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Erstellt: 31.08.2022, 04:45 Uhr
Von: Carolyn Gehrmann
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Viele Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens Diabetes und die Symptome bleiben oft unbemerkt. Aber es ist wichtig, die Anzeichen von Diabetes zu erkennen, um ihn richtig zu behandeln.
Bremen: Rund 7 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes mellitus, Tendenz steigend. Das hat das Robert-Koch-Institut (RKI) ermittelt. Das liegt in vielen Fällen auch daran, dass sich die Ess- und Lebensgewohnheiten vieler Menschen im Zuge der Corona-Pandemie zum Schlechteren verändert haben.
Das RKI berichtet unter anderem, dass die Waagenanzeige bei den Deutschen nach dem ersten Jahr der Pandemie durchschnittlich ein Kilogramm mehr anzeigte als zuvor. Der vermehrte Konsum von Schokolade und ein oder zwei Gläsern Wein während der Entbindung hat bei vielen Menschen, auch bei Kindern und Jugendlichen, Spuren hinterlassen.
Die Symptome von Diabetes bleiben je nach Typ oft lange unbemerkt
Übergewicht und Adipositas spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Diabetes, zumindest Diabetes Typ 2. Auch eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.
Je nach Diabetes-Typ bemerken die Betroffenen ihren Zustand oft lange nicht. Es gibt jedoch deutliche Anzeichen, die auf die eine oder andere Art von Krankheit hinweisen. Aber was genau ist der Unterschied zwischen den beiden Diabetesarten?
Was ist Diabetes? Und was ist der Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2?
Diabetes mellitus ist im Allgemeinen eine chronische Stoffwechselerkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch eine chronische Hyperglykämie, das heißt, der Blutzuckerspiegel ist dauerhaft hoch. Ursache dafür ist laut dem Diabetes-Informationsportal des Helmholtz Zentrums München, dass die Aufnahme von Zucker (Glucose) aus dem Blut in die Körperzellen gestört ist. Damit der Zucker aus der Nahrung von den Körperzellen aufgenommen und verwertet werden kann, wird das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin benötigt. Je nachdem, ob die Produktion ganz oder nur teilweise eingeschränkt ist, unterscheidet man zwischen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes.
Typ-1-Diabetes tritt normalerweise in jungen Jahren auf, kann aber auch Erwachsene betreffen
Typ-1-Diabetes tritt meist früh im Kindes- und Jugendalter auf. Dies ist eine Autoimmunerkrankung. Eine falsche Reaktion des Immunsystems verursacht irreparable Schäden an den insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dann kann der Körper kein Insulin mehr produzieren und keinen Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufnehmen. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht.
Als Autoimmunerkrankung können Lebens- und Essgewohnheiten die Entstehung dieser Form nicht beeinflussen. Das RKI weist jedoch darauf hin, dass „Social Distancing“ durch Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie das Risiko für Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen erhöht hat, verursacht durch psychische Belastungen.
Die Symptome von Typ-1-Diabetes treten normalerweise in einem frühen Alter auf. (Symbolbild) © Science Photo Library/IMAGO
Die Symptome des Typ-1-Diabetes sind meist ausgeprägter, da sich die Erkrankung nicht schleichend entwickelt, sondern meist plötzlich auftritt und sich innerhalb von Tagen oder Wochen verschlimmert. Als erstes Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt, bemerken Betroffene oft, dass sie plötzlich stark erhöhten Durst, häufigen Harndrang und starke Müdigkeit verspüren. Sie sind auch anfälliger für Infektionen.
Treten diese Symptome auf, ist oft bereits ein Großteil der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Diagnose wird meist gestellt, weil die Betroffenen wegen häufigen Wasserlassens einen Arzt aufgesucht haben. Sie müssen dann lebenslang Insulin spritzen und Ihre Blutwerte regelmäßig messen lassen.
Beim Typ-2-Diabetes treten die Anzeichen gar nicht oder nur schleichend auf
Typ-2-Diabetes entwickelt sich im Gegensatz zu Typ-1 über einen längeren Zeitraum. Die Warnzeichen sind also auch schwächer. In vielen Fällen treten sogar keine Symptome auf, auch wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist, sodass sie oft nur zufällig oder aufgrund bestimmter Risikofaktoren diagnostiziert wird.
Typ-2-Diabetes tritt erst nach dem 40. Lebensjahr auf, daher der Spitzname Altersdiabetes. Die Reaktion der Körperzellen auf das Hormon Insulin lässt langsam nach. Der Blutzuckerspiegel steigt, weil der Blutzucker nicht mehr so effektiv abgebaut wird wie zuvor. Die Bauchspeicheldrüse erhöht dann die Insulinproduktion, um die Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin auszugleichen. Irgendwann reicht das aber nicht mehr aus, die Zellen sind überfordert und werden stillgelegt. Mit der Zeit wird immer weniger Insulin ausgeschüttet.
Diese Form von Diabetes steht in engem Zusammenhang mit bestimmten Lebensgewohnheiten, die die Krankheit auslösen. Dazu gehören Übergewicht, zu wenig Bewegung und eine ungesunde Ernährung. Im Anfangsstadium der Erkrankung können Betroffene oft durch eine Ernährungsumstellung oder mehr Bewegung im Alltag eine Verbesserung des Blutzuckerspiegels erreichen. Eine zusätzliche Insulingabe kann sogar vermieden oder stark reduziert werden.
Wie kann ich die Anzeichen von Diabetes bei mir selbst erkennen?
Der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel, der im Rahmen von Diabetes auftritt, unabhängig vom Typ, verursacht eine Reihe von Symptomen. Zu den typischsten gehören laut Helmholtz Zentrum München und RKI:
- Erhöhter Harndrang (um Blutzucker loszuwerden)
- starkes Durstgefühl (aufgrund des Harndrangs)
- Gewichtsverlust (häufiges Wasserlassen verursacht Austrocknung)
- die Haut ist trocken und juckt (durch Flüssigkeitsmangel)
- Muskelschwäche
- Müdigkeit (Energiequelle Zucker wird nicht richtig genutzt)
- Infektanfälligkeit und schlechte Wundheilung (da das Immunsystem geschwächt ist)
- Sehstörungen
- Mundgeruch (wie Aceton, wie Nagellack)
Wie wird Diabetes diagnostiziert? Wann sollten Sie bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen?
Da Diabetes „Zuckerkrankheit“ schwerwiegende Folgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenschäden haben kann, ist es ratsam, auf das Auftreten typischer Symptome zu achten und gegebenenfalls einen Arzt des Vertrauens aufzusuchen. Durch die Messung des Blutzuckerspiegels wird festgestellt, ob Diabetes vorliegt und durch weitere Tests, um welche Art es sich handelt.
Die anschließende Behandlung wird dann so abgestimmt, dass die Betroffenen trotz der Erkrankung eine möglichst hohe Lebensqualität haben. In den meisten Fällen wird es eine Mischung aus Insulindosen und Änderungen des Lebensstils sein. Dann sollte Übergewicht so weit wie möglich reduziert und die Ernährung gesünder gestaltet werden.