DAX vorübergehend unter 12.000 Punkten Keine Gnade an der Börse

Marktbericht

Stand: 28.09.2022 12:16 Uhr

Der DAX bleibt mittags unter Druck. Anleger fliehen vor erneuten Rezessionsängsten und Angst vor weiteren Zinserhöhungen. Auf der anderen Seite wurden die 12.000 Punkte reduziert.

Der DAX kämpft derzeit um die 1.000-Runden-Marke und notiert 1,7 Prozent tiefer. Zwischenzeitlich wurden Kurse unter 11.900 Punkte erreicht, bevor eine kleine Erholungsbewegung einsetzte. Damit hat sich der gestrige Abwärtstrend beschleunigt.

schwierige Situation

Forderungen von Zentralbankern nach weiteren Zinserhöhungen lasteten gestern Abend auf der Wall Street. Auch die Angst vor einer tieferen Energiekrise ist weit verbreitet, unter anderem aufgrund von Lecks in den beiden Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2.

Die EZB will die Zinsen noch weiter anheben

Auch in der Eurozone kursiert die Sorge, dass die Zentralbanken im Kampf gegen die Inflation die Wirtschaft ersticken. Die Europäische Zentralbank (EZB) darf laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde ihren Zinserhöhungskurs im Kampf gegen die grassierende Inflation nicht aufgeben. „Wir müssen die Inflation mittelfristig auf zwei Prozent zurückführen, und wir werden tun, was wir tun müssen, nämlich die Zinsen in den nächsten Sitzungen weiter zu erhöhen“, sagte er heute in Frankfurt.

Wirtschaftsupdate vom 28.09.2022

Bettina Seidl, Personalabteilung, 28.9.2022 09:46 Uhr

Deutsche Verbraucher haben schlechte Laune

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat ein neues Allzeittief erreicht. Der Index der Marktforscher der GfK in Nürnberg weist für Oktober ein Minus von 5,7 Punkten auf 42,5 Punkte aus. Es fällt zum vierten Mal in Folge. Seit der Verbraucherbefragung für Gesamtdeutschland 1991 wurde kein schlechterer Wert gemessen. Laut GfK sind viele Haushalte derzeit gezwungen, deutlich mehr Geld für Energie auszugeben.

Der Euro versucht sich zu stabilisieren

Am Morgen liegt die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,9535 $ wieder auf einem 20-Jahres-Tief. Der Euro wird derzeit bei 0,9552 gehandelt. Die US-Währung wird von allgemeiner Unsicherheit getrieben, da sie als Reservewährung der Welt gilt. Hinzu kommt die straffe Geldpolitik der US-Notenbank, die sich mit kräftigen Zinserhöhungen gegen eine hohe Inflation stemmt.

Deutsche Börse vor DAX

Mit einem Plus von 1,3 Prozent widersetzt sich die Aktie des Börsenbetreibers derzeit am stärksten dem allgemeinen Markttrend. Auch die Aktien von Merck und SAP legen leicht zu. Aktien von Infineon, Zalando und der Deutschen Bank verzeichneten deutliche Verluste. Wie andere US-Banken muss das Institut eine Strafe von 125 Millionen Dollar an die SEC zahlen.

Stahlindustrie unter Druck

Ein negativer Kommentar der Analysten von JPMorgan zur europäischen Stahlindustrie drückte die Aktien von ThyssenKrupp und Salzgitter im MDAX um jeweils rund zwölf Prozent. Kloeckner und die österreichische Voestalpine verloren ebenfalls rund zehn und sieben Prozent.

Biogen inspiriert Morphosys

Im TecDAX stieg die Aktie des Biotech-Unternehmens gegen den Trend um rund 18 Prozent. Das amerikanische Unternehmen Biogen und sein japanischer Forschungspartner Eisai Co hatten gestern Abend lang erwartete Daten aus einer Studie mit dem neuen Alzheimer-Medikament Lecanemab veröffentlicht. Daher kann das Medikament das Fortschreiten der Krankheit deutlich verlangsamen. Unternehmen planen bereits, die Zulassung zu beantragen. Die Aktie von Biogen wird wahrscheinlich um etwa 50 Prozent höher gehandelt und den gesamten Sektor mit nach unten ziehen.

Wer bekommt eine Porsche Aktie?

Die Bezugsfrist für Aktien der Porsche AG endet heute, danach wird der Ausgabepreis der Aktien bekannt gegeben. Es dürfte am oberen Ende der Preisspanne von 82,50 Euro liegen. Damit wird die Volkswagen-Tochter zum Start des Börsengangs mit satten 75 Milliarden Euro bewertet und damit der größte Börsengang von Porsche Deutschland seit mehr als 25 Jahren.

Vonovia will es wegen der Energiekosten nicht verlassen

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will Mietern wegen hoher Energiekosten nicht kündigen. „Bei uns verliert niemand eine Wohnung, nur weil er die Heizkosten nicht bezahlen kann“, wird „Welt“-Geschäftsführer Rolf Buch zitiert. Intensiv behandelt werden Einzelfälle, in denen Mieter aufgrund hoher Energiepreise in Schwierigkeiten geraten sind. Bei Bedarf können Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen werden. „Eine fristlose Kündigung …

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