Die Ukraine steht vor der Genesung von Lyman

Den ukrainischen Truppen im Osten des Landes droht ein weiterer Sieg im Kampf gegen die russischen Invasoren. Das American Institute for the Study of War (ISW) hat Berichte von Bloggern und russischen Militärkorrespondenten zusammengestellt, in denen die Fortschritte der Ukraine in der Nähe der Stadt Lyman detailliert beschrieben werden. Infolgedessen sind die Ukrainer dabei, russische Truppen in der Stadt einzuschließen, die Russland Ende Mai erobert hat. Ein Erfolg der ukrainischen Zangenbewegung hätte laut ISW weitreichende Folgen für die russische Front im nördlichen Donbass und eröffne der Ukraine weitere Möglichkeiten, russisch besetzte Gebiete zurückzuerobern.

Auch die ISW geht davon aus, dass eine weitere russische Niederlage die Moral der Invasoren weiter schwächen würde. Das russische Verteidigungsministerium hat seine eigenen Soldaten bisher nicht auf diese Niederlage vorbereitet. Es könnte auch die Kluft zwischen russischen Truppen und denen der selbsternannten “Volksrepubliken” vertiefen.

Auch die Ukraine profitiert bei ihren Vorstößen vom Einsatz westlicher Waffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte die Ankündigung der USA, achtzehn zusätzliche Mehrfach-Trägerraketen (HIMARS) zu liefern. „Das bringt den Sieg der Ukraine näher“, schrieb Selenskyj auf Twitter und bedankte sich bei US-Präsident Joe Biden für seine Unterstützung.

An anderer Stelle schlugen russische Truppen erneut zu. Laut ukrainischen Medien sind am Donnerstagabend bei russischen Angriffen in der Stadt Dnipro, die weit hinter der Front liegt, drei Menschen getötet worden. Mehr als 60 Häuser seien zerstört worden, sagte Gouverneur Valentyn Reznichenko. Die ukrainischen Behörden meldeten auch zivile Todesfälle in der Region Donezk.

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Angesichts des aktuellen Krieges erinnert sich die Ukraine auch an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Anlass war der Jahrestag des Massakers von Babyn Jar, bei dem mehr als 33.000 Juden im damaligen Außenbezirk von Kiew von deutschen Besatzungstruppen erschossen und in einer Schlucht verscharrt wurden. „Es schien, als würden diese Schrecken für immer der Vergangenheit angehören“, schrieb Premierminister Denys Schmyhal am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram. Aber auch heute noch werden in der Ukraine Massengräber gefunden. Schmyhal forderte, die Verantwortlichen vor ein internationales Gericht zu bringen.

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