Bei der EM in England waren die Schotten nicht dabei, ihr einziger Auftritt auf der WM-Bühne war 2019, wo sie nur einen Punkt holen konnten. In der FIFA-Rangliste liegen sie auf Platz 23, knapp hinter den Österreichern, die auf Platz 20 liegen. Von den drei Duellen gegen Schottland konnten sie bisher kein einziges gewinnen, obwohl alle Spiele vor dem Sommermärchen EM 2017 (Halbfinale) stattfanden. „Auf uns wartet eine besondere Herausforderung, es ist schon eine Weile her, dass wir gegen Schottland gespielt haben, aber wir konnten noch nie gewinnen“, sagte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann.
Nach den Duellen mit England und Nordirland in der WM-Qualifikation und auch im Finale des Europapokals muss man sich erneut einem sehr robusten Gegner stellen. „Sie spielen sehr vertikal und haben sehr gute Fußballer in ihren Reihen, die teilweise in der englischen Profiliga engagiert sind. Dass wir im Ausland spielen müssen, macht die Sache auch nicht einfacher“, sagte die Wienerin. Abwehrspielerin Jennifer Beattie, 31, ist mit ÖFB-Torhüterin Manuela Zinsberger und Rechtsverteidigerin Laura Wienroither Teamkollegin des FC Arsenal.
In Italien spielt Österreichs Ersatztorhüterin Isabella Kresche neben der schottischen Stürmerin Lana Clelland in Sassuolo. Trainer der Schotten ist der 46-jährige Spanier Pedro Martínez Losa. Mittelfeldspielerin Caroline Weir spielt seit dem Sommer bei Real Madrid.
Das letzte Aufeinandertreffen mit den Schotten war eine 1:3-Niederlage am 6. März 2017 im Zypernpokal. Schottland gewann zuvor zweimal (5:0, 2:1) die WM-Qualifikation für die Endrunde 2003. Doch das macht keinen Sinn mehr, denn seitdem hat sich auf dem Platz des ÖFB so viel zum Positiven verändert.
„Wir haben bei der EURO gezeigt, wie gut wir sein können. Dies soll im Oktober bestätigt werden. Aber es ist ein harter Weg, es gibt keine leichten Gegner“, sagte Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil. Und Zinsberger ergänzte: „Wir waren schon immer eine Mannschaft, die nichts geschenkt bekommen hat, wir werden bis zum Schluss alles geben.“ Als Vierte -bester Gruppenzweiter, verpasste zum Auftakt der Playoffs ein Freilos: „Es wäre sicherlich bequemer gewesen, die erste Runde zu überspringen, aber jetzt haben wir so viel Qualität, dass wir zwei Runden überstehen.“ blickt Laura Feiersinger optimistisch in die Zukunft.
Fuhrmann wollte zum Start vor allem ein Heimspiel, weil der ÖFB-Kurs vor dem Spiel erst am 3. Oktober beginnt. Viel Vorbereitungszeit bleibt nicht. Jetzt gilt es auch, sich Gedanken über die Reiseplanung zu machen. Gut möglich, dass das Team in Schottland sein wird. Diesen Wunsch hatte Fuhrmann zuletzt nach dem 10:0 gegen Nordmazedonien für das Qualifikationsfinale geäußert. Belgien (19.) hätte schwieriger, aber mit Portugal (27.), Wales (30.) und vor allem Bosnien-Herzegowina (63.) leichter werden können.
Über den zweiten Durchgang kann sich das ÖFB-Team nicht beklagen, Island (14.) und die Schweiz (21.) wären deutlich unangenehmer gewesen als Irland (26.). Dazu kommt der Heimvorteil in einem Stadion, das noch nicht feststeht, aber aller Voraussicht nach größer wäre als Wiener Neustadt. “Auf dem Papier ist Irland der leichteste Gegner der drei gesetzten Teams, aber die Wahrheit ist immer da. Sie haben unter den ersten drei Mannschaften souverän gespielt“, sagte Fuhrmann.
Island spielt den Sieger von Portugal gegen Belgien, die Schweiz empfängt entweder Wales oder Bosnien-Herzegowina und hat daher auf dem Papier die leichteste Hürde. Allerdings gewinnen am Ende nur die beiden Teams mit den besten Punkten (inklusive der Wertung) das WM-Ticket. Der dritte Play-off-Sieger muss sein Glück im New Zealand Intercontinental Play-off im Februar 2023 versuchen.