Jessica Rosenthal: Juso-Chef lehnt Zusage für Bundeswehr-Sondervermögen ab

Deutschland Jessica Rosenthal

Der Juso-Chef lehnt die Zusage für den Sonderfonds der Bundeswehr ab

Stand: 10:37 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Der 100-Milliarden-Sonderfonds kommt an: Für das Zwei-Prozent-Ziel wird ein Trick angewandt

Nach wochenlanger Diskussion haben sich Ampeln und Union geeinigt: Der Sonderfonds in Höhe von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr kommt. Die Einkaufsliste der Gruppe ist lang. Der Umgang mit Geld hatte zuletzt für große Kontroversen gesorgt.

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Juso-Chefin Jessica Rosenthal kritisiert die Zusage zum 100-Milliarden-Euro-Sonderpaket der Bundeswehr vor allem für die Schuldenbremse, die weiter gelten soll. Sie fordert mehr Ausgaben und schlägt eine höhere Erbschaftssteuer zur Finanzierung vor.

Juso-Bundespräsidentin Jessica Rosenthal lehnt die Einigung zwischen der Ampelkoalition und der Union auf einen Sonderfonds der Bundeswehr ab. „Ich bin nicht bereit, für einen Sonderfonds der Bundeswehr mit dem Grundgesetz zu spielen, obwohl der Fehler woanders liegt“, schrieb der SPD-Abgeordnete in einem Gastbeitrag für den „Spiegel“. Den Sonderfonds in Höhe von 100 Milliarden Euro grundsätzlich nicht ablehnen. Aber es greift zu kurz. „Was sollen wir antworten, wenn Pflegekräfte fragen, warum es 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr gibt, aber kein Geld für eine bessere Bezahlung oder eine voll finanzierte Krankenhausinfrastruktur?“

Es sei absolut verständlich, wenn Eltern fragen, warum ihre Kinder nicht auf die Schultoilette wollen, weil angeblich kein Geld für Reformen da sei, erklärt er. “Aber wir treffen lieber die Schuldenbremse, als in unsere Gesellschaft zu investieren.”

Der Staat brauche mehr finanziellen Spielraum, schreibt Rosenthal und fordert die Abschaffung der Schuldenbremse und die Erhöhung der Erbschaftssteuer. “Wer Wendepunkt sagt, muss Wendepunkt meinen. Es darf kein Mantra sein, das nur die Bundeswehr meint, aber nicht die ganze Verteidigung der Demokratie nach innen und außen.”

Lindner: „Eine Ausnahme“

Bundesfinanzminister Christian Lindner widerspricht. Das Spezialboot zur besseren Ausrüstung der Bundeswehr bezeichnete er als „einmalige Ausnahme“. Der FDP-Chef betonte gegenüber dem ZDF „heute journal“, die Einigung werde die Bundeswehr stärken, die Schuldenbremse einhalten und Steuererhöhungen verhindern. Er schreibt es auf seine Fahne.

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Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP-Ampel hatte sich am Sonntagabend nach wochenlangen Streitigkeiten über die Rechtsgrundlage des geplanten 100-Millionen-Euro-Sondervermögens mit der CDU/CSU-Opposition geeinigt. Es sollte im Grundgesetz verankert werden. Daher war die Zustimmung der Union erforderlich. Das Abkommen genehmigt umfangreiche Rüstungsaufträge der Rüstungsindustrie.

Lindner betonte, dass der Staat dauerhaft schuldenfrei sein müsse. „Ich habe ein Unbehagen angesichts der hohen Schulden, die wir machen müssen – wegen des Krieges und weil die Pandemie der Krone noch nicht überwunden ist – habe ich die Gewohnheit nicht aufgegeben.“ Gute Wirtschaftspolitik bedeutet nicht, dass der Staat auf Dauer alles trägt, auch wenn einige offen „subventionssüchtig“ sind. Bis 2023 soll die Bundesregierung die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse wieder einhalten. Das sei für ihn nicht verhandelbar, sagte Linder.

Am Freitag wird über Sondervermögen entschieden

Der Sonderfonds wird diese Woche vom Bundestag beschlossen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Kreisen der Ampelkoalition erfuhr, soll sie am Freitagnachmittag “zu einer Abstimmung im Plenum einberufen” werden. Im Vorfeld der Ausschusssitzungen am Mittwoch soll das Bundesverteidigungsministerium den Wirtschaftsplan mit konkreten Rüstungsprojekten vorlegen.

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Sondervermögen der Bundeswehr

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sagte, er gehe „derzeit“ davon aus, dass wir in dieser Sitzungswoche auch über den Sonderfonds entscheiden werden.“ Der Vorsitzende der Gewerkschaftsfraktion, Friedrich Merz, sagte, jetzt könne das Gesetzgebungsverfahren angegangen werden „nach rechts.“ Ihm zufolge könnten die Schlusslesungen im Bundestag „in den kommenden Tagen“ stattfinden.

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