Der Start der US-amerikanischen Mondmission „Artemis I“ wurde erneut abgesagt

Stand: 04.09.2022 05:21 Uhr

Auch der zweite Versuch klappte nicht: Wenige Stunden vor dem geplanten Start brach die NASA den unbemannten Testflug der Mission „Artemis I“ erneut ab. Zuvor war ein Kraftstoffleck entdeckt worden. Einen neuen Starttermin gibt es noch nicht.

Auch die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat den zweiten Startversuch ihrer unbemannten Mondmission abgebrochen. Artemis-I-Launch-Manager Charlie Blackwell-Thompson brach den Versuch ab, sagte ein Sprecher. Grund war ein Leck, das nicht geschlossen werden konnte. Wenige Stunden vor dem geplanten Start der Rakete wurde sie in einem Rohr entdeckt, über das etwa drei Millionen Liter Wasserstoff und flüssiger Sauerstoff in die Tanks gepumpt werden sollten.

Der Start von „Artemis-1“ wurde erneut wegen defekter Tanks auf frühestens Ende September verschoben

Kerstin Klein, ARD Washington, Tagesthemen 23:25, 4.9.2022

Das Team hatte mit dem Auftanken begonnen, als ein Überdruckalarm ertönte. Der Vorgang wurde unterbrochen und dann fortgesetzt. Minuten später trat jedoch Wasserstoff aus einem der Triebwerke der Rakete aus. Stundenlange Versuche, das Problem zu lösen, schlugen fehl. Drei Stunden vor Beginn des Zeitfensters für den Start wurde dieser abgesagt. Die Wasserstofftanks seien zu diesem Zeitpunkt zu elf Prozent gefüllt gewesen, teilte die Nasa mit.

Der Start am Montag wurde bereits abgesagt

Der Abflug war in einem zweistündigen Zeitfenster ab 20:17 Uhr deutscher Zeit geplant. Es sollte nächste Woche keine Wiederholung geben. Sie untersuchen derzeit, warum die Probleme aufgetreten sind und welche Reparaturen erforderlich sind, sagte NASA-Administrator Jim Free am späten Samstagabend. Die nächsten Veröffentlichungsfenster sind der 19. September bis 4. Oktober und der 17. Oktober bis 31. Oktober. Laut NASA-Manager Bill Nelson wird der Artemis-Start möglicherweise erst in der zweiten Oktoberhälfte stattfinden, da Anfang Oktober der Weltraumbahnhof von Cape Canaveral für eine Reise zur Internationalen Raumstation (ISS) benötigt wird.

Bereits am Montag hatten technische Schwierigkeiten den geplanten Start der Rakete ins All verhindert. Anfang der Woche unterbrach ein defekter Sensor in einem Motor und ein Kraftstoffleck – woanders als jetzt – die Startvorbereitungen. Die NASA hatte jedoch angekündigt, dass alle Probleme nun behoben seien.

Die Raumkapsel „Orion“ soll mit Hilfe der Schwerlastrakete „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet werden, den Mond umkreisen und rund 40 Tage später wieder im Pazifik landen. Der Testflug „Artemis I“ dient auch dazu, mit der Mission „Artemis II“ in einigen Jahren wieder Menschen auf den Mond schicken zu können. Verläuft das Projekt erfolgreich, sollen 2024 erstmals wieder Astronauten auf der Nachfolgemission „Artemis II“ den Mond umrunden. Frühestens 2025 sollen dort wieder Menschen mit „Artemis III“ landen.

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