Hohe Energiepreise DGB fordert große Entlastungen

Stand: 20.08.2022 09:57 Uhr

DGB-Chef Fahimi will, dass nicht nur gesellschaftlich notwendige Menschen von hohen Energiekosten befreit werden. Sie will eine größere Debatte. Die Koalition ist mit den Maßnahmen nicht einverstanden.

In der Diskussion darüber, wie die Bundesregierung auf den Anstieg der Energiepreise reagieren soll, forderte die Präsidentin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, deutliche Entlastungen nicht nur für die sozial Schwächsten. Auch auf allen Ebenen müssten Hilfsmaßnahmen zu spüren sein, sagte Fahimi der Nachrichtenagentur dpa.

„Natürlich kann uns die Bundesregierung keinen großen Käsedom aufsetzen“, sagte der DGB-Chef. Auch der Wunsch nach Solidarität ist groß. „Aber die Irritation wächst, weil in Krisenzeiten von denen, die weniger haben, immer mehr Opfer gefordert werden“, sagt Fahimi.

Entlastungen für Rentner und Geringverdiener will auch DGB-Chef Fahimi sehen Bild: dpa

“Stromsteuer auf das Minimum senken”

Fahimi bezeichnete die Gassteuer in dieser Frage als richtig. Allerdings kostet sie einen durchschnittlichen Haushalt viermal so viel wie die bisherige EEG-Umlage. Die von Bundeskanzler Olaf Scholz kürzlich angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas ist daher richtig. “Aber warum wird die Stromsteuer nicht endlich auf das in Europa zulässige Minimum gesenkt?”

Der Mindeststeuersatz für Strom in der EU beträgt einen Euro pro Megawattstunde. Der Tarif in Deutschland beträgt 20,50 Euro pro Megawattstunde.

Der Druck, die Energiekosten zu senken, sei weiterhin hoch, so der DGB-Chef, „nicht nur bei wenigen Nutzergruppen, sondern auf allen Ebenen“. Daher bedarf es einer eingehenderen Debatte darüber, wer in welchem ​​Umfang entlastet wird. „Diejenigen, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können, also insbesondere die Empfänger von Überweisungen, müssen vollumfänglich entlastet werden.“ Aber auch für Menschen mit geringem Jahreseinkommen oder gekürzten Renten ist die Situation schwierig.

Ministerpräsident Weil für weitere Einmalzahlungen

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil fordert in diesem Zusammenhang mehr Einmalzahlungen. Der SPD-Politiker sagte den Zeitungen der Mediengruppe Funke: „Wer ohnehin kaum mit seinem Geld umgehen kann, kann die enorme Preissteigerung alleine nicht bewältigen.“ Daher sind gezielte Unterstützungsmaßnahmen für diejenigen notwendig, die über kein eigenes finanzielles Polster verfügen. Und das muss nach Ansicht des Ministerpräsidenten schnell geschehen.

Uneinigkeit in der Koalition

Über Entlastungsmaßnahmen herrscht innerhalb der Koalitionsparteien kein Konsens. Der Vorsitzende der deutschen Grünen im Europaparlament, Rasmus Andresen, warf Bundeskanzler Scholz und Finanzminister Christian Lindner Konzeptlosigkeit vor. Er warnte den „Spiegel“, dass „die Ampel nicht von populistischen Impulsen getrieben werden dürfe“.

Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Christian Dürr, forderte seinerseits Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf, dafür zu sorgen, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas auch wirklich an die Verbraucher weitergegeben wird.

Neue Hilfegesuche

Lothar Lenz, ARD Berlin, 20.08.2022 10:25 Uhr

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