Abnehmen ohne auf leckeres Essen zu verzichten? Das verspricht falsches Fasten. Die Diät soll Zellen regenerieren und Gewicht verlieren.
Was ist für dich das Schlimmste an einer Diät? Bei meinem Freund ist es definitiv die schlechte Laune, die ich habe, weil ich wieder Hunger habe. Diäten sind nichts für mich. Kalorien zählen oder Mahlzeiten auslassen? Nein danke.
Falsches Fasten hingegen verspricht eine Diät ohne Opfer oder Hunger. Das Fasten soll von allen Vorteilen profitieren, die das klassische Fasten mit sich bringt. Aber: Essen darf man trotz Fasten. Paradox? Irgendwie. Wir erklären, was falsches Fasten ausmacht.
Im Video: Abnehmen durch Gehen
Ihr Browser kann dieses Video nicht abspielen.
Video von Jessica Young
Was ist simuliertes Fasten?
Das Prinzip des simulierten Fastens ist einfach:
- Reduzieren Sie die Nahrungsmenge für fünf Tage auf etwa die Hälfte Ihrer normalen Kalorienzahl.
- Am ersten Tag sind zur „Gewöhnung“ rund 1.100 kcal eingeplant, an den anderen vier Tagen nur rund 800 kcal.
- Nach dem fünften Tag ist ein Übergangstag geplant, um den Körper langsam an die erhöhte Kalorienzufuhr zu gewöhnen.
Das Heilmittel wurde von Professor Valter Longo von der University of Southern California erfunden. Die „Imitationsfasten-Diät“ sagt deinem Körper, dass du fastest, obwohl du tatsächlich isst.
Auf diese Weise sollen gesundheitsfördernde Wirkungen ähnlich wie beim Heilfasten erzielt werden.
was isst du fasten
Die Scheinfastendiät besteht aus kalorienarmen Mahlzeiten und Snacks, die zudem eiweiß- und zuckerarm sind.
Allerdings sollten die drei Mahlzeiten am Tag den Fastenden mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen.
Diese Lebensmittel sind erlaubt
Falsches Fasten basiert ausschließlich auf pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse und Salaten. Pflanzliche Fette werden aus Nüssen, Olivenöl oder Avocado gewonnen, während pflanzliche Proteine beispielsweise in Form von Hülsenfrüchten serviert werden.
Außerdem sollten Sie ausreichend ungesüßtes Wasser und ungesüßten Tee trinken. Zucker, weißer Reis, Nudeln, Brot und alle tierischen Produkte sind dagegen verpönt.
Wie funktioniert simuliertes Fasten?
Ziel des simulierten Fastens ist es, durch die spezielle Ernährungsform ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis im Körper herzustellen.
Gleichzeitig wird dem Körper „vorgegaukelt“, dass er fastet. Dadurch sollen die Prozesse der Reinigung und Zellerneuerung des Körpers selbst aktiviert werden.
Gleichzeitig kann ab dem dritten Tag die sogenannte Ketose auftreten. Einige von euch kennen diesen Begriff vielleicht aus der Keto-Diät.
Wird der Körper kohlenhydratfrei, beginnt er Fett aus der Nahrung und aus den körpereigenen Fettspeichern in Ketonkörper umzuwandeln und nutzt diese als Energielieferanten. Das Ergebnis: Abnehmen.
Warum werden keine tierischen Produkte konsumiert?
Auf tierische Produkte und damit auch auf tierische Proteine zu verzichten, erscheint vielen Menschen, die bereits Erfahrung mit Diäten haben, unlogisch. Tierische Proteine werden hier oft als „Füllstoffe“ verwendet.
Bernd Kleine-Gunk, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anti-Aging-Medizin, erklärte im Gespräch mit Geo: „Tierisches Eiweiß gibt dem Körper das Signal zum Wachstum.
Denn die Zellen sollen die laufenden Bauprozesse stoppen. Nur in dieser Ruhephase kümmert sich der Körper um defekte Zellen.
Lesen Sie auch: Fastenkontrolle: Was Sie über Heilfasten & Co. wissen müssen
Scheinfasten: Das steht auf dem Speiseplan
Fake Fasting wird als eigenes Programm mit vorgefertigten „ProLon®“-Boxen angeboten. Diese Box enthält Suppen, Oliven, Nussriegel oder spezielle „L-Drinks“ für die fünf Kurtage.
