Handel für Waffenhändler Russland befreit Basketballstar Griner

Stand: 08.12.2022 16:40 Uhr

Die Vereinigten Staaten hatten monatelang versucht, sie freizulassen. Der US-Basketballer Griner ist jetzt aus der russischen Haft entlassen worden. Im Austausch gegen einen in den USA inhaftierten Waffenhändler But – auch bekannt als „dealer of death“.

Die in Russland zu neun Jahren Haft verurteilte amerikanische Basketballspielerin Brittney Griner ist bei einem Gefangenenaustausch freigelassen worden. Sie wurde am Flughafen Abu Dhabi gegen den russischen Waffenhändler Viktor But ausgetauscht, der nach Angaben des russischen Außenministeriums in den USA inhaftiert war.

Gefangenentausch: Brittney Griner aus russischer Haft entlassen

12.8.2022 15:26

Biden: „Sie ist auf dem Heimweg“

Griner sitzt bereits im Flugzeug und „auf dem Weg nach Hause“, sagte US-Präsident Joe Biden auf Twitter. „Ich habe gerade mit Brittney Griner gesprochen. Sie ist in Sicherheit“, schrieb sie. Biden postete auch zwei Fotos. Auf dem einen soll er mit Griner telefonieren, auf dem anderen hält er seine Frau Cherelle Griner fest.

Seit Monaten wird verhandelt. Die USA warfen Russland politisch motivierte Prozesse gegen Griner vor. Zuletzt wurde Griner in ein Frauengefängnislager in der russischen Republik Mordowien in der Region Große Wolga verlegt.

Neun Jahre wegen Drogenbesitzes

Griner war im August in Russland wegen Drogenbesitzes zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie soll Vape-Patronen und Haschischöl bei sich gehabt haben, als ihr Gepäck im Februar am Flughafen Scheremetjewo eingecheckt wurde. Darin sollen 0,5 Gramm Marihuana enthalten gewesen sein, das in Russland verboten ist. Das Gericht sah keine mildernden Umstände. Griner hatte sich schuldig bekannt.

Griner spielt seit 2015 für den russischen Spitzenklub UMMC Ekaterinburg im Ural und gewann mit ihm viermal die Euroleague. In der amerikanischen Frauen-Profiliga WNBA gewann sie 2014 mit dem Phoenix Mercury die Meisterschaft, neben zwei Olympiasiegen holte das US-Team auch zwei Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften.

Aber die Verbrechen inspirierten Hollywood

Im Gegenzug erhielt Russland den ehemaligen sowjetischen Offizier Viktor But. In Moskau hieß es, er fahre mit dem Flugzeug nach Russland. Ihm werden in zahlreichen Ländern illegal bewaffnete kriminelle Regime und Rebellen nachgesagt. Der als „Händler des Todes“ bekannte Russe saß 2008 in Thailand im Gefängnis und wurde nach seiner Auslieferung 2012 zu mindestens 25 Jahren Haft verurteilt.

Der russische Waffenhändler Viktor But wurde im April 2008 von der Polizei in Thailand festgenommen. Bild: AFP

Das Justizministerium soll But als einen der aktivsten Waffenhändler der Welt bezeichnet haben. Nach Militärdiensten in Angola und Mosambik wurde er in den 1990er Jahren erfolgreicher Geschäftsmann, sein Unternehmen verfügte mittlerweile über eine Flotte von rund 50 Flugzeugen. Offiziell beförderten diese Flugzeuge Blumen und Haushaltsgegenstände um die ganze Welt. Inoffiziell befanden sich auch Waffen im Laderaum.

Bout soll sie nach Afghanistan, Liberia oder Togo transportiert haben. Unter anderem auch an von der Europäischen Union und den USA als terroristisch eingestufte Organisationen wie Al Qaida oder die Taliban. Seine Taten inspirierten später einen Hollywood-Film.

Whelan bleibt in Haft

Ein weiterer Amerikaner, Paul Whelan, muss auf seine Freilassung warten. Whelan ist seit Dezember 2018 wegen Spionagevorwürfen in Russland, die seine Familie und die US-Regierung für unbegründet halten.

Russland und die USA haben in der Vergangenheit trotz der Spannungen über Russlands Angriffskrieg in der Ukraine Gefangene ausgetauscht.

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