kulturell
Auch die Tiroler Festspiele Erl wollen mit dem Sommerprogramm 2023 ihren Ruf als Wagner-Zentrum ausbauen. Textverständlichkeit und Quellentreue müssen im Mittelpunkt stehen. Richard Wagners Opern „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ stehen auf dem Programm der Sommerfestspiele.
16.12.2022 17.07
Online seit heute, 17:07 Uhr
Festspielleiter Bernd Loebe bekräftigte am Freitag, man wolle anders als Bayreuth „nicht immer alles neu erfinden“. Mit der ehemaligen Tiroler Landestheater-Intendantin Brigitte Fassbaender als Regisseurin steht die Quellentreue im Vordergrund. Die daraus resultierenden Wagner-Inszenierungen seien aber nicht “konservativ oder langweilig”, sagte Loebe bei der Pressekonferenz zum nächsten Sommerprogramm in Erl.
Textgenau zu arbeiten würde hingegen zu einem „Schlagen“ der Figuren in den Opern führen. Getragen wird dieser ästhetische Ansatz laut Loebe von einem „erstklassigen Szenografen“ in Kaspar Glarner und einem „sehr musikalischen und tiefgründigen Dirigenten“ in Erik Nielsen. Mit diesem Konzept möchte er weiter an der internationalen Positionierung von Wagner d’Erl arbeiten.
APA/EXPA/Johann Groder Festspielleiter Bernd Loebe will Erls Ruf als Wagner-Spielstätte weiter ausbauen
Die Festspiele Erl wollen mit Qualität und Atmosphäre Akzente setzen
Erl will laut Loebe im Sommer und darüber hinaus ein „Wohlfühlort“ für Künstler sein, an dem sie „beste Qualität bieten“. Neben den beiden neuen Wagner-Produktionen steht im kommenden Sommer auch die Wiederaufnahme von Engelbert Humperdincks „Königskindern“ an. „Mit dem gleichen Paar und dem gleichen Regisseur“, setzt der Festivalleiter auf Kontinuität. Der Erfolg der Produktion trug zu der Entscheidung bei, sie wiederzubeleben.
Neben Wagner und Humperdinck wird es auch ein Geburtstagskonzert mit dem mehrfach nach Erl eingeladenen Oskar Hillebrandt geben. Der Sänger, der auch bei der Pressekonferenz anwesend war, lobte die Atmosphäre in Erl und nannte eine weitere Eigenschaft Erls, die zur Wagner-Position der Festspiele beitrage: „In Erl kann man junge Sänger witzig entwickeln“.
Jung, wenn auch nicht neu im Geschäft, sind die Wiener Sängerknaben, die im Sommer auch in der Unterländer Gemeinde zu hören sein werden. Auch Christian Muthspiel sorgt für Jazz und Erl-Franui-Stammgäste treffen auch auf Nikolaus Habjan. Darüber hinaus spielt das Schumann Quartett im nächsten Sommer natürlich Robert Schumann, aber auch beispielsweise Werke von Ludwig van Beethoven oder Johannes Brahms.