kmpkt Neue Diagnose?
Die Art und Weise, wie Sie den Stift halten, kann Aufschluss über Ihr Alzheimer-Risiko geben
Stand: 04:12 | Lesezeit: 4 Minuten
Die Art, wie Sie schreiben oder zeichnen, kann Aufschluss über den kognitiven Zustand Ihres Gehirns geben
Diese: Unsplash.de/Lilartsy
Alzheimer ist die häufigste Demenzform und derzeit nicht heilbar. Wird die neurologische Störung jedoch früh erkannt, können Therapien den Verlauf erleichtern. Forscher haben nun eine möglicherweise revolutionäre Methode der Früherkennung erkannt.
Neurologen der Tsukuba-Universität in Japan gehen davon aus, dass bis zu 75 Prozent aller Patienten mit Demenz noch nicht als solche diagnostiziert wurden. Die unheilbare Hirnerkrankung ist tückisch: Bei der häufigsten Form der Alzheimer-Krankheit sterben nach und nach Nervenzellen im Gehirn ab. Dadurch werden die Betroffenen zunehmend vergessen, verwirrt und orientierungslos.
Das kann helfen
Lässt sich eine Demenz frühzeitig erkennen, stehen die Chancen zumindest etwas besser, den Nervenzellabbau mit entsprechenden Therapien zu bremsen und ihm entgegenzuwirken. Deshalb arbeiten Forscher auf der ganzen Welt daran, genauere Diagnosemöglichkeiten für die Krankheit zu entwickeln.
Einer davon könnte ein Schreib- und Zeichentest sein, wie Ärzte der japanischen Universität Tsukuba in einer Studie herausgefunden haben. Sie untersuchten 92 Teilnehmer im Alter zwischen 65 und 98 Jahren aus den USA und Japan. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal JMIR Formative Research.
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Ein einfacher Schreib- und Zeichentest könnte Aufschluss über die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns geben
Nach den Ergebnissen früherer Studien vermuten Ärzte, dass es einen Zusammenhang zwischen der Art und Weise geben könnte, wie Menschen zeichnen, und dem möglichen kognitiven Verfall, sagte Professor Tetsuaki Arai, der Leiter der Studie, in einer Pressemitteilung. Bisher beschränken sich die meisten Tests jedoch auf wenige Aufgaben und sind ungenau. Daher machten sich Professor Arai und seine Kollegen daran, einen genaueren diagnostischen Zeichentest zu entwickeln.
Während es klar ist, dass Charaktermerkmale in Bezug auf Bewegung und Pause verwendet werden können, um kognitive Beeinträchtigungen zu erkennen, bleiben die meisten Screening-Tests relativ ungenau.
Die Forscher führten den Test mit einem Tablet durch
Auftrag: Getty Images / Westend61
So war der Alzheimer-Test
In dem neu entwickelten Test mussten die 92 Personen komplexe Zeichen- und Schreibaufgaben auf einem Tablet lösen. Die Forscher analysierten 22 verschiedene Merkmale ihrer Zeichentechnik: wie der Druck, mit dem der Stift gehalten wird, und der Druck des Bleistifts auf der Schreibfläche, wie viele Pausen beim Zeichnen gemacht werden, wie sie den Stift halten und auch die Geschwindigkeit, mit der sie arbeiten ziehen wird. Außerdem mussten die Teilnehmer einen bereits anerkannten Test zur Demenzdiagnose absolvieren, das sogenannte Montreal Cognitive Assessment.
Die Ergebnisse wurden dann in ein maschinelles Lernmodell mit künstlicher Intelligenz integriert, um eine Skala zwischen „normaler Kognition“, „leichter kognitiver Beeinträchtigung“ und „Alzheimer-Krankheit“ zu erstellen. Daher hängt die Einschätzung eines möglichen Alzheimer-Risikos von vielen Faktoren ab und kann nur durch einen Facharzt abschließend geklärt werden.
Die Diagnose von Alzheimer im Frühstadium ist nicht immer eindeutig
Veröffentlicht: Getty Images / MoMo Productions
Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass Menschen mit einem niedrigeren kognitiven Index auf der Skala eine größere Variabilität in ihrer Zeichengeschwindigkeit und in der Art, wie sie den Stift hielten, zeigten. Sie machten auch mehr Pausen vom Zeichnen. Die Unterschiede zwischen Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Alzheimer-Patienten waren größer als zwischen Personen mit normaler kognitiver Beeinträchtigung und solchen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Test sogar als Frühwarnzeichen zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden könnte.
Wird es in Zukunft einen Online-Test zur Demenz-Diagnose geben?
Die Forscher stellen fest, dass die Studie nur eine relativ kleine Anzahl von Teilnehmern umfasste. Die Ergebnisse seien jedoch sehr überraschend und würden klare Hinweise geben, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Man kann sich sogar vorstellen, dass anhand der Ergebnisse eine Art Selbsteinschätzung erstellt werden könnte.
Dazu muss allerdings zunächst ein Programm entwickelt werden, das Daten aus diesen Testergebnissen anonym sammelt und so langfristig Auskunft über den Krankheitsverlauf geben kann – und damit die Lebensqualität künftiger Alzheimer-Patienten verbessern kann ihre Krankheit. früher festgestellt wurde.
Ausreichende Bewegung und soziale Kontakte können das Fortschreiten der Demenz verlangsamen
Auftrag: Getty Images / Westend61
Forscher forschen immer noch an einem Heilmittel für Alzheimer. Menschen sollten sich jedoch bereits darauf konzentrieren, Risikofaktoren für eine mögliche Demenz zu vermeiden. Eine gesunde Lebens- und Ernährung im Allgemeinen, soziale Mobilität, also Begegnungen mit anderen Menschen, und ausreichend Bewegung sind große Hilfen.
Neben der Schreib- und Zeichenweise kann auch der Blick in die Augen helfen, eine Demenz frühzeitig zu erkennen:
Hast Du gewusst?