Bilanzranking der reichsten 300: Milliardäre spüren die Krise kaum

Ranking “Bilanz” von Milliardären

Hier sind der Aufstieg und Fall der Superreichen des Jahres

Es ist eine illustre Liste, das «Bilanz»-Ranking der 300 Reichsten der Schweiz. Während die Krise den Superreichen nicht viel gebracht hat, gibt es bereits einige interessante Veränderungen.

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Die Reichsten der Schweiz spüren die Krise kaum.

Christian Kolbe Wirtschaftsredakteur

Sogar die Superreichen der Schweiz spüren die Krise ein wenig. Das Gesamtvermögen der reichsten Schweizerinnen und Schweizer beläuft sich nach wie vor auf 820,975 Milliarden Franken. Der Vermögensverlust beläuft sich auf 825 Millionen Franken und verteilt sich auf 300 sehr wohlhabende Schultern, wie aus dem Ranking «Bilanz» «Die 300 Reichsten» der Schweiz hervorgeht.

Dennoch bemerkenswert: Der kleine Rückgang ist der erste seit der Finanzkrise 2008/09. Und es dürfte sich nächstes Jahr wiederholen, denn die Zeichen an den Aktienmärkten und der Weltwirtschaft stehen alles andere als auf Erholung.

Blochers Vermögen wurde um 5 Milliarden reduziert

Doch ob Corona, Krieg in der Ukraine oder Inflation, günstige Möbel sind immer gefragt. Seit 21 Jahren steht die Familie des Ikea-Gründers Ingvar Kamprad (1926-2018) an der Spitze des Rankings. Heute verwalten die Söhne Jonas (56), Peter (58) und Mathias Kamprad das von der «Bilanz» geschätzte Vermögen zwischen 54 und 55 Milliarden Franken.

Allerdings hat die Krise nur die Top Ten der Reichsten erschüttert. Besonders betroffen waren die Industriellen: So wurden die Familien Schindler und Bonnard aus dem exklusiven Club ausgeschlossen. Schwächt sich die Konjunktur ab, sinkt die weltweite Nachfrage nach Aufzügen und Fahrtreppen deutlich. Weit abgeschlagen ist noch die Familie Blocher, deren Vermögen um 5 Milliarden auf rund 14 bis 15 Milliarden Franken reduziert wurde.

lukrative Schiffe

Aber das macht Platz für neue. Für den aufgehenden Stern des Jahres zum Beispiel die Familie Aponte, Herrscher des Reedereigiganten Mittelmeer-Reederei MSC. Die gesamte Schweizer Hochseeflotte besteht aus nur 19 Schiffen von eher bescheidener Grösse. Kein Vergleich zu Apontes, das von Genf aus 730 Giganten der Weltmeere steuert, darunter 23 Luxuskreuzfahrten. Die Containerschifffahrtsraten sind dank unterbrochener Lieferketten und der gestiegenen Nachfrage nach Konsumgütern im Zuge der Pandemie in die Höhe geschossen. Damit ist MSC, gegründet von Ex-Kapitän Gianluigi Aponte (82), mit einem Vermögenszuwachs von 11 auf rund 19 bis 20 Milliarden Franken der Krisengewinner unter den Superreichen.

Alles nur geerbt? Falsch! Einige der Kinder von Unternehmern und Gründern können sich ganz gut selbst versorgen. So wie Laura Paulus (34), die Tochter von Logitech-Gründer Daniel Borel (72). Der Investor engagiert sich bei Peak Health Capital in den Bereichen digitale Gesundheitsversorgung, personalisierte Ernährung und Kindeswohl. Zusammen mit ihrem Mann Michael gehört sie mit einem geschätzten Vermögen zwischen 1 und 1,5 Milliarden Schweizer Franken zur oberen Hälfte der 300 reichsten Menschen der Schweiz.

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