40 % der Fälle können verhindert werden

Alzheimer

Luftverschmutzung, Bewegungsmangel und Tabakkonsum gehören zu den Risikofaktoren für Alzheimer. Bis zu 40 Prozent aller Fälle könnten durch Vermeidung dieser Risikofaktoren verhindert werden, sagen Experten am Welt-Alzheimer-Tag am 21. September.

16.09.2022 12.06

Online seit heute, 12.06 Uhr

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. Es ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der spezifische neuropathologische Veränderungen im Gehirn zum fortschreitenden Verlust von Gehirnneuronenzellen und ihren Verbindungen führen. Insgesamt gebe es „zwölf wichtige Risikofaktoren“, berichtet Demenzforscherin Elisabeth Stögmann von der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien. Aber nicht nur körperliche Einflüsse erhöhen das Erkrankungsrisiko. „Dass es einen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und Demenz gibt, ist schon lange bekannt“, sagt Stögmann.

mögliche Früherkennung

Das gestiegene öffentliche Bewusstsein für die Entwicklung von Demenz beunruhigt viele ältere Menschen über einen möglichen kognitiven Rückgang, berichtete Meduni. Da sich jedoch auch unabhängig von einem pathologischen Ereignis verschiedene Hirnfunktionen mit zunehmendem Alter verschlechtern, ist die Unterscheidung zwischen einem normalen und einem pathologischen Alterungsprozess nicht immer einfach und bedarf genauerer Untersuchungen.

„Wir wissen heute, dass die Ansammlung von Plaques im Gehirn zehn bis 20 Jahre vor dem Auftreten offenkundiger klinischer Symptome beginnt“, erklärt Stögmann. „Deshalb ist die Diagnostik im Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung, wie z. B. leichter kognitiver Beeinträchtigung, von besonderem Interesse“, so der Neurologe. „Hierfür sind Screening-Methoden von großer Bedeutung, die eine krankhafte kognitive Beeinträchtigung mit hoher Sicherheit ausschließen oder bestätigen können.“

Eine Therapie der Krankheitsursache gibt es noch nicht

Im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts untersucht Stögman mit mehreren Ansätzen Risikofaktoren für Demenz. Gemeinsam mit europäischen Kooperationspartnern engagieren sich Digital-Health-Initiativen und Patientenorganisationen für die Förderung der Demenzprävention. „Bis wir die Alzheimer-Krankheit oder andere Formen der Demenz aufhalten oder gar heilen können, bleibt noch viel zu tun“, betonte Stögmann. Derzeit gibt es keine zugelassene Therapie zur Bekämpfung der Ursachen, obwohl die Ergebnisse neuer Studien in den kommenden Monaten mit Spannung erwartet werden.

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