Dietrich Mateschitz mit 78 gestorben: Wie Red Bull die Welt eroberte

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Der Gründer von Red Bull, Dietrich Mateschitz, ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

Christian Kolbe, Dominique Schlund und Samuel Walder

Vom Familienunternehmen zum Weltkonzern: Das ist die Geschichte von Red Bull und Dietrich Mateschitz, die im Alter von 78 Jahren verstorben sind. Das teilte das Unternehmen kurz vor Mitternacht mit. Ganz wichtig im Energy-Drink-Imperium: das Rheintal und die Schweiz. Denn Red Bull ist im Grunde kein Getränkehersteller, sondern ein großer Vermarktungskonzern, der den meistverkauften Energy-Drink in blauer, roter und silberner Dose nach eigenen Angaben zu einem weltweiten Verkaufsschlager gemacht hat. .

Das Herz der Gruppe schlägt im österreichischen Salzkammergut, doch abgefüllt wird das prickelnde Getränk mit Koffein und Taurin im St. Gallen und Vorarlberg. Der österreichische Getränkekonzern Rauch betreibt hier zwei große Abfüllanlagen. Von den rund 10 Milliarden Dosen Red Bull, die 2021 weltweit verkauft werden, wird rund ein Drittel aus dem Werk Widnau SG kommen. Der Schweizer Standort wurde primär für die Abwicklung von Exporten in die USA aus einem Nicht-EU-Land gewählt. Neue Werke in den USA selbst werden die Getränkeproduktion bald noch weiter steigern.

Zucker und Wasser aus der Schweiz

Red Bull ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Schweiz. Unser Land exportiert Erfrischungsgetränke für mehr als eine Milliarde Schweizer Franken in die ganze Welt, hauptsächlich gesammelt in Dosen. Wertmässig ist dies mehr als der Export von Schweizer Bestsellern wie Schokolade oder Käse. Auch die Landwirte profitieren: Rund ein Viertel der Schweizer Zuckerproduktion landet beim Riesen mit dem roten Stier. Der Wasserverbrauch ist gigantisch, immer wieder sind Klagen im St. Gallen über die Wassermenge, die ins Werk Widnau fließt.

Der Aufstieg von Dietrich Mateschitz zum reichsten Österreicher mit einem Vermögen von fast 27 Milliarden Franken begann 1982 in Thailand ganz bescheiden. Damals reiste der Marketingleiter des Zahnpastaherstellers Blendax geschäftlich nach Thailand. Mateschitz soll die langen Arbeitstage dank eines thailändischen Pickups überstanden haben. Der Name des Drinks: „Krating Daeng“ – zu Deutsch: Red Bull!

Bescheidenen Anfängen

Der Österreicher gründete zwei Jahre später mit dem thailändischen Produzenten Chaleo Yoovidhaya die Red Bull GmbH. Das erklärt, warum die thailändische Familie immer noch 51 Prozent an dem Getränkegiganten besitzt. Bis zur Auslieferung der ersten Dose Red Bull am 1. April 1987 vergingen weitere drei Jahre. Dazwischen lagen drei Jahre, in denen an Rezeptur und Verpackung gefeilt und der clevere Marketing-Slogan „Red Bull verleiht Flügel“ entwickelt wurde.

Auch wenn niemand mit Red Bull abhebt, war der Siegeszug des kultigen Pots nicht mehr aufzuhalten. Junge Leute liebten den Energydrink und tranken ihn pausenlos in Clubs, Kneipen oder auf dem Schulhof. Vor Red Bull kam niemand auf die Idee, Energy Drinks zu verkaufen.

Vom Extremsport bis zum Spitzensport

Die Kombination aus Energieversorgung und Extremsport, mit der Red Bull anfangs sein Getränk vermarktete, fand bei jungen Leuten Anklang. Tollkühne Athleten erklimmen die steilsten Wände, vollführen riskante Manöver in Flugzeugen oder stürzen sich von den höchsten Klippen. 2012 landete Red Bull in der Stratosphäre und sponserte den Österreicher Felix Baumgartner (53), der einen Fallschirmsprung aus 39.000 Metern Höhe wagte und mit über 1.300 km/h zur Erde raste. Ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt verfolgte die Veranstaltung im Fernsehen oder im Internet.

Heute fließt ein Drittel des Konzernumsatzes in das Marketingbudget. Mittlerweile hat der Firmengründer Mateschitz rund um die Gruppe ein Sport-, Medien-, Immobilien- und Gastronomieimperium aufgebaut. Es hat seine eigenen Formel-1-Teams, Fußball- und Eishockeyteams und sogar einen eigenen Fernsehsender, Servus TV. Auch Schweizer Sportgrössen wie Skifahrer Marco Odermatt (24) und Ringer Remo Käser (25) haben Verträge mit Red Bull.

der Nachfolger steht bereit

Auch Corona kann Red Bull nicht ausbremsen, obwohl es pandemiebedingt keine Partys oder Festivals gab. 2021 hat Red Bull erneut Rekorde in Sachen „Absatz, Umsatz, Produktivität und Betriebsgewinn“ aufgestellt, wie es auf der Unternehmenswebsite heißt. Konkret: Der Konzern verkaufte 2021 9,8 Milliarden Dosen und erzielte einen Umsatz von umgerechnet 7,5 Milliarden Franken. Das Red-Bull-Imperium dürfte auch nach dem Tod des Gründers Dietrich Mateschitz in Familienbesitz bleiben. Sein Sohn Mark soll ihm nachfolgen.

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