzin und Steuernachlässe für Gas und Strom sind in Spanien bereits Realität. Doch die hohe Inflation lässt die finanziellen Sorgen der Bevölkerung weiter wachsen. Um dem entgegenzuwirken, will das Linksland eine befristete Sondersteuer für wohlhabende Bürger einführen.
Spaniens linke Regierung hat ihre Pläne zur Einführung einer temporären Reichensteuer finalisiert, die die Last der hohen Inflation auf breite Bevölkerungsschichten abfedern soll. Die Sondersteuer solle 2023 und 2024 auf Waren im Wert von mehr als drei Millionen Euro erhoben werden, sagte Finanzministerin María Jesús Montero.
Etwa 23.000 Bürger wären betroffen. Sie gehe von Einnahmen für die Steuerverwaltung von 1,5 Milliarden Euro aus, fügte der Minister hinzu. Konkrete Angaben zur Höhe des Steuersatzes machte er nicht. Gleichzeitig kündigte er Steuererleichterungen für Geringverdiener an. Zudem sollen die Zölle größerer Unternehmen vorübergehend erhöht und die kleinerer Unternehmen gesenkt werden.
Die Mehreinnahmen sollen die Bürgerinnen und Bürger entlasten
Die Inflation in Spanien lag zeitweise bei rund 10,5 Prozent, ging aber im September nach Angaben des Statistikamtes auf neun Prozent zurück. Grund für die hohe Inflationsrate sind wie im übrigen Europa unter anderem die stark gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Die Regierung hatte zuvor befristete Sondersteuern für Banken und Energieunternehmen angekündigt, doch die betroffenen Unternehmen wollen sich vor Gericht wehren. Mit den Mehreinnahmen sollen Hilfspakete für die Bürger finanziert werden. Schon jetzt gibt es kostenlose ÖPNV, günstigeres Benzin, Steuererleichterungen bei Strom und Gas und eine Sonderzahlung für Stipendiaten.