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Seit dem Sommer kommen immer mehr Flüchtlinge am Grenzbahnhof Buchs im Rheintal St.
Pascal Tischhauser und Lea Hartmann
Der Unterschied ist groß: Österreich mit seinen 8,98 Millionen Einwohnern hat von Anfang des Jahres bis Ende August 56.000 Asylsuchende registriert. Auf die Schweiz entfielen damals nur 12’300 Gesuche. Am Ende des Sommers kam in der Alpenrepublik auf 160 Einwohner ein Asylbewerber. In der etwas kleineren Schweiz kamen 707 Einwohner auf einen Asylsuchenden.
Mittlerweile liegt die Zahl auch hier mit 15.000 deutlich höher, aber auch in Österreich ist die Zahl der Asylsuchenden weiter gestiegen.
Geben Sie der Geographie die Schuld
Warum stellen in Österreich so viel mehr Menschen Asylanträge als in der Schweiz? An besserer Luft oder komfortablerer Unterbringung sollte es nicht liegen. Laut Unterlagen des Staatssekretariats für Migration (SEM) hat es mit der geografischen Lage Österreichs zu tun.
Ein wichtiger Faktor ist die Grenze zu Ungarn. Laut Migrationsexperten ist es schwierig einzuschätzen, wie die Flüchtlingssituation in Ungarn genau ist. Erforderliche Informationen fehlen. Klar ist nur, dass besonders viele Flüchtlinge in Österreich ankommen. Das SEM schreibt: «Die überwiegende Mehrheit der Asylsuchenden in Österreich wird an der Grenze zu Ungarn festgehalten.»
SEM-Sprecher Reto Kormann: «Wir versuchen, 9500 Plätze anzubieten» (00:58)
Weiter nach Westen
Die meisten dieser Migranten beantragten Asyl in Österreich, aber nur, um einer Abschiebung nach Ungarn zu entgehen, so die Schweizer Asylbehörden. Anja Klug, Leiterin des Büros des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR für die Schweiz und Liechtenstein, ergänzt: „Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen, die in Österreich oder der Schweiz Asyl suchen, nicht bleiben wollen“. Ein nicht unerheblicher Teil verschwindet “und reist nach Frankreich und Großbritannien”. Gerade die Schweiz ist für viele Menschen kein Zielland.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Migranten auf ihrem Weg nach Westen an der Ostgrenze der Schweiz gestoppt werden. Und diese Zahl steigt. Wurden im August vor einem Jahr noch 554 Menschen an der Ostgrenze aufgehalten, zählte der Grenzschutz im August 2022 bereits 3.665 Menschen, fast siebenmal mehr.
Tor nach Serbien
Aber auch aus dem Westbalkan, also aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, kommen Migranten nach Österreich. Auf europäischer Ebene ist Serbien ein wiederkehrendes Thema, das es Indern, Tunesiern, Kubanern, Chinesen und Burundiern ermöglicht, ohne Visum in das Land einzureisen. Einige der Personen, die ohne Visum nach Serbien kommen, kehren nie in ihr Herkunftsland zurück, sondern begeben sich illegal in den Schengen-Raum.
Justizministerin Karin Keller-Sutter (58) hat gemeinsam mit der österreichischen Seite einen Aktionsplan zur Eindämmung irregulärer Migration auf den Westbalkan auf den Weg gebracht.
Kroatien appelliert
Auch die baldige Zugehörigkeit Kroatiens zu Schengen könnte laut Klug eine Rolle spielen: „Für viele Menschen mag das ein Grund sein, die Grenze zu Kroatien zu überqueren, bevor das Land vollständig Teil des Schengen-Raums ist.“
Wie Klug von UNHCR sagt, haben Sie es derzeit mit einer „Mischbevölkerungsbewegung“ zu tun. Die Flüchtlinge kämen also nicht nur aus Krisengebieten außerhalb Europas, von denen es derzeit viele gibt, sondern auch von anderen Migranten. Sie benutzten alle die gleichen Routen und Grenzübergänge. „Außerdem scheint es, dass viele Menschen schon lange in einem europäischen Land waren und nun nach Westeuropa reisen“, sagt Klug. Vor allem aus Griechenland, wie das SEM ergänzt.
„Schwierige wirtschaftliche Bedingungen nach Corona, durch den Krieg in der Ukraine und hohe Energiepreise werden wahrscheinlich viele Menschen dazu bewegen, wegzugehen oder einfach weiterzureisen“, erklärt der UNHCR-Beamte.
Aufgrund der starken Zunahme der Asylgesuche in der Schweiz in den letzten Wochen nimmt das SEM dieses Jahr mindestens 22’000 Gesuche entgegen. Hinzu kommen über 60’000 Schutzsuchende in der Ukraine, die sich derzeit in der Schweiz aufhalten. Auch hier werden weitere hinzukommen.
wollte Civis
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Österreich ist auch stärker von Flüchtlingen aus der Ukraine betroffen, wohl auch aufgrund seiner geografischen Lage. Bis Ende September zählte das Land 82.000 schutzsuchende Männer, Frauen und Kinder, die vor dem russischen Angriffskrieg geflohen waren. In Österreich müssen Migranten bereits in Zelten übernachten.
Die Behörden in diesem Land versuchen, dies zu verhindern. Deshalb bauen Bund, Kantone und Gemeinden ihre Unterbringungsplätze aus. Aber es fehlt auch an Personal.
Um die Versorgung der Flüchtlinge zu gewährleisten, wenden sie sich auch an Zivildienstleistende. In Bundesasylzentren sind bis zu sechs Zivis im Einsatz. Doch es braucht noch mehr: Mehr als zwei Dutzend Stellen im öffentlichen Dienst werden derzeit in Asylunterkünften ausgeschrieben.
Die Situation ist herausfordernd. Doch Anja Klug vom UNHCR betont, dass die Situation keineswegs mit der Flüchtlingswelle 2015 und 2016 vergleichbar sei Unterbringungskrise ist hauptsächlich inländisch”.