Taliya Khabrieva: Putins Top-Anwältin lebt in einer Luxuswohnung in Montreux

Aktualisiert am 31. August 2022, 08:08 Uhr

Taliya Khabrieva: Putins Top-Anwältin lebt in einer Luxuswohnung in Montreux

Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung der Verfassungsänderungen, die Putins Regierung und Macht über das Parlament festigten. Bisher hat es sich nicht um westliche Sanktionen gekümmert.

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Die kremltreue Verfassungsrechtlerin Talija Chabrieva besitzt eine Sechs-Millionen-Dollar-Villa in Moskau sowie eine Wohnung in bester Lage in Montreux.

Bilder imago/Russischer Look

Dieses Wohnhaus in Montreux beherbergt die 1,6 Millionen Dollar teure Wohnung von Chabriewa.

Florian Cella/24 Stunden

Khabrieva war maßgeblich an der Legalisierung von Putins neuen Mandaten beteiligt und unterhält enge Kontakte zu hochrangigen Mitgliedern des Kremls.

Imago-Bilder

  • Putins Anwältin und Vertraute Talija Chabrieva ist in Montreux gemeldet und hat dort eine Luxuswohnung.

  • Er spielte eine Schlüsselrolle dabei, Putins Macht in Russland zu sichern und ihm weitere Jahre als Staatsoberhaupt zu ermöglichen.

  • Nach Angaben der russischen Oppositionspartei Jaklobo hat der Kreml ihn für seine Verdienste reich belohnt.

Talija Chabriewa, die russische Anwältin, der Wladimir Putin viel von seiner Macht verdankt, ist in Montreux VD registriert und hat dort eine Luxuswohnung. Es soll 118 Quadratmeter haben und rund 1,6 Millionen Franken kosten.

Ihre Wohnung befindet sich gemäss der Zeitung Tamedia nicht im schönsten Haus von Montreux, sondern in einem Neubau an privilegierter Lage mit Blick auf den Genfersee und die Alpen. Und der Hausmeister des Luxusbaus verrät: „Hier leben fast nur Russen.“

Er hat Putin an die Macht verholfen

Khabrieva, die hier im siebten Stock registriert ist, ist außerhalb Russlands wenig bekannt, hat aber eine Schlüsselrolle dabei gespielt, Putins Macht zu sichern und das Land in eine Autokratie zu verwandeln.

So habe Putin im Januar 2020 die Verfassungsrechtlerin Khabrieva zur Co-Leiterin einer Task Force ernannt, um die russische Verfassung grundlegend zu ändern, berichteten Tamedia-Zeitungen. Dank der Verfassungsänderungen ist es Putin möglich, bei den Wahlen 2024 und 2030 für sechs Jahre zu kandidieren und theoretisch weitere 14 Jahre an der Macht zu bleiben. Die Gesetzesänderungen gaben Putin, der Russland seit 2000 mit einer vierjährigen Pause regiert, auch mehr Macht über das Parlament.

Sie war mehrfach die „Anwältin des Jahres“ Russlands

Khabrieva wurde 1958 in Kazan, Russland, geboren. Sie stieg schnell als Anwältin auf und wurde Mitglied des Europarates. Mehrfach wurde sie zu Russlands „Anwältin des Jahres“ gekürt, Putin schüttelte ihr persönlich die Hand.

In Russland bewegt sich Khabrieva in den inneren Zirkeln des Kreml und hat enge Kontakte zu Sergej Naryschkin, dem ehemaligen Chef der Präsidialverwaltung, der jetzt den Auslandsgeheimdienst SVR leitet. Und: Ihr Mann Ramil Khabriev leitete die russische Anti-Doping-Agentur Rusada zu einer Zeit, als die russische Sportwelt von massiven Dopingskandalen erschüttert wurde.

Nach Angaben der russischen Oppositionspartei Jaklobo wurde das Paar für seine Verdienste vom Kreml reich belohnt. Neben der Wohnung in Montreux besitzt Chabriewa auch eine Luxusvilla in einem Vorort von Moskau im Wert von sechs Millionen Franken. Chabriewa hat in den letzten acht Jahren nur ein Gesamtfamilieneinkommen von 3,2 Millionen Franken angegeben.

Khabrieva verteidigt „die Verbrechen des Putin-Regimes“

Weil Khabrieva Präsident Putin so nahe steht, ist sie jedoch praktisch immun gegen die russische Justiz. Alexei Karnakhov, Leiter des Antikorruptionszentrums von Yabloko, sagt: „Khabrieva ist einer der Hauptarchitekten von Putins Verfassungsänderungen, die seine lebenslange Herrschaft und den Rückzug der Demokratie in Russland sicherstellen werden. Er hat auch die Annexion der Krim und andere Verbrechen des Putin-Regimes verteidigt.“ Von westlichen Sanktionen blieb er jedoch bislang verschont.

Wie oft sich Taliya Khabrieva in der Schweiz aufhält, ist nicht bekannt, aber russischen Berichten zufolge soll sie am 23. Februar, einen Tag vor dem Einmarsch in die Ukraine, in Montreux gewesen sein.

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