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Erstellt: 05.09.2022, 19:12
Von: Hannah Blanket
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Ein drittes Hilfspaket trifft ein. Bundeskanzler Olaf Scholz stellte die Pläne vor. Konkretere Pläne gibt es unter anderem für den Nachfolger des 9-Euro-Scheins.
Hamm – Es wurde als “massiv” angekündigt, aber konkrete Messungen waren bisher nicht bekannt. Die Ampelkoalition hat sich am Samstag (3. September) auf weitere finanzielle Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland geeinigt. Bundeskanzler Olaf Scholz und weitere Vertreter der Bundesregierung stellten am Sonntag die Maßnahmen vor.
Das dritte Hilfspaket soll ein Gesamtvolumen von mehr als 65.000 Millionen Euro haben. Es ist höher als beide im Frühjahr zusammen, sagte Scholz. Die geplanten Maßnahmen “entlasten alle Haushalte, also auch Rentner, Studenten, Fachschüler und Auszubildende”, heißt es in der Beschlussvorlage, die zuvor verschiedenen Medien vorlag. Analyse: Welche Maßnahmen kommen Arbeitnehmern, Rentnern, Studenten und Sozialhilfeempfängern zugute?
Drittes Hilfspaket: Energiepauschale für Rentner und Studenten
Unter anderem ist ab dem 1. Dezember eine Energiepauschale als Einmalzahlung an Rentner in Höhe von 300 Euro und an Studenten in Höhe von 200 Euro vorgesehen. Diese Personengruppen waren in der Energiepauschale des ersten Entlastungspakets nicht enthalten. Studenten und Minijobs standen nur in bestimmten Fällen 300 Euro zu.
Auch Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte die “größte Wohngeldreform” seit langem an. „Das hilft Menschen mit kleinem Einkommen“, sagte Scholz. Das Wohngeld wird auch eine permanente Klimakomponente und eine permanente Heizkostenkomponente enthalten, um steigende Energiepreise weiter abzufedern. Kurzfristig, von September bis Dezember 2022, erhalten Inhaber einen einmaligen Bonus für die Zusatzheizung in Höhe von 415 Euro.
Drittes Hilfspaket: Der Nachfolger des 9-Euro-Scheins kommt
Zudem haben sich SPD, Grüne und FDP auf ein Nachfolgemodell für den 9-Euro-Schein geeinigt. Der Preis des Tickets steht allerdings noch nicht endgültig fest. Angestrebt sei eine Preisspanne zwischen 49 und 69 Euro pro Monat, heißt es in der Beschlussvorlage. Über einen Nachfolger des 9-Euro-Scheins wurde lange diskutiert. Das 365-Euro-Ticket scheint vom Tisch zu sein. Die Verkehrsunternehmen hatten ein Ticket von 69 Euro im Monat ins Spiel gebracht. Die SPD hatte einen 49-Euro-Staatsschein als Ersatz für den 9-Euro-Schein gefordert.
Das dritte Hilfspaket auf einen Blick
- Rentner erhalten zum 1. Dezember eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro.
- Studierende erhalten zum 1. Dezember eine einmalige Zahlung in Höhe von 200 Euro.
- Der Nachfolger des 9-Euro-Scheins kommt. Zwischen 49 und 69 Euro im Monat soll es ein nationales Ticket geben. Geht es nach Verkehrsminister Volker Wissing, soll das Ticket Anfang 2023 eingeführt werden. Für das Nachfolgemodell stellt der Bund 1,5 Milliarden Euro bereit.
- Ab dem 1. Januar 2023 erhöht sich der Kinderfreibetrag um 18 Euro pro Monat für das erste und zweite Kind. Außerdem wird der Höchstbetrag des Kindesunterhalts auf 250 Euro monatlich erhöht.
- Das Wohngeld wird zum 1. Januar 2023 reformiert: Es soll eine permanente Klimakomponente und eine permanente Heizkostenkomponente enthalten.
- Darüber hinaus erhalten Wohngeldempfänger einen einmaligen Zuschuss zu den Heizkosten für den Zeitraum September 2022 bis Dezember 2022. Er erreicht einen einmaligen Betrag von 415 Euro für einen Einpersonenhaushalt, 540 Euro für zwei Personen und zusätzlich 100 Euro für jede weitere Person.
- Das Einkommen der Bürger wird eingetragen. Anfang 2023 werden die Regelsätze für Bedürftige auf 500 Euro angehoben.
- Ab dem 1. Januar 2023 werden die Richtwerte im Einkommensteuertarif angepasst.
- Der globale Anteil der Arbeitnehmer an der Einkommensteuer wird um 200 Euro auf bis zu 1200 Euro erhöht.
- Die Entfernungspauschale für Fernreisende wurde bis 2026 von 35 auf 38 Cent erhöht.
- Von Oktober 2022 bis Ende März 2024 gilt für den Gasverbrauch ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent statt des Normalsteuersatzes von 19 Prozent.
- Für den Grundverbrauch gilt künftig ein reduzierter Strompreis. Für einen darüber hinausgehenden Mehrverbrauch würde der Preis nicht gedeckelt.
- Die EEG-Umlage wird ab 2023 endgültig wegfallen. Stromversorger müssen den Ausfall an die Kunden weitergeben, damit alle Bürger davon profitieren.
- Die Homeoffice-Flatrate ist unbefristet. Absetzbar sind einkommenssteuerliche Aufwendungen von fünf Euro pro Tag vom Büro in die Wohnung, maximal 600 Euro pro Jahr.
- Die Beschäftigungshöchstgrenze im Übergangsbereich (Midijob) steigt zum 1. Januar 2023 auf 2.000 Euro monatlich.
Neues Hilfspaket für Deutschland: „Das Land sicher durch diese Krise führen“
„Deutschland steht geeint in schwierigen Zeiten. Als Land werden wir diese schwierige Zeit meistern“, sagte Bundeskanzler Scholz. Zum Zweck der Erleichterung sagte er: „Es geht darum, unser Land sicher durch diese Krise zu bringen.“ Viele Menschen machten sich derzeit Sorgen. „Wir nehmen all diese Bedenken sehr, sehr ernst“, betonte Scholz noch einmal: „Du wirst niemals alleine gehen, wir werden niemanden allein lassen.“ (mit afp/dpa)