Auch Markus Söder fordert Flugabwehrsysteme für deutsche Großstädte

Bayerischer Ministerpräsident von Deutschland

Söder fordert auch Flugabwehrsysteme für deutsche Großstädte

Stand: 02:24 | Lesezeit: 3 Minuten

“Wir müssen Raketen- und Flugabwehrsysteme in deutschen Städten installieren”, fordert Markus Söder.

Quelle: dpa/Daniel Löb

„Es reicht nicht, unsere Partner zu schützen, wir müssen dasselbe für unser eigenes Land tun“: CSU-Chef Markus Söder fordert einen „kompletten Schutzschirm über Deutschland“. In Sachen Corona will man keine Maskenpflicht in Innenräumen einführen.

Nach der Lieferung eines deutschen Flugabwehrsystems Iris-T SLM an die Ukraine fordert CSU-Chef Markus Söder den Kauf dieser Militärtechnik zum Schutz deutscher Städte. „Wir müssen Raketen- und Flugabwehrsysteme in deutschen Städten installieren“, sagte Söder der „Bild am Sonntag“. „Damit hätten wir einen vollständigen Schutzschild über Deutschland. Es reicht nicht, unsere Partner zu schützen, wir müssen dasselbe für unser eigenes Land tun.“

Deutschland hat vor wenigen Tagen das erste hochmoderne Luftverteidigungssystem Iris-T SLM an die Ukraine geliefert. Drei weitere dieser Systeme werden im nächsten Jahr folgen.

Mit der Iris-T SLM können anfliegende Raketen in einer Höhe von bis zu 20 Kilometern und in einer Entfernung von bis zu 40 Kilometern abgewehrt werden. Das System könne laut Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) „eine ganze Stadt vor russischen Luftangriffen schützen“.

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Im selben Interview warnte Söder vor einer Zunahme des Extremismus und rief die demokratischen Parteien zu mehr Einigkeit auf. „Angst und Unsicherheit sind der Treibstoff für Extremisten“, sagte er. „Der Mix aus Krisen wie Energie und Corona kann zu Überforderungen und einer Destabilisierung der Demokratie führen. Deshalb müssen demokratische Parteien klare Positionen zeigen, weniger argumentieren und der Öffentlichkeit Mut machen.“

Er forderte Bundeskanzler Scholz auf, den Koalitionsstreit um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken zwischen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) zu beenden. „Der Kanzler muss seine politische Kompetenz nutzen und die beiden Streithähne zur Ordnung rufen. Der öffentliche Streit schadet nicht nur dem Ansehen der Ampel, sondern lähmt auch die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung und schwächt damit die Demokratie insgesamt.“

Söder gegen die Maskenpflicht in Innenräumen

Söder sprach sich auch gegen die Wiedereinführung einer Maskenpflicht in Innenräumen aus. „Ich zögere im Moment. Jeder kann sich schützen, indem er freiwillig eine Maske trägt und sich impfen lässt“, sagte er.

Eine bundesweite Maskenpflicht besteht lediglich in Fernverkehrszügen und -bussen, Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen. Darüber hinaus können Länder sie bei Bedarf ins Landesinnere bringen.

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Söder wies die Kritik von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Münchner Oktoberfest zurück: „Die Bundesregierung hat entschieden, dass diese Feste stattfinden können. Merkwürdig, dass sich Herr Lauterbach jetzt über die ‚Wiesn‘ ärgert. Übrigens die Zahlen.“ nehmen auch andernorts zu. Aber wie bei vielen vergleichbaren großen Volksfesten sind die Kronenzahlen erst gestiegen und dann wieder gesunken. Aus meiner Sicht war es eine gute „Wiesn“.

Im Vorfeld der Wiesn waren die Infektionszahlen in Bayern und vor allem in München dramatisch gestiegen. Jetzt sinken sie wieder. Kliniken dort stehen unter enormem Druck und registrieren so viele Corona-Patienten wie nie zuvor.

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