Der Bundesratskandidatin Michèle Blöchliger haftet ein zweifelhaftes Pflaster an

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Nidwaldner SVP-Regierungsrätin Michèle Blöchliger ist die einzige Frau in der Partei, die derzeit Bundesrätin werden will.

Das auch. Nidwaldners SVP mit Doppelbürgerschaft und Regierungsrätin Michèle Blöchliger (55) tritt nicht an. Tatsächlich war seine Kandidatur für den Bundesrat bereits beendet, weil er nicht offen berichtete, dass er neben der Schweizer auch die britische Staatsbürgerschaft besitze.

Nun wird auch publik, dass er nebenberuflich bei der Firma Delin Bionics mitarbeitet, wie die «NZZ am Sonntag» publik machte. Dem Artikel zufolge verkauft das Unternehmen nur ein Produkt, ein „reflektierendes Pflaster“. Hierbei handelt es sich um ein Pflaster zur Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie zur Verbesserung der Regeneration und Wundheilung.

Blöchliger verwendet Kreide

“Unser patentiertes Delin Bionics ‘Reflector Patch’ aktiviert die Regulationsmechanismen der Mikrozirkulation durch Selbststimulation von Körperzellen”, heißt es in einem Informationsblatt des Unternehmens. Dies führt zu der positiven Wirkung des Pflasters.

Gemäss dem Artikel bedient sich die SVP-Politik selber Kreide. I: Seit 2020 ist er Anteilseigner am Grundkapital der Gesellschaft. Laut Handelsregister erhöhte er seinen Anteil im Frühjahr 2021 auf 43’000 Franken. Blöchligers Ehemann hält laut Zeitung den gleichen Anteil.

In der oben erwähnten Firmenakte sind neben den beiden Firmengründern auch die Regierungsrätin Blöchliger und ihr Ehemann als Mitglieder des Verwaltungsrats aufgeführt. Allerdings erklärt der Regierungsrat in dem Artikel, dass diese Darstellung falsch sei: «Ein Factsheet auf der Website des Unternehmens ist irreführend aufgebaut und wird umgehend angepasst», sagt Blöchliger.

Der Politikchef urteilt: „Blöchliger würde sicherlich nicht gewählt werden“ (01:08)

Unbenannte Firma

Sie ist weder Geschäftsführerin noch Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Er war nur Teil des Strategiebeirats des Unternehmens, aber nie operativ tätig. Richtig ist hingegen, dass ihr Mann in der Geschäftsführung für Finanzen und Recht zuständig ist.

In seinem Lebenslauf steht Blöchliger, der neben Albert Rösti (55), Werner Salzmann (59), Hans-Ueli Vogt (52) und Heinz Tännler (62) den Rücktritt von Ueli Maurer (71) im Bundesrat nachfolgen will Verpflichtung zu Delin Bionics nicht explizit erwähnt. Er sagt nur, dass er seit 2018 als strategischer Coach für ein Start-up arbeitet.

Kritik auf dem Bürgersteig

Es hilft Blöchliger sicherlich nicht, dass die Wirkung des Pflasters umstritten ist und die Studie, auf die sich das Unternehmen stützt, fragwürdig ist. Vor anderthalb Jahren sagte der Zürcher Hausarzt Thomas Walser gegenüber dem Verbrauchermagazin «Saldo», es gebe keine Belege für einen Nutzen. Diese Kritik wiederholte er gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Eines ist klar: Blöchliger klebt der „Reflexstreifen“. Ohnehin ist es für Regierungsräte nicht einfach, von der Bundesversammlung gewählt zu werden. Parlamentarier wählen lieber jemanden, den sie kennen und von dem sie glauben, dass er weiß, wie man sich im Bundesrat verhält.

Wenig Selbstvertrauen

Aber Blöchliger sagte nicht die Wahrheit über die doppelte Staatsbürgerschaft. Nun gibt es auch Verbindungen zu einem Unternehmen, das ein Produkt vertreibt, dessen Wirkung wissenschaftlich nicht zweifelsfrei belegt ist.

Ob es Blöchliger überhaupt auf das offizielle Zweier- oder Dreier-Ticket der SVP schaffen wird, ist noch nicht klar. Die Fraktion entscheidet in drei Wochen. Aber man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass die Mehrheit von National- und Ständerat keine esoterische Gebäckpolitik im eidgenössischen Bern will und dass die Chancen von Salzmann und Rösti grösser sind. (pt)

Mehr Informationen zu den Bundesratswahlen vom 7. Dezember

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