Der Tod Dutzender Kriegsgefangener verschärfte den Ton zwischen den Konfliktparteien. Das Ereignis zeugt von der Brutalisierung des Krieges und der Schwierigkeit, die Wahrheit zu finden.
Olenivka ist eine bescheidene Gemeinde, ein Straßendorf im Süden von Donezk. Einstöckige Häuser, Gärten, eine Kirche. Seit vergangenem Freitag kursiert die Seite in den Weltnachrichten: Olenivka bedeutet jetzt Blutvergießen. Oleniwka könnte Schauplatz eines mutmaßlichen russischen Kriegsverbrechens sein. In Kiew ist von “der organisierten Tötung ukrainischer Kriegsgefangener” die Rede. Russland weist die Verantwortung zurück und beschuldigt Kiew, für den Angriff verantwortlich zu sein.
Was genau in Olenivka passiert ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Viele Spekulationen bleiben und erinnern an die ersten Tage nach dem Abschuss von Flug MH17 im Donbass im Jahr 2014. Unterschiedliche Versionen kursieren, die Faktenlage ist dünn, der Unglücksort versiegelt. Moskau startete eine verbale Gegenoffensive. Olenivka könnte zu einem neuen Propaganda-Schlachtfeld werden, zu einem Symbol für Kriegslügen und die mühsame Suche nach der Wahrheit.