Denise Häusermann hat in Südafrika geschummelt: Sie sitzt seit 7 Jahren in der Falle!

Denise Häusermann (70) sitzt nachdenklich auf einer Bank in Sandton, einer Stadt in der südafrikanischen Provinz Gauteng. „Ich lebe hier seit 13 Jahren“, sagt der Bielencianer. Aber die Hälfte davon war “ein Alptraum”. Der Grund: “Weil mir ein Agent auf der Stelle gefälschte Aufenthaltspapiere verkauft hatte, durfte ich sieben Jahre lang das Land nicht verlassen und sitze immer noch hier fest!”

Die gelernte Kauffrau, die nach ihrer Lehre in der Reise- und Beautybranche tätig war, lebt seit 2004 mit ihrem zweiten Mann in Interlaken BE. Im Januar 2009 reisten die beiden nach Johannesburg, um eine Freundin zu besuchen. “Wir haben uns entschieden, dorthin zu migrieren”.

Südafrika war sein Traum

Nach sechs Wochen reist das Paar zurück in die Schweiz und will die Abreise planen. „Aber sieben Wochen später starb mein lieber Mann an Darmkrebs“, sagt Häusermann. „Da habe ich beschlossen, alleine nach Südafrika zu ziehen. Weil es unser Traum war.“

Häusermann sagt, er habe daraufhin bei der südafrikanischen Botschaft in Bern eine vierjährige Aufenthaltsbewilligung für Rentner beantragt. Sie galt ab dem 22. September 2009. „Ich bin im Oktober 2009 nach Johannesburg geflogen.“ Anschließend mietet er ein Haus in Sandton.

Häusermann suchte einen Einwanderungsagenten

Dann gründet er einen neuen Freundeskreis und verteilt Essen an die Armen für eine Kirche, weil er nicht arbeiten darf. “Ich habe die Anfangsjahre genossen.” Da seine Aufenthaltsbewilligung am 21. September 2013 abläuft, kehrt Häusermann in die Schweiz zurück. “Ich wollte das Grab meiner Eltern besuchen und bei der südafrikanischen Botschaft in Bern eine Verlängerung meiner Aufenthaltsbewilligung beantragen.”

Dort wurde ihm erklärt, dass er nun sogar Anspruch auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis habe und diese beim Department of Home Affairs (Doha) in Südafrika beantragen könne. „Sie rieten mir, mit einem Touristenvisum nach Johannesburg zurückzukehren und dort einen Einwanderungsbeamten zu finden, der sich um alles kümmert.“

“Ich war so glücklich!”

Im April 2014 fliegt Häusermann zurück und findet einen Agenten. Ein Freund begleitet sie zum Gebäude des Innenministeriums, wo sie ihn treffen. “Er hat einen guten Eindruck hinterlassen.” Er verlangt seinen Pass, acht Passfotos und 10’000 ZAR (ca. 580 CHF) Spesen.

Später gab der Beamte den Pass zurück, der nun die Niederlassungserlaubnis enthielt. Häusermann: „Ich war sehr zufrieden!“ Der Agent verlangte zusätzlich 3.500 ZAR für einen südafrikanischen Pass oder ein Identitätsdokument. “Später hat mir ein Kollege meinen vorläufigen Ausweis gegeben.” Danach wartete er auf Ausweis und Pass und lebte normal weiter.

Anwaltsnotizen: Gefälschte Papiere!

Es passierte im Februar 2015. „Im Supermarkt wurde mir aus meiner großen Tasche das Portemonnaie geklaut“, sagt Häusermann. “Pech gehabt, denn da war mein vorläufiger Ausweis und mein Reisepass mit der Aufenthaltsmarke!” Er versuchte vergeblich, den Agenten und Doha zu erreichen.

Also erstattete er Anzeige bei einer Anwaltskanzlei und ging im Juli 2015 mit einem Kollegen zu einem Anwalt. „Er fand heraus, dass meine südafrikanischen Papiere gefälscht waren!“, sagt Häusermann. Er versuchte erneut, den Agenten zu kontaktieren, aber ohne Erfolg.

Als „unerwünschte Person“ bezeichnet

Für Häusermann beginnt ein Kampf um “mein Ansehen, Gerechtigkeit und Freiheit”. Denn: “Doha hat mich am 7. Juli 2015 zu einer unerwünschten Person gemacht.” Er durfte das Land nicht verlassen und durfte trotzdem nicht arbeiten und hatte vor lauter Kosten immer weniger Geld. “Es war eine jahrelange juristische Odyssee.”

Späterfolg: „Am 28. Februar dieses Jahres wurde mein Fall vor dem High Court in Pretoria verhandelt, und ich habe gewonnen“, sagt Häusermann. “Der Richter hat den Minister in Doha gebeten, mich sofort freizusprechen.” Dies geschah im April.

Alles beginnt wieder von vorne

Häusermanns Problem: „Ich werde immer noch als Illegale behandelt. Bis mein Anwalt in Doha mir einen Status verschafft hat.“ Das bedeutet: „Ich muss mit einem Antrag auf Aufenthaltserlaubnis von vorne beginnen. Und das, obwohl ich seit fast 13 Jahren in Südafrika lebe!“

Außerdem müssen Sie ein monatliches Einkommen von ZAR 37.000 nachweisen. „Die ich nicht habe“, sagt Häusermann. Er hatte bereits Schmuck verkauft und musste seinen Bruder um Geld bitten. Mit seiner Rente kann er kaum Essen und Miete bezahlen. Klar ist: „Sobald mein Anwalt alles arrangiert hat, muss ich Südafrika verlassen.“ Nun wartet er auf vorläufige Hilfe des EDA.

Die Botschaft in Pretoria “unterstützt” Häusermann

Auf Anfrage von Blick beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten in Bern sagte Sprecher Pierre-Alain Eltschinger: «Die Schweizer Botschaft in Pretoria steht in regelmässigem Kontakt mit Frau Häusermann und ist über ihren Fall informiert.» Und: „Die Botschaft unterstützt Sie im Rahmen des konsularischen Schutzes.“ Für Denise Häusermann ist das eine „gute Nachricht“. Jetzt sind sie an der Reihe: “Abwarten und sehen.”

Auf Antworten zu dem Fall wartet der Blick von den zuständigen Behörden in Südafrika vergeblich.

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