Hypothekarzinsen & Co.: Die Zinswende erreicht die Verbraucher

Besonders bei Negativzinsen macht sich das bemerkbar. Es ist acht Jahre her, seit der ehemalige EZB-Präsident Mario Draghi eingeführt hat, dass Banken ihre Einlagen an die Zentralbank zurückzahlen müssen, woraufhin viele Banken begannen, Sparer zu belasten, um ihnen ihre Ersparnisse für eine Zeit der Geschäftstätigkeit zu überlassen. Die Notenbank hat ihren Einlagensatz für Banken nun in zwei Schritten von minus 0,5 auf plus 0,75 Prozent angehoben. Und die Negativzinsen der Banken für ihre Kunden werden im Gegenzug bis auf wenige Ausnahmen verschwinden.

Das Verbraucherportal Biallo zählte 582 Banken mit Negativzinsen, Depotgebühren und Kreditkartengebühren auf dem Höhepunkt dieses für Sparer so unangenehmen Phänomens in Deutschland. Jetzt gibt es nur noch sechs Gymnasien. Und von diesen hat zum Beispiel die GLS Bank in Bochum zugesagt, sie Anfang des Jahres abzuschaffen.

Höhere Sofort-Festgeldzinsen

Die Verschiebung der Zinssätze beschleunigt sich. EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte am Donnerstag an, dass die Zentralbank die Zinsen um 0,75 Prozentpunkte anheben werde, die größte seit Einführung des Euro-Bargelds. Konkret hob sie den sogenannten Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken Geld von der Zentralbank leihen können, von 0,5 auf 1,25 Prozent an. Der Leitzins, zu dem sich Banken über Nacht Geld leihen können, stieg von 0,75 Prozent auf 1,5 Prozent.

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Und der Einlagensatz, den Banken für ihre Einlagen bei der Zentralbank zahlen, stieg von 0 auf 0,75 Prozent. Für die Abschaffung der Negativzinsen für Sparer war insbesondere der Einlagenzins verantwortlich, während der Hauptrefinanzierungssatz als eigentlicher Leitzins der Geldpolitik gilt.


Lagarde kündigte zudem an, dass die Zinsen bei den nächsten EZB-Sitzungen weiter steigen sollen. Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet nun, dass der EZB-Rat auf der Sitzung im Oktober eine weitere Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte, im Dezember um 0,5 Prozentpunkte und im Februar um 0,25 Prozentpunkte beschließt.

Auch die Bankzinsen sind nicht betroffen. Die estnische Großbank etwa kündigte am ersten Tag nach der Zinssitzung der Zentralbank eine Zinserhöhung für Festgelder an: von 1,5 auf 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr und von 1,85 auf 2,1 Prozent pro Jahr jährlich für die Dauer von vier Jahren.

Die Festgeldzinsen sind auf durchschnittlich 0,62 Prozent für jährliche Anlagen gestiegen. Im Frühjahr lagen sie knapp über 0 Prozent. Die Verzinsung des Tagesgeldes liegt im Durchschnitt bei 0,1 Prozent. Negativzinsen auf Tagesgeldkonten waren dagegen bis vor Kurzem bei vielen Banken ab einer bestimmten Einlagengrenze üblich. Das Problem bleibt jedoch, dass die Inflation so hoch ist (zuletzt 9,1 Prozent im Euroraum), dass Sparer trotz leicht positiver Sparzinsen real, also nach Abzug der Inflation, einen großen Verlust machen.


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