Waldbrände in der Böhmischen Schweiz und in der Sächsischen Schweiz: Das Wichtigste in Kürze
20.27 Uhr: Feuer in Tschechien unter Kontrolle
Am Abend kamen gute Nachrichten aus der Böhmischen Schweiz: Laut Vladimír Vlček, Generaldirektor des Feuerwehr- und Rettungsdienstes der Tschechischen Republik, ist der Waldbrand in der Böhmischen Schweiz nun vollständig unter Kontrolle.
Ganz klar ist das allerdings noch nicht: Wie die Einsatzkräfte auf deutscher Seite müssen nun auch tschechische Retter Brandherde löschen, um einen erneuten Ausbruch des Feuers zu verhindern.
19.33 Uhr: Tschechische Retter haben kilometerlange Schläuche verlegt
Während der seit einer Woche wütenden Waldbrände haben tschechische Feuerwehrleute im Nationalpark Böhmische Schweiz zahlreiche Schläuche verlegt, um Löschwasser in das unwegsame Gelände pumpen zu können. Wie Rettungskräfte am Montagabend auf Twitter mitteilten, werden insgesamt 78 Kilometer Schläuche montiert. Der höchste Punkt dieser „Linie“ führt den Angaben zufolge zum Wanderziel Prebischtor, das auch bei Deutschen beliebt ist.
Nach Angaben des Tschechischen Rundfunks will die Verwaltung des Nationalparks den abgebrannten Wald weitgehend der Natur überlassen. Laut der Parkverwaltung in Tschechien gibt es keine Pläne, Bäume im großen Stil zu pflanzen.
19.08 Uhr: Im Nationalpark werden jetzt Wanderwege geschnitten
Brände gibt es noch in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz, aber längst nicht überall im Nationalpark. Damit sich das Feuer nicht weiter durch den Wald frisst, werden im Forstamt Hinterhermsdorf verschärfte Maßnahmen ergriffen. An manchen Stellen ist das Feuer nur wenige hundert Meter entfernt. Lesen Sie dazu unseren Bericht: Förster schneiden vorsorglich Korridore
18.17 Uhr: Anstrengender Einsatz der Feuerwehr
Zahlreiche sächsische Feuerwehren helfen bei der Brandbekämpfung in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach. Er kämpft nicht nur mit schwer zugänglichem Gelände, sondern auch mit der Hitze unter den Füßen. Wie, sagt Trainer Hendrik Böhnke, in einer ganz kurzen Pause. Mehr dazu im Artikel „Höhenunterschiede zehrend“
17.31 Uhr: Großer Abgabewille für die Sächsische Schweiz
Wie das Landratsamt des von den Waldbränden betroffenen Bezirks Sächsische Schweiz und Osterzgebirge mitteilt, verzeichnet der Krisenstab eine überwältigende Spendenbereitschaft. Sowohl die Anwohner des Quartiers als auch Touristen und Unternehmen wollten den Rettungskräften etwas Gutes tun und sie mit Sach- oder Geldspenden unterstützen. Der Krisenstab hat auf dieser Website eine Liste mit den derzeit verfügbaren Hilfsangeboten zusammengestellt.
16.40 Uhr: Die Bundeswehr plant zunächst einen Einsatz bis zum WochenendeDie Bundeswehr unterstützt das sächsische Waldbrandgebiet mit vier Hubschraubern zur Lösch- und Aufklärungsarbeit. „Bisher sind eine Million Liter Löschwasser ausgegossen worden“, sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht bei ihrem Besuch in der Sächsischen Schweiz. Die Soldaten haben den Angaben zufolge 200 Flugstunden absolviert. Der SPD-Politiker lobte die Zusammenarbeit mit Bundes- und Landespolizei, Feuerwehr, THW und auch tschechischen Kollegen. Der Einsatz der Bundeswehr sei bis zum 7. August geplant, sagte Lamprecht. Sie hofft, “bis dahin ist die Gefahr gebannt”.
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), Sachsens Abgeordneter Michael Kretschmer (CDU, l) und Bundeswehrgeneral Carsten Breuer am Montag im Krisengebiet. © dpa/Sebastian Kahnert
16.23 Uhr: Die Stadt Dresden hat ein Feuerwerks- und Grillverbot verhängt
Die Stadt Dresden hat ein Feuerwerks- und Grillverbot verhängt. Grund dafür sei die erwartete und anhaltende Dürre und die damit verbundene hohe Brandgefahr, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. Das Verbot gilt vom 2. August bis 30. September 2022. Das Verbot soll verhindern, dass sich brennbares Material durch Funkenflug entzündet und einen Brand verursacht. Bei der Eindämmung des Brandrisikos müssen auch großflächige Brandeinsätze vermieden werden, um Kapazitäten an anderer Stelle verfügbar zu machen.
Am Wochenende gab es massive Kritik an den Behörden, weil sie trotz Dürre ein Feuerwerk bei den Kaisermania-Konzerten von Schlagersänger Roland Kaiser genehmigt hatten.
16.14 Uhr: Der Bund übernimmt die Kosten des Einsatzes der Bundeswehr in Sachsen
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) sicherte dem Freistaat Sachsen am Nachmittag zu, dass der Bund die Kosten für den Einsatz von Bundeswehrkräften im Waldbrandgebiet der Sächsischen Schweiz trage. „In dieser Situation sind die Kosten nie abgerechnet worden. Daher sehe ich keinen Anlass, davon abzuweichen“, sagte Lambrecht Schmilka. Seit Tagen ist das Militär mit Hubschraubern des Typs NH90 und H145 in der Gegend im Einsatz. Auch die Bundeswehr stellte einen Tanker zur Verfügung.
