Beim Abschlusstraining am Samstagabend blickten Deutschlands Fußballer mit großen Augen über die Weite des Wembley-Stadions mit seinen 90.000 roten Sitzen. „Das Stadion ist auch im leeren Zustand beeindruckend. Die Erwartungshaltung ist sehr, sehr hoch“, sagte Svenja Huth vor dem EM-Traumfinale an diesem Sonntag gegen England (18 Uhr, ARD und DAZN).
Rekord-Europameister Deutschland kann den Titel zum neunten Mal gewinnen, für England wäre es der erste Triumph bei einem internationalen Turnier. Verfolgen Sie alle Entwicklungen hier im Live-Ticker.
25. Minute: Chaos im englischen Strafraum
Torhüter Earps kann den Ball nach einer Ecke nicht halten. Im Chaos des Fünfmeterraums dreht sich das Spielgerät wild zwischen sechs englischen und zwei deutschen Spielern, bevor die Situation unter Kontrolle gebracht wird. Nach einem kurzen Check, ob Deutschland nach einer Hand einen Penalty bekommen sollte, geht das Spiel weiter. Jetzt wird es immer heißer.
Im englischen Bereich herrscht reges Treiben nach der Ecke
Bildnachweis: AFP/LINDSEY PARNABY
24. Minute: Zwei gelbe Karten für England
Stanway wird nach einem taktischen Foul im Mittelkreis auf den agilen Däbritz verwarnt. Und auf die erste gelbe Karte folgt sofort die zweite. Der Fehler von Weiß wird gemäß den Regeln bestraft. Ein kleiner Vorteil für Deutschland.
Der Bonus für englische Frauen ist höher
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Wirtschaftlich geht es den deutschen Frauen darum, ihren Bonus zu verdoppeln. Ab 30.000 € pro Spieler bis zum Erreichen des Finales können sie mit einem Sieg 60.000 € gewinnen. Etwas mehr bekommen die Engländerinnen von ihrem Verein mit umgerechnet 65.500 Euro. Löwinnen können jedoch auch nicht mit den Prämien der Männer mithalten. Die DFB-Spieler von Hansi Flick hätten bei einem EM-Sieg im vergangenen Jahr jeweils 400.000 Euro bekommen, England 550.000 Euro.
10. Min: Deutschland erstmals gefährlich
Popp sieht von der Ersatzbank zu, wie Däbritz nach einem weiteren schnellen deutschen Angriff abschließt. Sein fulminanter Schuss wird von einer Engländerin im Strafraum in höchster Not geblockt. Eine erste gute Chance, die Voss-Tecklenburg-Elf zu führen.
4. Minute: Die Ermittler beginnen
Beide Teams sind zweikampfstark und suchen zur Freude der hörbar mehrheitlich weiblichen Fans im Stadion stets nach einem Weg nach vorne. Die besten Chancen hatten die Engländerinnen. Weiß hat zu viel Kopfraum. Doch Frohms fängt den Ball sicher ab.
18 Uhr: Beginn
Nationalhymnen wurden gesungen, Fahnen getauscht und Fotos gemacht. Das ist Ball im Feld. Das Finale begann pünktlich.
17.56 Uhr: Alexandra Popp geht
Schlechte Nachrichten für das deutsche Team. Alexandra Popp muss kurzfristig vorbei. Der deutsche Stürmer, mit sechs Treffern der beste Stürmer des Turniers, klagt über Muskelprobleme. Für sie tritt Lea Schüller auf.
Bittere Nachricht: Alexandra Popp versuchte beim Aufwärmen, mit Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zu sprechen
Quelle: AFP/FRANCK FIFE
17.37 Uhr: Der Bundestrainer spricht
Martina Voss-Tecklenburg wird mit Spannung erwartet. Nicht nur, weil ihr Mann dem Bundestrainer im Falle eines Titelgewinns eine Farm auf Mallorca versprach. “Darum geht es nicht. Aber ich werde alle Spieler einladen, einen kostenlosen Urlaub im Haus ihres Lebens zu verbringen.” Im Finale zu stehen, sei ein Privileg, “und wir werden bis zur letzten Sekunde kämpfen.”
17.28 Uhr: „Wir müssen es umstellen“
Der Präsident des DFB, Bernd Neuendorf, ist im Stadion und gibt am Rande ein Fernsehinterview: „Ihr habt das ganze Land in Aufruhr“, lobt er die deutsche Mannschaft und hofft auf positive Konsequenzen: „Wir hoffen, dass das wenig Raserei weiter. Wir müssen es auf den Frauenfußball übertragen. Wir haben sehr gute Voraussetzungen. Nächstes Jahr kommt die WM. Dann sind die Namen bekannt, der Stamm der Mannschaft bleibt erhalten. Dann haben wir eine weitere Attraktion.”
Freuen sich auf die WM im nächsten Jahr: Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes
Quelle: dpa/Arne Dedert
17.05 Uhr: Die Aufstellungen sind da
Erneut mit Jule Brand als Ersatz für Linksaußen Klara Bühl rücken die deutschen Fußballer ins Endspiel ein. Der künftige Wolfsburger trifft auf Kapitänin und sechsmalige Europatorschützin Alexandra Popp. Bühl war am Sonntag nach einem negativen Test aus seiner Corona-Quarantäne gelassen worden. Für den Kader reichte es jedoch nicht mehr, da die Uefa nach dem kostenlosen Probetraining medizinische Untersuchungen verlangte.
