Aus . – 02.08.2022 12:10 (akt. 02.08.2022 12:10)
Am Mittwoch, dem Equal Pensions Day 2022, kritisierte die Opposition die Frauenpolitik der Regierung. ©APA/ROLAND SCHLAGER (Symbolbild)
Anlässlich des Rentengleichstellungstages kritisierte die Opposition am Mittwoch die Frauenpolitik der Regierung.
Am 3. August haben Männer die Rente erreicht, die am Ende des Jahres nur Frauen erreichen. Als Gründe für die Altersarmut von Frauen sehen SPÖ und NEOS fehlende Unterstützung bei der Kinderbetreuung, fehlende Elternkarenzbereitschaft und eine hohe Teilzeitquote.
Die Opposition kritisiert am Equal Pension Day die Frauenpolitik
Der Equal Pensions Day markiert den Tag, an dem Männer bereits so viel Rente erhalten haben, wie Frauen erst am Ende des Jahres erhalten werden. Das bedeutet, je später im Jahr dieser Tag eintritt, desto geringer werden die Rentenunterschiede ausfallen. In diesem Jahr fällt der Rentengleichstellungstag morgen, Mittwoch, 3. August, österreichweit. Das ist eine Verbesserung um zwei Tage im Vergleich zu 2021.
Laut SPÖ würden 48% der Frauen Teilzeit arbeiten
48 Prozent der berufstätigen Frauen würden Teilzeit arbeiten, sagte SPÖ-Frauensprecherin Eva-Maria Holzleitner am Dienstag auf einer Pressekonferenz und bezeichnete „Teilzeit als Armutsfalle im Alter“. Aber selbst wenn Frauen Vollzeit arbeiten würden, würden sie für die gleiche Arbeit im Durchschnitt 20 Prozent weniger verdienen als Männer. Vor allem die als „Heldinnen der Krise“ gefeierten Berufe im Sozial- und Bildungsbereich sowie im kaufmännischen Bereich sind typische „Frauenberufe“ und daher schlecht bezahlt. Um Frauenarmut vorzubeugen, sind ein Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung und eine gerechte Verteilung der Elternzeit unabdingbar. Holzleitner forderte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) auf, für die Vaterschaftskarenz beim Militär zu werben.
Forderung nach deutlicher Anhebung der Renten für Frauen
Für Frauen, die bereits im Ruhestand sind, fordert Holzleitner monatlich zusätzlich 50 Euro für Elternzeiten und eine deutliche Rentenerhöhung. Wichtig ist zudem ein Rechtsanspruch auf Rückkehr in die Vollbeschäftigung nach einer Teilzeitphase aufgrund der Kinderbetreuung. „Langfristig muss Vollzeit aber auf Vollzeit reduziert werden“, sagt Holzleitner.
Ab 2024 wird das Rentenalter der Frauen schrittweise dem der Männer angeglichen. Holzleitner kritisiert, dass viele Frauen direkt aus der Arbeitslosigkeit in den Ruhestand gehen würden. “Die Regierung braucht einen Plan, damit Frauen sich von guter, sinnvoller Arbeit zurückziehen können.”
NEOS: Weibchen haben längere Brutzeiten
Ähnliche Kritik kommt von NEOS. „Frauen haben immer noch längere Erziehungszeiten, eine viel höhere Teilzeitquote und ein niedrigeres Renteneintrittsalter. Allzu oft führt das direkt in Altersarmut, und der Staat schaut nur zu“, sagt Frauensprecherin Henrike Brandstötter in einer Sendung. Sie fordert eine stärkere Förderung der Kinderbetreuung vor allem im ländlichen Raum, einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag und mehr Anreize für Väter, Elternzeit zu nehmen und sich an der Kindererziehung zu beteiligen. „Es ist nicht sonderlich verwunderlich, dass es der ÖVP nicht besonders um die Bekämpfung der Altersarmut und die Selbständigkeit der Frauen geht. Aber dass die Grünen, die immer gerne die große Rolle der politischen Frauen spielen, so viel Unverbindlichkeit an den Tag legen.“ hier ist eine weitere große Enttäuschung.”
