Stand: 17.10.2022 09:55 Uhr
Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde am Morgen erneut von Explosionen erschüttert. Kurz zuvor hatten die Sirenen vor Luftangriffen gewarnt. Nach Angaben des Präsidialamtes wurde die Stadt von Kamikaze-Drohnen angegriffen.
Eine Woche nach massiven russischen Raketenangriffen in der Ukraine haben mehrere Explosionen das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew erschüttert. Bürgermeister Vitali Klitschko sagte, der zentrale Bezirk von Shevchenko sei betroffen. Mehrere Wohngebäude wurden beschädigt und zwei Menschen unter den Trümmern begraben. Er forderte die Einwohner der Stadt auf, Schutz zu suchen. Kurz zuvor hatten die Sirenen vor Luftangriffen gewarnt.
An mehreren Stellen in der Stadt brennt es und es raucht stark. Offizielle Angaben zu Toten oder Verletzten gibt es nicht. Betroffen war unter anderem eine Stelle in der Nähe des Hauptbahnhofs von Kiew. Die Polizei forderte die Menschen auf, schnell in Luftschutzkeller zu gehen.
Kamikaze-Drohnenangriff
Andriy Yermak, der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, schrieb in der Messaging-App Telegram, Russland habe Kiew mit iranischen Shahed-Drohnen angegriffen. Sogenannte Kamikaze-Drohnen wurden in den vergangenen Wochen mehrfach eingesetzt, um Innenstädte und Infrastruktur wie Kraftwerke anzugreifen.
Vor den Anschlägen von Kiew gab es auch einen russischen Raketenangriff im Nordosten der Ukraine. Dies wurde vom Gouverneur der Region Sumy bestätigt. Es gab auch Berichte über Explosionen in den Gebieten um Dnipropetrowsk und Odessa.
„Es gab laute Explosionen“, sagte Vassili Golod, ARD Kiew, über die russischen Luftangriffe
tagesschau24 09:00 Uhr, 17.10.2022
Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die Menschen in der Ukraine auf, durchzuhalten. “Die ganze Ukraine wird mit Drohnen und Kamikaze-Raketen angegriffen”, schrieb er in Online-Netzwerken. “Der Feind mag unsere Städte angreifen, aber er wird uns nicht brechen können.”
Am Montag vergangener Woche griff die russische Armee Kiew und viele andere Städte in der Ukraine an. Mindestens 19 Menschen wurden getötet und 105 weitere verletzt. Nach Angaben der Russen waren die Massenangriffe eine Reaktion auf die Sprengung der Krimbrücke, für die Russland den ukrainischen Geheimdienst verantwortlich macht.
Mit Informationen von Andrea Beer, ARD-Studio Kiew
Neue Angriffe in Kiew: Kamikazed-Drohnen treffen das Zentrum
Andrea Beer, ARD Kiew, 17.10.2022 07:08