Asyl: Nehammer sieht Menschenrechtskonvention-Debatte „viel breiter“

Laut Bundeskanzler Karl Nehammer ist das europäische Asylsystem „versagt“, die Europäische Union habe ein „Sicherheitsproblem“, das nun ausgebaut werden solle.

Für Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) müsse die von ÖVP-Klubpräsident August Wöginger angestoßene Debatte um die Europäische Menschenrechtskonvention “viel breiter” gesehen werden. Grund dafür sei das Scheitern des europäischen Asylsystems, sagte Nehammer am Mittwoch nach dem Ministerrat: „Österreich ist ein Binnenstaat und hat mehr als 90.000 Asylanträge, das ist zu viel und zeigt, dass der Schutz der EU außen vor liegt Grenzen funktionieren nicht.”

Es ist ein Sicherheitsproblem für die Europäische Union. Deshalb will er als Bundeskanzler auf europäischer Ebene, aber auch mit dem grünen Koalitionspartner diskutieren, wie die Sicherheit Österreichs, aber auch der EU weiter ausgebaut werden kann.

Kritik und Unterstützung für Wöginger

Angestoßen wurde die Diskussion von Vereinspräsident Wöginger, der sich für eine Revision der EMRK ausgesprochen hatte. Dafür erhielt er von den meisten Staatsoberhäuptern Unterstützung. Und auch Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) sieht Handlungsbedarf, da ihre „überzogene Auslegung“ der Rechtsprechung des europäischen Asylsystems zuweilen „absurde Situationen“ heraufbeschworen habe.

Weniger zufrieden mit dem Vorschlag ist der Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Parteikollege Othmar Karas, der die Europäische Menschenrechtskonvention als “humanistische Errungenschaft” bezeichnet. Wer sie in Frage stellt, sieht einen der Eckpfeiler unserer Demokratie. Der Vorstoß habe ihn „fassungslos“ gemacht, sagte Karas. Und auch Bundesverfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) bezeichnete den EGMR als „nicht verhandelbar“.

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