Der deutsche Film- und Theaterregisseur Dieter Wedel ist gestorben

20. Juli 2022

Wedel war bereits am 13. Juli gestorben. © APA/dpa/Uwe Anspach

Der am 13. Juli in Hamburg verstorbene deutsche Regisseur Dieter Wedel ist gestorben, teilte das Landgericht München I am Mittwoch mit, wo es ein Strafverfahren gegen Wedel gab. Eigentlich wollte das Gericht am Mittwoch endlich verkünden, ob es zu einem Prozess gegen Wedel kommt. Nach Angaben des Gerichts wird gegen ihn ein Verfahren eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft hatte Wedel im März vergangenen Jahres eine Anzeige aus dem Jahr 1996 vorgeworfen bestritten. Wedels Anwälte sprachen bei der Anklageerhebung von der Vorstrafe und betonten die Wahrscheinlichkeit, dass die Anklage überhaupt nicht zugelassen werden könne, obwohl das in der deutschen Justiz so gut wie nie vorkomme.

Der Anwalt des Nebenklägers Tempel monierte dagegen kürzlich die Verzögerung der Klage gegen den Regisseur. „Seit der Anklageerhebung sind mehr als 14 Monate vergangen“, schrieb Rechtsanwalt Alexander Stevens Mitte Mai in einer Spätklage. Temple leide “sehr unter der langen Dauer des Verfahrens”. Er trat sogar in einen kurzen Hungerstreik, um gegen die Verzögerung des Gerichts bei der Entscheidung zu protestieren. Noch bevor die Staatsanwaltschaft Anzeige erstattete, hatte sie drei Jahre lang ermittelt.

Wedel war einer der erfolgreichsten deutschen Filmemacher. Mit seiner mehrteiligen Serie begeisterte er ein Millionenpublikum und schrieb Fernsehgeschichte. Über Wedels Geburtsdatum gab es zu Lebzeiten widersprüchliche Angaben. Nach aktuellen Informationen des Münchner Amtsgerichts wurde er am 12. November 1939 geboren. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 82 Jahre alt.

Er begann seine Arbeit in den 1990er Jahren. Auf Erfolge folgten: „Der große Bellheim“ (1993), „Der Schattenmann“ (1996), „Der König von St. Pauli“ (1998) und „Die Semmeling-Affäre“ (2002). Als der Geschichtenerzähler sein neustes Werk veröffentlichte, sprach man mit einer Mischung aus Bewunderung und Neugier vom „neuen Wedel“. Das klang wie ein Gütesiegel und stellte sich oft als wahr heraus.

Bevor die Vorwürfe gegen ihn im Rahmen der sogenannten #MeToo-Debatte bekannt wurden, war Wedel Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Beim Open-Air-Theaterfestival hatte der promovierte Theaterwissenschaftler Zuschauerrekorde aufgestellt und dafür gesorgt, dass viele Promis zur Eröffnung über den roten Teppich liefen.

In Wedels Privatleben ging es turbulent zu. Er hat sechs Kinder von sechs Frauen, einen Sohn mit der 2019 verstorbenen Hannelore Elsner.

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