DAX im Aufschwung Neue Hoffnung an den Aktienmärkten

Marktbericht

Stand: 03.08.2022 16:16

Ist nicht alles so schlimm zwischen den USA und China? Diese Hoffnung unterstützt Kurse unter der Woche. Ablenkung bieten auch die zahlreichen Bilanzen des Unternehmens für das zweite Quartal.

Die Welt würde in den Abgrund blicken, wenn die aktuellen Spannungen um Taiwan eskalieren würden. Aber die meisten Investoren scheinen es nicht zu glauben. Der DAX konnte am frühen Nachmittag seine zwischenzeitlichen Verluste wieder aufholen und legt aktuell stündlich um ein halbes Prozent zu.

Allerdings beunruhigen die politischen Spannungen zwischen den USA und China die Anleger. Seitdem hat China den USA mit „Strafen“ gedroht und erste Wirtschaftssanktionen gegen Taiwan verhängt. Außenminister Wang Yi warf den Vereinigten Staaten vor, die chinesische Souveränität „unter dem Deckmantel der sogenannten ‚Demokratie‘“ zu missachten.

Wirtschaftsupdate vom 03.08.2022

Stefan Wolff, Personal, 08.03.2022 09:53

Die Wall Street ist wieder zuversichtlicher

Nach dem Schwächeanfall der letzten Nacht startete die Wall Street am Mittwoch mit einer Erholung. Eine gute halbe Stunde nach Handelsstart notiert der Dow Jones um 0,7 Prozent höher. Die neu veröffentlichten Industrieaufträge für Juli stiegen stärker als erwartet um 2,0 Prozent. Auch der kürzlich veröffentlichte PMI für den US-Dienstleistungssektor war mit 56,7 Punkten höher als erwartet.

Index der Einkaufsmanager in Euro unterhalb der Wachstumsschwelle

Aus Europa trafen am Morgen eine Reihe von Konjunktursignalen ein. Trotz Energiekrise und Rekordinflation befindet sich die Wirtschaft der Eurozone im Juli nur auf einem moderaten Schrumpfungskurs. Der PMI des Privatsektors fiel um 2,1 auf 49,9 Punkte. Er fiel erstmals seit Februar 2021 wieder unter die Wachstumsschwelle von 50, wie der Finanzdienstleister S&P Global in seiner Umfrage unter Tausenden von Unternehmen auf Basis endgültiger Daten bekannt gab.

Die deutschen Exporte nehmen deutlich zu

Deutsche Exporteure erzielten im Juni aufgrund der guten Nachfrage aus den EU-Ländern, den USA und China Rekordgewinne. Die Exporte wuchsen im Vergleich zum Vormonat um 4,5 Prozent und beliefen sich damit laut Statistischem Bundesamt auf 134,3 Milliarden Euro. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet. Allerdings führen sie den Anstieg des nominalen Exportvolumens teilweise auf höhere Preise zurück. VP Bank Chefökonom Thomas Gitzel warnte deshalb vor zu viel Euphorie bei der Interpretation der Zahlen.

Euro unter 1,02 $

Der Euro ist unter 1,02 $ gefallen und wird derzeit bei 1,0170 $ gehandelt. Auf dem Devisenmarkt hat die „Krisenwährung“ Dollar angesichts der Spannungen mit China gegenüber dem Euro zugelegt.

Die OPEC+ entlastet den Markt kaum

Die Ölpreise sind am Nachmittag nur geringfügig niedriger. Ein Barrel Nordseesorte Brent kostet derzeit 100,60 $. Das erweiterte Ölkartell OPEC+ will seine Fördermengen im Herbst vorerst nur leicht erhöhen. Nach den größten Zuwächsen in den vergangenen Monaten werde das gemeinsame Tagesproduktionsziel im September um weitere 100.000 Barrel (159 Liter) erweitert, teilte die von Saudi-Russland dominierte Allianz nach ihrem heutigen Treffen mit. Die Allianz habe nur „extrem begrenzte Überkapazitäten“ und müsse diese daher sehr vorsichtig nutzen, argumentierte die OPEC+.

PayPal erhöht Prognosen

Unter den Quartalsberichten der Wall Street sticht PayPal hervor. Aktien gewinnen im frühen Handel zweistellig. Der Zahlungsabwickler hat seine Gewinnprognose aufgrund überraschend starker Quartalsergebnisse angehoben. Zusammen mit Ersparnissen und Aktienrückkäufen hätten die Papiere die Talsohle erreicht, prognostizierte Analyst Christopher Brendler vom Researchhaus DA Davidson. Er bekräftigte daher seine Kaufempfehlung und sein Kursziel von 120 $.

BMW scheitert bei Investoren

Im DAX liegt die BMW-Aktie mit weniger als sechs Prozent ganz hinten. Der Autobauer hatte am Morgen einen Gewinnrückgang gemeldet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern lag im zweiten Quartal mit 3,43 Milliarden Euro fast ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Am Ende stand ein Konzernüberschuss von 3.050 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal trotz des Auslieferungsrückgangs um 21,6 Prozent auf knapp 34,8 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr senkte BMW jedoch aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds den Ausblick für den Autoabsatz.

Siemens Healthineers umgekehrt

Auch die Aktien von Siemens Healthineers fallen. Höhere Einkaufs- und Logistikkosten sowie Blockaden in China führten im letzten Quartal zu einem Gewinnrückgang. Das bereinigte operative Ergebnis ging um fast ein Fünftel auf 765 Millionen Euro zurück. Nach Steuern waren es 364 Millionen Euro und damit acht Prozent weniger als vor einem Jahr…

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