Ab 1. November ist es fix, Flüchtlinge aus der Ukraine können nicht mehr kostenlos nach Wien und ins übrige Österreich reisen. Das stellt die meisten Flüchtlinge vor immense Probleme, denn das Geld für die Grundversorgung reicht kaum zum Leben. Im Ankunftszentrum an der Engerthstraße wird seit Tagen über das Ende der kostenlosen Fahrt geredet. Viele von denen, die schon lange in Wien sind, kaufen hier das Nötigste ein oder kommen zum Essen.
Einsparungen für die Mobilität
Das Geld für die Grundversorgung – derzeit 260 Euro im Monat in Wien – reicht auch ohne Transportkosten nicht zum Leben, sagt Nina Andresen von Train of Hope. „Es ist eine große Sorge für die Menschen. Einerseits haben wir seit der Ankündigung, dass die kostenlosen Fahrten abgeschafft werden, einen erhöhten Ansturm von Menschen bemerkt, die schnell die Dinge besorgen, die sie brauchen, und auch kommen und fragen, ob sie können Bringen Sie zum Beispiel mehr Tiernahrung oder Windeln für die Kinder mit, weil sie nicht wissen, wann sie sich die Karte leisten können, um hierher zu kommen.
Keine Freifahrten mehr für ukrainische Flüchtlinge
Ab 1. November können Geflüchtete aus der Ukraine nicht mehr uneingeschränkt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien reisen. Dies verursacht enorme Probleme. Erwägen Sie jetzt eine vergünstigte Monatskarte.
Vor allem Mütter mit kleinen Kindern, die oft in anderen Stadtteilen zur Schule gehen, stehen vor massiven Problemen. Denn ein Monatsticket der Wiener Linien kostet 51 Euro. „Wir haben aber auch Leute, die die Rechnungen bezahlen und sagen: Ich muss mobil sein, es geht nicht anders. Ich habe Kinder, die ich zur Schule bringen muss. Das heißt, ich muss die 51 Euro woanders sparen.”
Wien will eine günstigere Monatskarte
Einerseits wird die Ungleichbehandlung von Vertriebenen als Grund für das Ende der Reisefreiheit genannt. Ukrainer erhielten freie Fahrt, andere in der Grundversorgung nicht. Andererseits pochen Verkehrsunternehmen und Staaten auf Entschädigung: Freifahrten gibt es nicht ewig.
Wien will eine vergünstigte Monatskarte nach Vorarlberger Modell einführen. „Aktuell können im Rahmen der Grundversorgung nur Einzelfahrten gegenüber dem IMC (Bundesministerium des Innern, Anm.) abgerechnet werden. Diese Praxis wurde sowohl von anderen Bundesländern als auch vom Rechnungshof kritisiert. Die Zustimmung des Innenministeriums steht aber ebenso aus wie eine Einigung auf ein österreichweit einheitliches Modell“, heißt es in einer Mitteilung des Büros von Sozialrat Peter Hacker (SPÖ).
Derzeit werden Menschen in der Grundversorgung nur einzelne Fahrten erstattet, zum Beispiel zum Arzt, Deutschkurs oder zu offiziellen Terminen. Dann sollte es auch eine Lösung für alle Vertriebenen geben, nicht nur aus der Ukraine. Auf der nächsten Flüchtlingskonferenz wird das Thema erneut diskutiert, allerdings erst Ende November.