Ricarda Lang zieht im Atomstreit eine „rote Linie“; Lindner widerspricht eindeutig

Deutschland kauft neue Brennstäbe

Grünkopf Lang zieht „rote Linie“ im Atomstreit: Lindner widerspricht dem rundweg

Ab: 19:42 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Proteste und Lösungssuche: Grüne diskutieren über künftigen Kurs der Atomkraft

Auf dem Bundesparteitag in Bonn wollen die Grünen ihren Kurs in Richtung Atomkraft markieren. Während Kernkraftgegner der Grünen auf die Barrikaden gingen, fordern Wirtschaftsvertreter eine Verlängerung der Nutzungsdauer.

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Die Grünen wollen nicht aufgeben: Im April 2023 soll die Atomenergie in Deutschland endgültig Geschichte sein, betont Parteichefin Ricarda Lang. Die Bestellung neuer Brennstäbe ist die „rote Linie“ Ihrer Party. Die FDP sieht das anders.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat die kategorische Ablehnung der Anschaffung neuer Kernbrennstäbe durch Grünen-Chefin Ricarda Lang kritisiert. Es sei nicht hilfreich, wenn die Grünen die Anschaffung neuer Brennstäbe als “rote Linie” bezeichnen, sagte Lindner am Freitag dem Nachrichtensender WELT. Beim Thema Energiesicherheit „dürfe es nicht um Parteipolitik gehen“.

“Der Grünen-Präsident hat gerade gesagt, es gibt keinen Spielraum, es gibt rote Linien”, sagte Lindner. „Ich kann nur für mich sprechen: Wenn es darum geht, Schaden von unserem Land abzuwenden, ruinös hohe Energiepreise zu senken, Stromausfälle zu verhindern, gibt es für mich keine roten Linien.“

Lang bekräftigte in einem Interview die Ablehnung seiner Partei gegen einen Weiterbetrieb der letzten deutschen Kernkraftwerke über das Frühjahr 2023 hinaus. „Wenn wir jetzt neue Brennstäbe kaufen, bedeutet das langfristige Investitionen in die Atomkraft. Das ist es nicht.“ Weg in die Zukunft“, sagte Lang dem Spiegel. Auf die Frage, ob nach der Überführung der beiden süddeutschen Anlagen Isar 2 und Neckarwestheim in die Betriebsbereitschaft im April 2023 das Ende der Atomkraft in Deutschland besiegelt sei, antwortete Lang: „Ja, die neuen Brennstäbe sind die rote Linie.“

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg bis spätestens Mitte April 2023 sicherstellen, um die Versorgung energetisch sicherzustellen Den entsprechenden Beschlussvorschlag will der Bundesvorstand der Grünen auf dem derzeit in Bonn stattfindenden Parteitag vorlegen.

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Die FDP hingegen fordert den Weiterbetrieb dieser drei und möglichst auch der bereits stillgelegten Kernkraftwerke mindestens bis 2024. Dazu müssten neue Brennstäbe angeschafft werden.

Betonen Sie Ampeln mehr

Grünen-Chef Lang sieht die Liberalen hier in der Pflicht: „Ich verstehe nicht, dass ausgerechnet die FDP das kürzlich blockiert und vereinbart hat, dass die beiden Atomkraftwerke Ende des Jahres vom Netz gehen“, sagte er. den Weiterbetrieb von zwei Kernkraftwerken.

Lang forderte die Ampeln auf, konstruktiver zu sein. „Die Zusammenarbeit könnte an dieser Stelle etwas fließender sein. Wir sollten Konflikte besser intern lösen als in der Öffentlichkeit“, sagte Lang.

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„Natürlich gibt es in einer Konstellation wie der Ampel Momente der Freude und des Zorns. Wir sind alle Verpflichtungen eingegangen, auch die, die uns schwergefallen sind. Aber wir täten gut daran, über unsere Erfolge als Koalition zu sprechen“, betonte er.

Lang verteidigt Munitionsexporte nach Saudi-Arabien

Lang verteidigte die jüngsten Ausfuhrgenehmigungen der Bundesregierung für Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien: „Angesichts der neuen Sicherheitslage ist die Bündnisfähigkeit Deutschlands wichtiger denn je. Unsere europäischen Partner und wir sind aufeinander angewiesen verstehen, dass es schwierig ist, sich aus den bereits geschlossenen Rüstungskooperationsabkommen mit Frankreich oder Großbritannien einfach zurückzuziehen”, betonte er mit Blick auf die im September vom Bundessicherheitsrat genehmigten Exporte für europäische Rüstungsprojekte unter Beteiligung der deutschen Industrie.

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Sie persönlich lehnen Rüstungsgeschäfte mit der Golfmonarchie ab. “Dafür bin ich nicht. Ich finde die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien falsch”, sagte Lang. Rüstungsgüter, die mit EU-Partnern produziert werden, dürfen künftig nicht mehr an Länder wie Saudi-Arabien verkauft werden. Deutschland müsse sich auch dafür einsetzen, “dass kein EU-Staat mehr Waffen liefert, die im Krieg im Jemen eingesetzt werden könnten”, sagte Lang.

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