Weitaus mehr Nutzer als erwartet schafft Netflix mit einer Änderung der Abo-Zahlen
18.10.2022 23:36
Netflix ist wieder gefragt: Nach einem deutlichen Rückgang der Nutzerzahlen Anfang des Jahres verkauft der Streaming-Pionier nun deutlich mehr Abos als erwartet. Das attraktive Programm kostet das Unternehmen allerdings auch einiges.
Netflix schnitt im dritten Quartal dank Erfolgsserien wie „Stranger Things“ und „Dahmer: Monster“ deutlich besser ab als erwartet. Im Quartal bis Ende September verbuchte der Streaming-Gigant insgesamt 2,4 Millionen neue kostenpflichtige Abos, wie er nach US-Börsenschluss mitteilte. Netflix erzielte damit ein Nutzerwachstum von 4,5 % im Jahresvergleich und übertraf sowohl die eigene Prognose von einer Million Neukunden als auch die des Finanzmarktes deutlich. Die Aktie reagierte nach der Handelssitzung zunächst mit einem Kurssprung von mehr als 10 Prozent.
Netflix 241.80
Zum Ende des Quartals hatte Netflix weltweit insgesamt mehr als 223 Millionen Benutzerkonten. Bis Anfang des Jahres rechnet das Unternehmen mit weiteren 4,5 Millionen Kunden. Damit hat Netflix den Negativtrend der ersten sechs Monate des Jahres 2022, als die Nutzerzahlen zwei Quartale in Folge gesunken waren, zunächst gestoppt. An das Wachstum der Vergangenheit kann der Streaming-Anbieter, der unter starkem Konkurrenzdruck von Konkurrenten wie Disney+, Hulu und HBO steht, allerdings noch nicht anknüpfen: Im letzten Quartal 2021 hatte Netflix 8,3 Millionen Nutzer neu registriert
Um sich im harten Wettbewerb der Videodienste zu behaupten, gibt Netflix zudem viel Geld aus. Der Nettogewinn sank im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar (1,42 Milliarden Euro). Im laufenden Quartal rechnet das Unternehmen sogar nur noch mit einem Gewinn von 163 Millionen US-Dollar. Zumindest scheinen sich die Investitionen auszuzahlen. Nicht nur die Nutzerzahlen und die Geschäftsaussichten haben positiv überrascht, Netflix übertraf auch beim Umsatz die Markterwartungen mit einem Wachstum von 6 Prozent auf 7,9 Milliarden US-Dollar.