Wie Tomaten helfen, Bakterien zu bekämpfen
Bei der industriellen Verarbeitung von Tomaten entstehen große Mengen an Abfall aus Schalen, Stielen und Samen. Es ist nun bewiesen, dass es mit einem einfachen und umweltfreundlichen Verfahren möglich ist, diese Abfälle zu Mischungen mit antimikrobieller Wirkung gegen pathogene Bakterien zu verarbeiten.
Eine neue Studie unter der Leitung von Experten der Universidade Nova de Lisboa hat einen Machbarkeitsnachweis für die Herstellung von antimikrobiellen Oligomeren aus Cutin-reichen Materialien erbracht, die aus dem sogenannten Tomatentrester isoliert werden können. Die Studie ist in der englischsprachigen Fachzeitschrift „ACS Sustainable Chemistry & Engineering“ erschienen.
Tomatenhaut enthält Cutin
Die Haut von Tomaten wirkt als Barriere gegen äußere Beschädigungen und verhindert sowohl den Wasserverlust als auch das Eindringen von Krankheitserregern. Der äußere Teil der Schale wird Kutikula genannt und besteht hauptsächlich aus Cutin.
Cutin ist ein Polymer, also ein Netzwerk aus Molekülen, das in der Natur sehr häufig vorkommt. Cutin verleiht der Tomatenhaut ihre antimikrobiellen Eigenschaften, erklärt das Team.
Was ist Tomatentrester?
Experten zufolge wurden 2020 allein in Europa rund zehn Millionen Tonnen Tomatenfrüchte verarbeitet. Bei der Verarbeitung bleiben Reste von Schalen, Stielen und Kernen zurück, die als Tomatentrester bezeichnet werden. Der größte Teil des Tresters wird als Tierfutter verwendet.
Die Zusammensetzung von Trester kann stark variieren, was sich in unterschiedlichen Anteilen von Paprika, Schalen und Stielen widerspiegelt. Die Forscher erklären, dass diese Unterschiede auf unterschiedliche Verarbeitungs- und Anbaumethoden zurückzuführen sind.
Für ihre Studie extrahierten die Experten Cutin aus zwei verschiedenen Tomatentrestersorten. Sie kamen aus zwei verschiedenen Ländern. Das Team verwendete einen Flüssigkeitsextraktor, um das Cutin zu gewinnen, das biologisch abbaubar und biokompatibel ist und recycelt und wiederverwendet werden kann.
Tomaten gegen Staphylococcus aureus
Den Experten gelang es, die extrahierten Extrakte zu Mischungen mit antimikrobieller Wirkung gegen pathogene Bakterien zu verarbeiten.
Beide Mischungen waren gegen Staphylococcus aureus und Escherichia coli wirksam, aber es gab Unterschiede in ihrer Wirksamkeit gegen E. coli, die von der Tresterzusammensetzung abhingen, berichten die Forscher.
Vorteile der neuen Methode
„Viele Studien haben das Potenzial von Tomatenhaut als Quelle für Cutin untersucht. Sie basieren jedoch auf langen Prozessen mit mehreren Schritten. Wir haben gerade gezeigt, dass es möglich ist, Cutin schnell, einfach und umweltschonend aus Tomatentrestern zu gewinnen freundlich”, sagte Studienautorin Rita Escórcio in einer Pressemitteilung.
Die Extrakte können dann zu Mischungen verarbeitet werden, die antimikrobielle Eigenschaften haben. Diese Mischungen könnten künftig dazu dienen, Biomaterialien antimikrobielle Eigenschaften zu verleihen, ergänzt der Experte.
„Weitere Studien sind erforderlich, um die Produktion breiterer bakterizider Mischungen aller Cutin-reichen Quellen zu optimieren. In Zukunft wollen wir dieses Verfahren auf einen industriellen Maßstab ausweiten und nach Wegen suchen, es noch umweltfreundlicher zu machen“, fügt er co -Autorin Cristina Silva Pereira. (wie)
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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und sollte nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.