Wieder Jubel: Jule Brand, hier im Halbfinale mit Torhüterin Merle Frohms
Quelle: dpa / Jonathan Brady
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vertraut auf die gleiche Startelf wie beim 2:1-Sieg gegen Frankreich im Halbfinale. Auch ihre Teamkollegin Sarina Wiegman setzte im sechsten Spiel des Turniers erstmals in der Geschichte des Europapokals auf die gleiche Startelf der Engländer. Die sechsmalige Torschützin Beth Mead spielt zum Beispiel als künftige Bayern-Spielerin Georgia Stanway.
Spezialmatch für Berger und Carter
Für Ann-Katrin Berger (31) wird das Endspiel besonders: Deutschlands Ersatztorhüterin Berger spielt seit 2019 für den FC Chelsea, sollte bei dieser EM für England spielen und liebt einen Spieler des Gegners. Der Soft ist seit mehreren Jahren mit der englischen Verteidigerin Jessica Carter (24 Jahre) zusammen. Das Paar spielt zusammen im Londoner Club. Zusammen mit Chelsea gewannen sie zwei Meisterschaften und den FA Cup.
Ann-Katrin Berger (links) und Jessica Carter mit dem FA Cup
Quelle: Visionhaus/Getty Images
Der Ex-Potsdamer stand zuvor drei Jahre bei Birmingham unter Vertrag. Da sie seit einiger Zeit in England lebt, hätte sie eingebürgert werden können. Das war zumindest der Plan des Fußballverbandes und Ex-Nationaltrainers Phil Neville. Immerhin ist Berger seit Jahren der beste Torhüter der englischen Liga.
Doch nach Gesprächen mit beiden Verbänden entschied sich Berger für Deutschland. Im Turnier wird sie gemeinsam mit Almuth Schult hinter Stammtorhüterin Merle Frohms eingewechselt.
15.59 Uhr: Klara Bühl hat einen Gratisversuch
Nationalstürmerin Klara Bühl kann aus der Corona-Quarantäne raus und zumindest das Endspiel in Wembley als Zuschauerin erleben. Martina Voss-Tecklenburg hatte bereits am Samstag erklärt, dass die 21-Jährige vom FC Bayern München definitiv nicht Teil der deutschen Nationalmannschaft sein wird. „Er ist aktuell beschwerdefrei. Bei negativem Test darf er auch ins Stadion“, sagte der Bundestrainer, verwies aber darauf, dass eine Rückkehr in die Mannschaft auch nach negativem Corona-Test im Spiel nicht mehr möglich sei Tag.
Klara Bühl darf das Stadion als Zuschauerin betreten
Quelle: dpa/Sebastian Gollnow
Die Nachricht von Bühls Rückkehr ins Stadion sorgte bei der deutschen Delegation für große Freude. Der Linksaußen war bis zu seinem positiven Test mit der Rekordzahl an Europameistern gesetzt und hatte in der Vorrunde das wichtige 1:0 gegen Spanien erzielt.
15.33 Uhr: Deutsches Team unterwegs
Der Mannschaftsbus mit den deutschen Spielern ist auf dem Weg zum Wembley-Stadion. Das Teamhotel „The Grove“ in Watford ist rund 20 Kilometer vom legendären Austragungsort entfernt.
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Die Abschlussstatistik spricht übrigens klar für das DFB-Team. Insgesamt nahm die deutsche Frauen-Nationalmannschaft vor dem aktuellen Turnier achtmal an einem europäischen Endspiel teil. Die Auslosung: Alle acht Endspiele wurden gewonnen: 1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005, 2009, 2013.
14:57 Uhr: Wembley füllt sich: erste Eindrücke von London
Zehntausende England-Fans sind bereits in London und vor dem Wembley-Stadion und feiern mit T-Shirts und Fahnen. Gesungen wird meist der englische Klassiker “Football’s Coming Home”. Der DFB sicherte sich vor 90.000 Fans nur 3.000 Tickets für das Endspiel.
Was: REUTERS
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14.22 Uhr: Prognose von Franz Beckenbauer
„Mein Tipp: Unsere Frauen gewinnen den Wembley-Titel. Aber gegen die starke englische Mannschaft wird es nicht einfach. Unentschieden nach 90 Minuten. In der Verlängerung erzielen beide Mannschaften je ein Tor. Elfmeterschießen. Und hier gewinnen unsere Frauen.“ , weil es ihnen körperlich und geistig besser geht”.
„Es kommt zum Elfmeterschießen und die Deutschen gewinnen“
„Die Favoritenrolle fällt eher den englischen Frauen zu“, sagt Ex-Fußballerin Marie-Louise Eta vor dem EM-Finale in London. Er glaubt jedoch an einen Sieg der deutschen Frauen. Die Vorfreude ist groß, die deutsche Mannschaft wird viel Freude an dem Spiel haben.
Quelle: WELT / Lena Mosel