So könnte ein 800-Kalorien-Tag aussehen:
- Frühstück: Teeriegel und Nüsse
- Mittagessen: Kekse, Tomatensuppe und Beilagen
- Snack: Tee und Oliven
- Abendessen: Minestrone, Beilagen und ein “L-Drink”.
Alternativ: Lassen Sie sich von den Ernährungsplänen inspirieren
Befolgen Sie bei der Zubereitung Ihrer Mahlzeiten diese „Regeln“:
- Essen Sie 400 Kalorien in komplexen Kohlenhydraten pro Tag. Hier dreht sich alles um Gemüse: Brokkoli, Karotten, Bohnen, Pilze und mehr landen auf dem Teller.
- Streben Sie täglich 400 Kalorien aus gesunden Fetten an. Hier können Ihre Rezepte zum Beispiel Nüsse, Oliven, Avocados oder Olivenöl verwenden.
- Trinken Sie außerdem 3-4 Tassen ungesüßten Tee und so viel Wasser wie Sie möchten
Unser Lesetipp: Gesunde Ernährung: 10 einfache Tipps
Wie oft fastest du?
Die Fastenkur kann alle zwei bis sechs Monate durchgeführt werden, natürlich sollte man zwischen den Fastentagen nicht sofort Kuchen und Nudeln essen. Auch das würde den Körper nach Tagen des Fastens überfordern.
Stattdessen sollten Sie bei der Zubereitung der Mahlzeiten für die verbleibenden Wochen nach dem Sirt-Food-Prinzip vorgehen.
Was ist das Prinzip von Sirtfood?
Das Prinzip ist nach Sirtuinen benannt. Das sind körpereigene und multifunktionale Enzyme, deren Aktivität durch bestimmte Pflanzenstoffe gesteigert werden kann.
Diese Stoffe finden sich zum Beispiel in Brokkoli, Grünkohl, Äpfeln, Heidelbeeren oder Zwiebeln. Wenn Sie zwischen den Fasten nach diesem Prinzip essen, erhöhen Sie auch den Zellumsatz.
Welche weiteren Vorteile hat die Scheindiät?
Neben der Steigerung der Fettverbrennung, des Zellrecyclings und der Zellregeneration werden der Kur noch eine Reihe weiterer Vorteile nachgesagt:
- Verbesserte Leistung
- mehr Energie
- Aktivierung des Stoffwechsels, dadurch Verbesserung des Blutzucker- und Cholesterinspiegels
- Reduzierung des Körperfettanteils
Studien deuten auch darauf hin, dass sich eine durch Fasten verursachte Zellerneuerung positiv auf eine Vielzahl von Krankheiten auswirken kann, wie zum Beispiel Krebs oder Herzerkrankungen.
Mehr Lesestoff zum Thema: Intervallfasten – So geht’s!
Wer sollte die Fake-Diät meiden?
Wie bei jeder Diät ist Scheinfasten nicht jedermanns Sache. Kinder, Jugendliche und Schwangere sollten beispielsweise nicht an der Diät teilnehmen.
Es gelten jedoch weitere Teilnahmebeschränkungen:
- Krankheiten: Wer sich nicht wohl fühlt und zum Beispiel Fieber oder Husten hat, sollte auf die Diät verzichten. Und auch bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma raten wir vom Fasten ab.
- Allergien: Wenn Sie allergisch gegen Soja, Hafer, Sellerie, Sesam oder Nüsse sind, ist diese Art der Ernährung nichts für Sie.
- Essstörungen: Wenn Sie an einer Essstörung leiden oder untergewichtig sind, sollten Sie keine Diät machen.
NEWSLETTER
Neuigkeiten, Tipps und Trends… wir haben viele interessante Themen für Sie!
Jetzt wissen Sie, worum es bei der Fake-Diät geht. Was denkst du, würdest du diese „Diät ohne Verzicht“ ausprobieren?
Unser Rat an Sie: Welche Ernährungsweise am besten zu Ihnen passt, müssen Sie selbst herausfinden. Jeder Körper ist anders und reagiert anders auf Veränderungen. Grundsätzlich sind viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung die wichtigsten Mittel für ein gesundes Leben und einen fitten Körper.