Zum automatischen Rentensplitting sind NEOS und SPÖ unterschiedlicher Meinung
Zum automatischen Rentensplitting haben beide Seiten unterschiedliche Auffassungen. Während die NEOS auf Umsetzung drängen, lehnt die SPÖ die automatische Aufteilung der Erwerbsarbeit zwischen beiden Elternteilen ab. Das würde laut Holzleitner niemanden aus der Armut befreien, die Abhängigkeit der Frauen erhöhen und alle alleinerziehenden Mütter ausgrenzen. Es würde auch vom Einkommen des Mannes abhängen, für Geringverdiener wäre also beides nicht genug. Laut türkis-grünem Koalitionsvertrag soll der freiwillige Rentensplit durch einen automatischen ersetzt werden. Die internen Verhandlungen der Koalition dauern noch an, sagte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage der NEOS. Demnach haben im Vorjahr nur 992 unterhaltsberechtigte Paare freiwillig ihre Rentenansprüche geteilt.
Die FPÖ will Informationen zu finanziellen Vorsorgemöglichkeiten für Frauen
Die FPÖ wolle mit einer informativen Vortragsreihe zu finanziellen Vorsorgemöglichkeiten für Frauen direkt unterstützen, sagte Frauensprecherin Rosa Ecker. „Leider ist es immer noch so, dass sich Frauen oft nicht selbst darum kümmern und zumindest kleine Beträge für die eigene Zukunft tun. Aber natürlich können sich viele Frauen den Luxus einer Monatskasse einfach nicht leisten Einzahlung in eine entsprechende Altersvorsorge. Wenn Frauen Kinder betreuen, Familienarbeit oder gar Pflegearbeit leisten, dann sollte jeder Mann auch einen Beitrag zur finanziellen Vorsorge der Frau leisten.“ Während SPÖ und NEOS auf die Selbstbestimmung der Frauen pochen, sagt Ecker: „Frauen müssen zunehmend verlangen, dass ihr Mann oder Partner ihnen finanzielle Sicherheit mit einem Beitrag leistet.“
Grün bezieht sich auf den Anfangsbonus
Die Sprecherin der Grünen Frauen, Meri Disoski, weist darauf hin, dass mit dem Frühstarterzuschlag die Anhebung der Mindestrente und die Milliardenkinder im Kindergarten bereits vorangekommen seien. „Wir brauchen mehr strukturelle Maßnahmen, damit Frauen nicht durch schlechtere Löhne, erschwerte Arbeitsbedingungen, unbezahlte Sorgearbeit und die Teilzeitfalle gleich in Altersarmut geraten“, sagt Disoski.
Handlungsbedarf sieht die Arbeiterkammer bei der Frauenrente
Auch die Arbeiterkammer sieht Handlungsbedarf. Konkret fordert er eine Milliarde Euro pro Jahr für Grundschulbildung und die Durchsetzung eines Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag, mehr Anreize zur gemeinsamen Elternzeit und die Förderung der Arbeitszeit Familie mit 250 Euro monatlich jeder. , wenn beide Elternteile zwischen 28 und 32 Stunden arbeiten und altersgerechte Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus braucht es volle Lohntransparenz und verbindliche Maßnahmen zum Abbau von Einkommensnachteilen in Unternehmen. “Frauen haben in der Pandemie viel geleistet. Sie sind stark von der Inflation betroffen, weil sie bis zur Rente geringere Einkommen haben. Endlich müssen Pakete ausgearbeitet werden, die Frauen entlasten und ihre Arbeit gerechter entlohnen”, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl.
Der SPÖ-Pensionistenverband will Altersarmut entgegenwirken
Um der drohenden Altersarmut entgegenzuwirken, hat der Rentnerverband SPÖ seine Forderung nach einer “angemessenen Anpassung der Renten” bekräftigt. „Im Frühjahr dieses Jahres hat Finanzminister Brunner (ÖVP) unsere Forderung nach einer vorzeitigen Anpassung der Renten zurückgewiesen und stattdessen einmalige Maßnahmen präsentiert, von denen bisher kein Cent bei den Rentnern angekommen ist. Und auch jetzt gibt es Stimmen die ÖVP zu unserer Forderung nach einem 10-Prozent-Plus für Rentner”, sagte der Vorsitzende Peter Kostelka.
Der ÖVP-Seniorenverband fordert eine bessere Klärung der Teilzeitarbeit
Ingrid Korosec, Präsidentin des ÖVP-Älterenverbandes, fordert eine bessere Aufklärung über die Folgen von Teilzeitarbeit. „Wer sich heute bewusst für Teilzeit entscheidet, sollte wissen, dass er besondere Vorkehrungen treffen muss.“ Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit mehr Frauen die Möglichkeit haben, Vollzeit zu arbeiten.