Aktualisiert am 10. August 2022, 19:48 Uhr
Ab Oktober: Gehaltsabrechnungen werden bald ungültig. Post besorgt über Frust am Schalter
Wer Rechnungen mit roten oder orangen Einzahlungsscheinen bezahlt, hat dazu bis Ende September Zeit. Viele Unternehmen reichen jedoch weiterhin Formulare ein, die bald ungültig werden.
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Rote und orange Gehaltsabrechnungen sind nach einer zweijährigen Übergangsfrist nur noch bis zum 30. September gültig…
20 Minuten / Raphael Knecht
… danach ist die QR-Rechnung gültig.
SECHS
Bisher reichen jedoch noch etwa 30 Prozent der Unternehmen diese bald ungültigen Formulare ein.
20 Minuten/Simon Glauser
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Ab dem 1. Oktober akzeptieren Zahlstellen nur noch QR-Rechnungen.
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Dann können die Einzahlungsscheine nicht mehr verwendet werden.
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Aber 30 Prozent der Rechnungssteller versenden immer noch veraltete Gehaltsabrechnungen.
Lohnabrechnungen gibt es in der Schweiz seit über 100 Jahren, doch ab Oktober verschwinden sie. Dann sind sieben verschiedene Einzahlungsscheine bei Post und Banken nicht mehr gültig. Stattdessen gelten nach einer zweijährigen Übergangsfrist nur noch QR-Rechnungen und E-Rechnungen, wie die Börsenbetreiberin SIX mitteilt. Entwicklung der QR-Rechnung.
Für die Verbraucher ändert sich nicht viel, sagt Patrick Graf, Verwaltungsratspräsident von SIX Interbank Clearing. Die Rechnung sieht anders aus, aber die Einzahlung funktioniert wie bisher. Sie müssen lediglich mit Daueraufträgen aktiv werden und sich an ihre Bank wenden oder diese im E-Banking anpassen. „Ansonsten werden Daueraufträge nicht mehr ausgeführt und es kommt zu Mahnungen“, sagt Graf.
Die Zeit wird knapp
Rechnungssteller wie Krankenkassen, Telekommunikationsunternehmen und andere sollten laut Graf keine alten Einzahlungsscheine mehr versenden. Sonst würde den Kunden bei den üblichen 30-tägigen Zahlungsfristen für Rechnungen die Zeit ausgehen.
QR-Rechnungen machten in der ersten Augustwoche über 70 Prozent aller in der Schweiz verarbeiteten Rechnungen aus. „Die Quote wird deutlich steigen, weil wir wissen, dass derzeit einige größere Rechnungssteller umstellen“, sagt Graf.
Er erkennt jedoch auch an, dass einige Unternehmen möglicherweise nicht rechtzeitig wechseln können, weil sie möglicherweise zu spät beginnen. Viel wichtiger ist, dass sie es so schnell wie möglich tun. „Wer eine alte Gehaltsabrechnung bekommt, sollte sich an diese Firma wenden und eine QR-Rechnung verlangen“ (siehe Interview unten).
Auch bei der Post kämen mehr als ein Viertel der Kunden mit alten Lohnabrechnungen zum Schalter, sagte Sprecherin Léa Wertheimer auf Nachfrage. Am 9. August waren von den fast 200.000 Einlagen etwa 53.000 in alten Formen.
Diese Kunden muss die Post ab Oktober leer nach Hause schicken, weil sie mit den alten Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Deshalb ist die Post etwas besorgt und hofft, dass alles gut geht.
Die Mitarbeiter der Post haben sich mit viel Herzblut um einen guten Service bemüht. „Deshalb ist es für sie unbefriedigend, wenn sie den Kunden nicht helfen können“, sagt Wertheimer. Sie erwartet Verständnis und möglichst wenig Frust auf beiden Seiten der Theke.
“Bezahlen per QR-Rechnung ist viel bequemer”
Patrick Graf, Verwaltungsratspräsident von SIX Interbank Clearing
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Warum ersetzt die QR-Rechnung den Einzahlungsschein?
Patrick Graf: „Sie vereint jetzt digitale und papiergebundene Bezahlvorgänge, ohne dass jemand sein Zahlungsverhalten ändern muss. Die Vorschriften verlangen mehr Daten gegen Geldwäsche. Mit der QR-Rechnung ist es möglich, den gesamten Datenbestand mit Rechnungssteller- und Schuldnerinformationen einzusehen.“ Mit dem Einzahlungsschein war dies nicht möglich.”
Welche Vorteile bietet mir der Schalter?
„Das Bezahlen mit QR-Rechnung ist viel bequemer. Man scannt den QR-Code mit der Handykamera und hat sofort alle Daten, die man vorher eingeben musste. Einzahlungen sind weiterhin über Electronic Banking, Postschalter, Einzahlungsautomaten oder Bank möglich Zahlungsanweisung. Für Rechnungssteller bietet die QR-Rechnung zudem den Vorteil, dass sie kein spezielles Papier für Rechnungen mehr benötigen.“
Was kann ich tun, wenn ich noch eine offene Rechnung mit einem alten Zahlungsbeleg vom Oktober habe?
„Wenn Sie den Rechnungssteller persönlich kennen, können Sie auch die IBAN-Nummer eingeben. Aber große Unternehmen mit vielen Rechnungen können kaum erkennen, um wessen Zahlung es sich handelt. Deshalb empfehle ich, eine neue QR-Rechnung zu bestellen.”
Wo finde ich Hilfe zur QR-Rechnung?
„Alle Informationen zur QR-Rechnung sind auf der Website simply-zahlen.ch zu finden und einzelne Banken bieten eigene QR-Generatoren an. Wir haben auch mit zahlreichen Verbänden wie dem Schweizer Gewerbeverband und Pro Senectute zusammengearbeitet, die ebenfalls Auskunft geben. Aber die erste Anlaufstelle ist die Hausbank.”
Steigen die Einzahlungsgebühren mit der neuen QR-Rechnung?
“Nein. Die Preise bleiben gleich.”
Auch mehrere kantonale Gewerbeverbände nennen mit alten Lohnabrechnungen Gebühren von rund 30 Prozent. Bei Daueraufträgen ist die Quote jedoch noch höher. Laut Nathalie Hertig, Sprecherin der Bank Valiant, basieren trotz verschiedener Kommunikationsmassnahmen rund die Hälfte der Daueraufträge der Bank immer noch auf Lohnabrechnungen. Ähnliche Erfahrungen macht die Berner Kantonalbank, wie Sprecher Florian Kurz sagt.
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