30. November 2022
Anfangsverdacht auf schweren Betrug gegen Heller © APA/HERBERT PFARRHOFER
Die Fälschung eines Rahmens von Jean-Michel Basquiat und dessen Verkauf hat dem Künstler Andre Heller nun staatsanwaltschaftliche Ermittlungen eingebracht. Das berichtete der „Kurier“ unter Berufung auf die Behördensprecherin Nina Busek. Für die Behörden hat sich der Anfangsverdacht auf schweren Betrug bestätigt.
Wie der „Falter“ kürzlich enthüllte, hatte Heller den Rahmen nach einer zerschnittenen Zeichnung von Basquiat in Wien gefertigt. Dieser Rahmen, von dem angenommen wird, dass er 1987 von Basquiat geschaffen wurde, wurde auf der Kunstmesse TEFAF in New York für Millionen verkauft, zusammen mit einem Porträt des Künstlers mit dem Titel „Ohne Titel“. Heller sprach von einem “kindischen Streich”.
Damals fand sich in New York kein Käufer. Die Basquiat-Heller-Combo wechselte jedoch bald den Besitzer. Der Wiener Künstlermanager Amir Shariat kaufte die Zeichnung zunächst für einen Kunden, während der Rahmen an Heller zurückging, bis der Kunde den gefälschten Rahmen 2018 laut „Falter“ für 800.000 Euro kaufte. Heller hat den Rahmen zurückgekauft.
Hellers Anwalt Thomas Höhne bestritt gegenüber dem „Kurier“ die Betrugsabsicht: „Der Rahmen wurde als Rahmen verkauft, in dem sich Zeichnungen von Basquiat befinden.“ Höhnes Lebensgefährte, Thomas In der Maur, gab dazu folgende Erklärung ab: „André Heller ist bekannt, dass die Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Wien ohne Prüfung des Sachverhalts eröffnen musste. Herr Heller ist für keine strafbare Handlung verantwortlich. Er ist es überzeugt, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe schnell und vollständig aufgeklärt werden können.”