15.45 Uhr: Der Verteidigungsminister überfliegt die Brandzone
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) verschafft sich bei ihrem Besuch in der Sächsischen Schweiz auch aus der Luft einen Überblick über die Lage. Am Nachmittag begann in Schmilka ein Helikopter-Erkundungsflug. Mit an Bord war auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer. Dieses Video zeigt, was sie gesehen haben:
14:50 Uhr: Regen in Bad SchandauWie erwartet begann es am Montagnachmittag im betroffenen Gebiet zu regnen. So glücklich die Einsatzkräfte über die teilweise heftigen Regenfälle sein werden, so besorgt sind sie vor allem über die Aussichten für die nächsten Tage. Denn trocken muss es bleiben, bei Temperaturen über 30 Grad. Meteorologen erwarten bis Freitag keinen weiteren Niederschlag. Der Regen am Montagnachmittag endete nach etwa 15 Minuten.
14.45 Uhr: Kretschmer meldet sich in der Sächsischen Schweiz
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kehrt heute zurück, um sich ein Bild von der Lage im Waldbrandgebiet der Sächsischen Schweiz zu machen. Begleitet wird der CDU-Politiker außerdem von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU), dem Landrat des Bezirks Sächsische Schweiz und Erzgebirge, Michael Geisler (CDU) und Bundeswehr-Generalleutnant Carsten Breuer .
Auch ein Hubschrauberflug über das betroffene Gebiet steht auf der Agenda des Ministers und des sächsischen Regierungschefs. Diese sollte am alten Grenzbahnhof Schmilka beginnen. Anschließend wollen sich beide kurz vor den anwesenden Journalisten äußern.
Kretschmer war bereits in Bad Schandau vor Bundesverteidigungsminister Lambrecht. © Marko Förster
12.05 Uhr: Rund 900 Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrände in Tschechien
Bei der Bekämpfung des Waldbrandes im Nationalpark Böhmische Schweiz ist die Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute um 150 auf rund 900 gestiegen. „Unser Ziel ist es, das betroffene Gebiet so weit wie möglich zu reduzieren“, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte im öffentlichen CT-Fernsehen.
Der Waldbrand betrifft etwa 1.000 Hektar. Eine Woche nach Ausbruch war das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Problematisch seien unter anderem die Bereiche des sogenannten Tiefen Tals, rund um die Flügelmauer (Kridelni stena) und die Felsen oberhalb der Grenzstadt Hřensko, sagte der Sprecher. Auf tschechischer Seite standen etwa 250 Löschfahrzeuge, sechs Hubschrauber und fünf Löschflugzeuge bereit.
In Hřensko wächst die Sorge, dass die Sommersaison verloren gehen könnte. Normalerweise nehmen jährlich rund 400.000 Menschen an Schifffahrten auf der Kamnitz durch die Edmundsklamm teil.
Feuerwehrleute haben in der Umgebung von Hřensko eine besondere Herausforderung. Dort müssen die Anwohner ihre Häuser verlassen. © “CZ-Wolke”
Einwohner von Mezná, Mezní Louka und Hřensko werden weiterhin evakuiert, berichtet der Fernsehsender CT24. Der Feuerwehr gelang es am Sonntag, das gesamte Einsatzgebiet zu reduzieren. Die abgebrannte Fläche umfasst laut Feuerwehrsprecherin Martina Götzová 1.060 Hektar.
Bei einem Brand in der Nähe von Hřensko sind am Samstag acht Feuerwehrleute verletzt worden, einer von ihnen schwer. Sechs tschechische Feuerwehrleute wurden am Sonntag laut CT24 verletzt, einer musste mit einer Knieverletzung im Krankenhaus behandelt werden.
8:45 Uhr: Tschechischer Pilot: So ein Feuer haben wir noch nie gesehen
Hubschrauberbesatzungen, die bei der Bekämpfung des Feuers in der Böhmischen Schweiz helfen, haben am Flughafen Ústí nad Labem eine Basis gefunden, berichtet das Nachrichtenportal novinky.cz. Hier werden die Maschinen aufgeladen und die Flüge mit den Piloten koordiniert.
Am Sonntag wurden die von tschechischer Seite gestellten fünf Flugzeuge und sechs Hubschrauber von weiteren zehn Hubschraubern aus Deutschland unterstützt.
„Wir alle haben in der Vergangenheit an mehreren Waldbrandbekämpfungseinsätzen teilgenommen, aber wir waren uns einig, dass wir noch nie einem Feuer dieser Größenordnung begegnet sind“, sagte Pavel Forst, der Pilot eines der Hubschrauber der tschechischen Polizei, auf dem Nachrichtenportal.
In Mezná konnten mehrere Häuser nicht vor dem Feuer gerettet werden. © Feuerwehr
7.20 Uhr: Neuer Kamin nach Drohnenflug entdeckt
Am Montag müsse die Glut im Boden im Großer Winterberg und im Zschandgebiet eingedämmt werden, sagte der Pressesprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz. Der Boden wird umgedreht und ein Teppich aus Luftschaum ausgebreitet. Auf diese Weise müssen Barrieren gebildet werden, damit sich das Feuer nicht auf…