Die Parteipolitik mischte sich diesmal offensichtlich nicht ein. Alfred Hudler, einer der besten Marketingmanager des Landes, wurde an diesem Mittwoch vom Aufsichtsrat zum neuen Leiter der Spanischen Hofreitschule ernannt.
Im Mittelpunkt der Anzeige stand nicht das Wissen rund ums Pferd, es gibt genug im Unternehmen. Der neue Leiter muss über Führungserfahrung in Unternehmen ähnlicher Größe verfügen, betriebswirtschaftliche Kenntnisse mitbringen und ein Profi in Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb mit Erfahrung in internationalen Märkten sein.
All diese Kriterien erfüllt Alfred Hudler perfekt. Der charismatische 63-Jährige bringt jahrzehntelange Erfahrung als Vorstand einer traditionsreichen österreichischen Unternehmensgruppe mit. Er begann 1991 bei Vöslauer und wurde vier Jahre später CEO. Es gelang, den Marktanteil von 15 auf 40 Prozent zu steigern und die langjährige Nummer eins (Römerquelle) zu schlagen. Die konservative Marke Vöslauer wurde unter ihm international und glamourös, Hudler holte sich Superstars wie Claudia Schiffer als Testimonials.
2018 wechselte Hudler als CEO zum Mutterkonzern Ottakringer. Sein Vertrag mit dem Vorstand lief letztes Jahr aus. Hudler blieb als Berater an Bord. Auch als Manager verfügt der ehemalige Leistungssportler über Qualitäten als Teamplayer und wird seine Erfahrung als Mannschaftssportcoach im Pferdesport einbringen können. Hudler war Profihandballer und Nationalspieler.
Professionalisierung
Seine Aufgabe ist es nun, die altehrwürdige Reitsport-Institution zu professionalisieren und Ruhe ins Unternehmen zu bringen. Mit Sonja Klima hatte sich die Stimmung im Unternehmen stark verschlechtert. Das internationale Beratungsunternehmen EY hat die Reitschule unter die Lupe genommen und großen Handlungsbedarf festgestellt. In Bezug auf die externe und interne Positionierung wurden klare Zielsetzungen und eine Mehrjahresplanung für alle Abteilungen, ein überarbeitetes Organigramm mit klarer Aufgabenverteilung, die Implementierung eines Prozessmanagements und die Implementierung einer Revisionsabteilung intern aufgrund der Aufsicht empfohlen. Tafel
Sowohl EY als auch der Rechnungshof hatten Straffung der Strukturen und Kosteneffizienz empfohlen. Es sei wichtig, fasste EY zusammen, die Balance zwischen exzellentem traditionellem Reiten und modernen Angeboten zu finden. Ein CEO ist für die Unternehmensgröße ausreichend, zusätzlich muss aber eine starke zweite Führungsebene installiert werden. Das Vier-Augen-Prinzip funktioniert mit einem Zeichnungsberechtigten.