Der deutsche Autohersteller gab auf der CES in Las Vegas Details zum kommenden BMW OS bekannt. Voraussichtlich Mitte 2023 erscheint BMW OS9.Am auffälligsten ist die komplette Überarbeitung der Benutzeroberfläche, die sich noch stärker an bestehenden Nutzergewohnheiten orientieren soll.
Das neue OS9 (oben) ist viel cooler. Der Startbildschirm nimmt die Karte als Basis. Die Klimatisierung wurde deutlich vereinfacht.
Anstatt die Hauptnavigation, Telefonie und Medienanwendungen beim Aufruf in Form kleiner Karten darzustellen, stellt OS9 die Kartendarstellung klar in den Vordergrund. Die Wettersteuerung, die manchmal noch in OS8-Untermenüs versteckt ist, wurde deutlich vereinfacht. „Bei OS8 sind wir davon ausgegangen, dass Kunden die Klimatisierung einmal einrichten und dann nur noch selten benötigen. Tatsächlich werden häufigere Zugriffe benötigt, denen wir mit den Vereinfachungen im Update begegnen“, sagt Stephan Durach, SVP. der BMW Group Connected Company mit der c’t.
Der wichtigste Schritt hinter den Kulissen ist die Umstellung von einem selbst zusammengestellten Linux-Kernel auf Linux-basiertes Android als Basis zukünftiger Infotainmentsysteme für neue BMWs. „Für Android gibt es eine Vielzahl an integrierbaren Applikationen, die wir in den Linux-basierten Systemen mühsam implementieren mussten“, erklärt Durach. Das Unternehmen verwendet ein offenes Android, das sich entsprechend anpasst und mit BMWs GUI abgedeckt wird.
Als App-Store setzt BMW nicht auf den Google PlayStore, sondern auf den Store des Kooperationspartners Aptoide. Mit Aptoide arbeitet man an einem kuratierten Store, der nur für BMW passende Apps enthält. Das kann auf jeden Fall ein Gelegenheitsspiel werden, schließlich kann man Zeit damit verbringen, das Elektroauto aufzuladen.
Ein Vergleich von BMW OS Komponenten mit und ohne Android.
(Bild: BMW)
Viele bestehende Fahrzeuge erhalten ein Update auf OS9. Die Basis bleibt jedoch erhalten. Eine aktuelle Serie 7, die mit einem Linux-basierten System der dritten Generation ausgeliefert wird, wird nicht auf Android aktualisiert, ein Zugriff auf Aptoide und die dort angebotenen Apps wird also nicht möglich sein.
Linux bleibt übrigens auch in neuen Modellen erhalten. Die Shared-Services-Schicht läuft zwischen der Hardware und dem Android-Infotainmentsystem. Es ist und bleibt Linux.
Android Auto zur Anbindung von Smartphones, Android Open Source als Basis oder Google Automotive: BMW geht künftig den Zwischenweg, um Anwendungen einfacher integrieren zu können.
(Bild: BMW)
(scha)
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