Vor rund einem halben Jahr begann im Österreichischen Rodelverband (ÖRV) eine neue Ära. Nach 17 Spielzeiten unter Rene Friedl als Cheftrainer übernahm Eigentler das Ruder. Das nahezu zeitgleiche Engagement des mehrfachen Olympiasiegers Hackl für die Weiterentwicklung im Bereich Material und Technik lenkte die mediale Aufmerksamkeit weiter vom erbitterten Rivalen Deutschlands ab. Und schon sieht man die Handschrift der Bayern.
„Gerade an den Rails wird viel experimentiert“, sagte Doppelsitzer Thomas Steu nach einer Trainingswoche in Lillehammer. „Schorsch (Hackl, Anm.) bringt mit seinen Erfahrungen und Ideen neue Wege in die Abstimmung. Er hat sehr interessante Zugänge, ergänzt Peter (Penz) sehr gut und ist ein perfekter Typ für die Mannschaft“, lobte der dreifache Olympiasieger Vorarlberg Steu den Sieg die Bronzemedaille im Doppel mit Lorenz Koller bei den Spielen 2022, sowie die Silbermedaillen von Wolfgang Kindl und im Mannschaftswettbewerb.
Zweisitzer tiefergelegt
Auch bei der Implementierung eines geänderten Regelwerks ist Hackls Erfahrung von unschätzbarem Wert. Die zweisitzigen Schlitten wurden abgesenkt, um mehr Sicherheit in Kombination mit einem größeren Abstand zwischen den Fahrern zu bringen, wie Yannick Müller betonte. „Die Koordination der Schienen macht uns im Moment am meisten Sorgen“, sagte der Vorarlberger, dessen Olympia-Traum gemeinsam mit Armin Frauscher nach einem Armbruch im Training in Peking zerplatzt war.
ÖRV Die Zweisitzer sind jetzt etwas niedriger als in den Vorjahren
„Der Knochen ist jetzt gut gewachsen, die drei Platten und 26 Schrauben, die ihn fixieren, werden nach der Saison entfernt“, sagte Müller zu seiner schweren Verletzung. Der Unterarm ist zwar inzwischen wieder mehr oder weniger funktionstüchtig, die Verletzung betrifft aber auch den Schlitten. „Wir müssen die Karkasse noch etwas anpassen, weil mein operierter Unterarm noch zu viel Druck von der Kante bekommt“, erklärte Müller.
“Die Richtung stimmt”
Aber nicht nur beim Zweisitzer, auch beim Einsitzer gibt es Änderungen an den Schienen. Zur Vorbereitung testet Nico Gleirscher seinen neuen Schlitten, der sich vom Vorjahresmodell nur in den Schienen unterscheidet, etwa „die verschiedenen Konfigurationen, um noch flexibler in der Konfiguration zu sein“. Hannah Prock, Olympia-Fünfte. , wurde auch mit den oben genannten Tests zufrieden gestellt. „Die Abstimmung des Schlittens erfordert viel Detailarbeit und Geduld, die ersten Eindrücke sind vielversprechend, aber es gibt noch viel zu tun“, sagte der Tiroler.
Vor einer weiteren Trainingswoche im lettischen Sigulda sieht Eigentler sein Team auf einem guten Weg. „Wir sind sehr gut gefahren, die Richtung stimmt. Jetzt ist es an der Zeit, den Prozess voranzutreiben. Einige Neuerungen sind noch nicht ausgepackt, da haben wir bis zum Saisonstart noch einiges vor.“ Bis dahin soll die Feinabstimmung der überarbeiteten Schurre voranschreiten. Nach der Rückkehr aus Lettland geht es weiter nach Altenberg, Oberhof, Winterberg, Igls und Bludenz. Sie urteilen am 3./4. Dezember markiert auch die Eröffnung der Weltmeisterschaft.