Bund-Länder-Vereinbarung zur deutschen Banknote

Stand: 08.12.2022 20:53

Die offenen Finanzfragen zum Deutschlandticket sind geklärt: Bund und Länder wollen sich die Kosten zu gleichen Teilen teilen. Der Ticketverkauf soll nächstes Jahr beginnen.

Bund und Länder haben nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz ihren Streit um die Einführung des 49-Euro-Nationaltickets im öffentlichen Nahverkehr beigelegt. „Das Ticket aus Deutschland kommt jetzt auch ganz schnell“, sagte Scholz nach Rücksprache mit den Ministerpräsidenten der Länder. Weitere Angaben zum Inhalt, etwa zum Starttermin, machte Scholz nicht.

„Wir haben jetzt alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, damit die Landesbehörden und Verkehrsunternehmen jetzt alles tun können, um dies schnell und effizient voranzubringen“, sagte er weiter. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte: „Heute sind wir so weit, dass wir sagen können: Die finanziellen Grundlagen dafür sind gelegt.“ Bund und Länder wollten sich die Kosten je zur Hälfte teilen, sagte er. Nun ist zu hoffen, dass die entsprechenden Gesetze schnell auf den Weg gebracht werden können.

Deutschlands Ticket soll 2023 kommen

Zuletzt hatte es einen Streit um die Finanzierung des grundsätzlich bereits geplanten Tickets durch Bund und Länder gegeben. Die Länder hatten einen höheren Bundesbeitrag zu den Kosten gefordert.

Deutschlands Ticket für Busse und Bahnen im Nahverkehr mit einem Einführungspreis von 49 Euro pro Monat soll demnach im neuen Jahr starten. In den Bundesländern wurde am 1. April nächsten Jahres letztmals über den deutschen Ticketstart diskutiert. Es soll an das beliebte 9-Euro-Ticket des Sommers anknüpfen.

Christoph Mestmacher, ARD Berlin, mit Auswertungen der Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens

tagesschau24 19:00, 8.12.2022

Generell zog Scholz ein Jahr nach dem Start der Ampelkoalition eine positive Bilanz. „Wir haben es geschafft, Lösungen in einer schwierigen Situation für unser Land zu finden“, sagte er.

Neben dem deutschen Gesetzentwurf haben Bund und Länder auch Folgendes diskutiert und teilweise beschlossen:

Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingszahlen aus der Ukraine will die Bundesregierung auch für Unterkünfte sorgen. Die Länder hätten den Bund gebeten, “dafür zu sorgen, dass die Bundesanstalt für Immobilien (BImA) auch Flächen zur Verfügung stellt”, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst. Derzeit bereiten sich die Bundesländer darauf vor, in den kommenden Wochen und Monaten eine große Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen. Mancherorts könnten auch wieder Notunterkünfte in Zelten und Turnhallen eingerichtet werden.

Regulierung von Schwierigkeiten

Darüber hinaus haben sich Bund und Länder auf Härtefallregelungen für kleine und mittelständische Unternehmen geeinigt, um die hohen Energiepreise einzudämmen. Der Bund wird die Aktivitäten der Länder mit einer Milliarde Euro unterstützen. Einige dieser Maßnahmen könnten auch Unternehmen helfen, die mit Öl oder Holzpellets heizen. Offenbar soll es für Öl- und Holzpelletsheizungen keine generelle Hilfe geben

Obligatorische Elementarschadenversicherung

Bund und Länder einigen sich noch immer nicht auf die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden. Im Sommer habe es eine Einigung über die Einführung dieser Versicherung infolge der Flutkatastrophe 2021 gegeben, sagte Wüst nach der Sitzung. Nun aber hat Justizminister Marco Buschmann die Versicherungspflicht abgelehnt und damit für die „Überraschung“ gesorgt. Das Thema wird nun erneut geprüft und nächstes Jahr erneut diskutiert.

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