WM-Medienberichte
Der dänische Fußballverband erwägt einen Austritt aus der FIFA
Stand: 11:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Dänemark verfehlt das Tor aus einem Meter – Video-Highlight
Ein hart umkämpftes Match auf Augenhöhe und die erste Null des Turniers. Dänemark und Tunesien ziehen 0:0. Es gab noch einige spannende Momente. Die Dänen verschenken leichtfertig die größte Siegchance. Das Highlight im Video.
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Das Vorgehen der Fifa im Kampf um den „One Love“-Verband sorgte vor allem bei europäischen Teams für Empörung. Dänemark scheint über einen Austritt aus dem Weltverband nachzudenken. Der Direktor des dänischen Verbands erklärt, wie die FIFA die Mannschaften zwang, auf ein Unentschieden zu verzichten.
Der Streit um die von der FIFA verbotenen “One Love”-Armbinden nimmt kein Ende. Neben dem DFB hatten sich sechs weitere europäische Verbände dem Druck der Fifa gebeugt, die allesamt darauf verzichteten, ihre Kapitäne mit den farbigen Armbinden auf den Platz zu schicken. Beim ersten WM-Auftritt gegen Japan (1:2) trug DFB-Kapitän Manuel Neuer die obligatorische FIFA-Armbinde, als Geste hielten sich die Spieler für das Foto der Mannschaft vor dem Spiel den Mund zu.
Aber was ist mit einer echten Pattsituation der WM-Teilnehmer gegen die willkürlichen Regeln der Fifa und ihres Chefs Gianni Infantino? Die Antwort könnte der dänische Verband geben: Offenbar ist die DBU bereit, den Weltverband zu verlassen.
Überlegungen dazu gab es schon lange vor Beginn der WM, wie “The Athletic” berichtet. Verbandschef Jesper Möller erklärte demnach: „Das ist keine Entscheidung, die wir jetzt getroffen haben. Unsere Position ist schon länger klar. Wir haben das im Norden seit August besprochen.“
Innenminister Faeser trägt in Doha ein „One Love“-Armband
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) setzte beim Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Japan ein klares Zeichen und trug die von der FIFA verbotene „One Love“-Armbinde auf dem Platz. Auf Twitter teilte er ein Foto von sich mit dem Verband am linken Arm.
Aktuelle Ereignisse hätten ihn zum Nachdenken angeregt. Möller: „Ich habe noch einmal darüber nachgedacht. Ich kann mir vorstellen, dass es Herausforderungen geben könnte, wenn Dänemark einen Alleingang macht. Aber mal sehen, ob wir nicht über Dinge reden können. Ich muss darüber nachdenken, wie ich das Vertrauen in die FIFA wiederherstellen kann. Wir müssen bewerten, was passiert ist, und dann eine Strategie entwickeln, auch mit unseren nordischen Kollegen.”
Die dänische Nationalmannschaft spielte zum Auftakt der WM in dezenten Protesttrikots gegen Tunesien (0:0).
Quelle: dpa/Mike Egerton
Werden Dänemark und andere Länder die FIFA wirklich verlassen? Auch die kurzfristig einberufene Pressekonferenz am Mittwoch zeigte, dass der dänische Verband einer offenen Konfrontation mit der Fifa nicht abgeneigt ist. Jakob Jensen, Direktor der DBU, verriet, wie die FIFA Druck auf die Verbände ausgeübt hatte.
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“Am 21. November hat die FIFA um eine dringende Sitzung gebeten, um die Angelegenheit zu besprechen. Die Fifa kam in das Hotel der englischen Mannschaft und stellte klar, dass es sportliche Sanktionen geben würde, wenn jemand die Bandage trage. Und sie sagten, es gebe mindestens eine gelbe Karte”, sagte Jensen sagte. Im Klartext: Es standen noch härtere Strafen als nur gelbe Karten im Raum.
Die Methoden der FIFA sind „inakzeptabel“
Ex-Nationalstürmer Möller nannte die Methoden der Fifa “inakzeptabel”. Er fügte hinzu: “Wir distanzieren uns entschieden von den Methoden der FIFA. Die Tatsache, dass wir keine klare Antwort auf mögliche Sanktionen haben, sagt alles.”
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Deutscher Protest vor Beginn der WM
Der DBU zieht erste Konsequenzen: Im Zuge der skandalösen Auftritte des Fifa-Präsidenten will der Verband Infantino nicht mehr unterstützen. Der Verband hofft, rechtzeitig für die Wiederwahl im März 2023 einen Ersatzkandidaten für den Schweizer zu finden, obwohl die Bewerbungsfrist laut Fifa am vergangenen Mittwoch abgelaufen ist.
„Es gibt nur einen Kandidaten und wir müssen sehen, ob es nicht doch einen anderen Kandidaten gibt. Denn es ist noch Zeit“, sagte DBU-Chef Möller. Eines sei klar: „Dänemark wird den jetzigen Präsidenten nicht unterstützen. Wir müssen jetzt reagieren. Und wir haben das Gefühl, dass wir das wirklich tun müssen.
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