Augen entfernt, Zähne gezogen, mit Nagelknipser operiert
Igelstation geschlossen – Betreiber kassiert Durchsage
Die Zustände auf der Igelstation Oberentfelden waren so unzumutbar, dass sie geschlossen wurde. Zudem hat der Betreiber eine Strafanzeige zu bearbeiten.
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Die Igelstation Oberentfelden AG ist geschlossen, was zunächst bei vielen Menschen für Entsetzen sorgte. (Symbolfoto)
Die Igelstation Oberentfelden AG ist geschlossen. Die Nachricht löste bei vielen Menschen in der Region Missverständnisse aus. Unterstützer starteten sogar eine Petition unter dem Namen „Weiterführung der Igelstation Oberentfelden“, die rund 1.400 Unterschriften sammelte.
Die Konsumentenschutzstelle des kantonalen Gesundheits- und Sozialdepartements hat nun die Schliessung der Igelstation gemeldet – und erstmals die Gründe genannt, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.
schlechte Bedingungen
In diesem Sommer gingen beim Veterinärdienst sechs Beschwerden über Misshandlungen im Igelgehege ein. Diese wurden mit Video- und Tonaufnahmen unterlegt. Der Betreiber, der jährlich rund 700 Tiere betreut, erhielt unangemeldeten Besuch von einem Inspektor des Landwirtschafts- und Wasserministeriums und einem Tierarzt des Veterinärdienstes. Was sie fanden, war alles andere als schön.
Die Boxen für die Tiere waren nur 0,6 Quadratmeter groß, aber die Mindestgröße liegt bei einem Quadratmeter. Die Stationsbetreiberin hatte mehrfach Igel operiert, von Augenamputationen über Zahnextraktionen bis hin zu tiefen Wunden, ohne selbst Tierärztin zu sein.
Angeblich habe er das Schmerzmittel nicht richtig dosiert, wodurch die Igel nach einer Operation mit massiven Schmerzen aufgewacht seien. Für den Eingriff selbst wurden keine professionellen Hilfsmittel verwendet und auch die Hygiene war nicht gewährleistet.
Der Bediener zeigt keine Sicht
Die Angeklagte bestreitet die Eingriffe nicht, sieht aber laut Bericht nicht, dass ihr diese Eingriffe untersagt werden. Tierärzte könnten nicht besser informiert sein als sie sind.
In einem Schreiben von Regierungsberater Jean-Pierre Gallati heißt es: „Da die Verstöße schwerwiegend und der Betreiber unzumutbar ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Genehmigung zum Betrieb der Igelstation zu entziehen.“ Die Behörden haben Strafanzeige erstattet.
Doch nicht nur der Betreiber wird von den Behörden gerügt. Die Tierklinik Aargau West hatte der Frau das Medikament zur Behandlung gegeben. Die Verantwortung für die Anwendung von Tierarzneimitteln liegt jedoch immer beim Tierarzt. (lrc)