Mietwahnsinn in Schweizer Städten
2.5 Zimmer für über 9000 Franken im Monat!
Das ist Wahnsinn! Eine 2.5-Zimmer-Wohnung für über 9000 Franken? Diese luxuriösen Mietobjekte gibt es nicht nur in Zürich, sondern auch in Luzern, Zug und Schindellegi SZ.
1/10
Luxuswohnungen in Zürich: Wer hier wohnt, zahlt für 2,5 Zimmer 9100 Franken pro Monat.
Wer in einer Schweizer Stadt wohnt, zahlt dafür einen hohen Preis. Dass eine Wohnung in Zürich ein Loch ins Portemonnaie brennen kann, ist nichts Neues. Allerdings gibt es Mietpreise, die selbst einer Zürcherin den Atem rauben. Zum Beispiel, wenn eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit Nebenkosten für CHF 9100 ausgeschrieben wird.
Das aktuelle Beispiel zeigt, dass es offenbar keine Preisobergrenzen für Mieten gibt. Die Wohnung wird auf Homegate ausgeschrieben, berichtet Züri Today. Es befindet sich in einer Luxusüberbauung im Hamberger Park im Zürcher Riesbachquartier.
Wer im Hamberger Park wohnt, kann Services wie Haustier- und Hemdenservice sowie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen natürlich gegen Aufpreis in Anspruch nehmen.
Auch in Zug und Luzern
Diese exklusiven Mietwohnungen gibt es aber nicht nur in Zürich. Auch eine 2.5-Zimmer-Wohnung für CHF 9’000 ist aktuell auf Immoscout in der Stadt Luzern zu haben. Es ist eine Luxusresidenz des Grand Hotel National.
Ein weiteres luxuriöses Mietobjekt findet sich in Schindellegi SZ: eine 2,5-Zimmer-Wohnung für CHF 9’490 pro Monat. Immerhin: Das Penthouse ist bereits möbliert und ein Premium-TV-Paket mit 240 Sendern inklusive.
In Zug wird eine 3,5-Zimmer-Wohnung für 9500 Franken ausgeschrieben. Objekte dieser Preisklasse sind auch in Lugano TI zu finden.
Luxuswohnungen sind gefragt
Gehören diese Luxusimmobilien in den Schweizer Mietwohnungsmarkt oder sind sie eine Bedrohung für bezahlbaren Wohnraum in Schweizer Städten, die zunehmend verschwinden?
«Aktuell herrscht in der Schweiz Wohnungsmangel in allen Preissegmenten», sagt Robert Weinert (43), Leiter Immobilienmonitoring bei Wüest Partner. Im Luxussegment wurde in den letzten Jahren sehr wenig gebaut.
„Hochpreisige Mietwohnungen sind derzeit sehr gefragt, weil kapitalstarke Branchen überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze schaffen“, sagt Weinert. Damit meint der Immobilienexperte unter anderem Tech-Giganten wie Google und Facebook, die in Zürich vertreten sind.
Die Wohnungsnot wird immer schlimmer
Walter Angst (55), Mediensprecher des Zürcher Mietervereins, kritisiert diese Entwicklung: «Wenn mehr Luxussiedlungen gebaut werden, wird es ungemütlich, das zerstört die Stadt», sagte er gegenüber «Züri Today».
Das Problem: Die Wohnungsnot in der Schweiz spitzt sich zu. Im Kanton Zürich beispielsweise standen am 1. Juni 4660 Wohnungen leer. Das sind 860 Wohnungen weniger als 2021. Die Leerstandsquote sank noch weiter von 0,7 auf 0,6 Prozent.
Für einen funktionierenden Wohnungsmarkt ist jedoch eine Leerstandsquote von rund 1 Prozent erforderlich. Sinkt der Wert unter 1 Prozent, sprechen Experten von Wohnungsnot. Zuletzt lag die Leerstandsquote in der Stadt Zürich 1941 über 1 Prozent.