Kurz vor der Inspektion von Europas größtem Atomkraftwerk beschuldigen sich russische und ukrainische Truppen gegenseitig, das Kraftwerk erneut bombardiert zu haben.
AKW Saporischschja
- In der Stadt Saporischschja sind Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) eingetroffen. Der ukrainische Kernkraftwerksbetreiber Enerhoatom veröffentlichte am späten Mittwoch ein Video von der Ankunft des Teams nach einer fast neunstündigen Reise von Kiew. Die genauen Details zu Beginn und Ablauf der heiklen Mission sind noch nicht bekannt.
- Russland unterstützt nach eigenen Angaben den Vorschlag der Atombehörde der Vereinten Nationen IAEO für eine dauerhafte Präsenz internationaler Experten in dem umstrittenen Atomkraftwerk. Diese Idee sei zu begrüßen, sagt der russische Gesandte für internationale Organisationen in Wien, Michail Uljanow. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hatte vorgeschlagen, dass die UN-Organisation eine ständige Mission im Atomkraftwerk einrichten könnte.
- Kurz vor dem Eintreffen der Expertengruppe sei das Atomkraftwerk nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung erneut gezündet worden. Es gab mehr als 60 Treffer durch Drohnenangriffe und Artilleriebeschuss in und um das Kraftwerksgelände. Die Ukraine wiederum machte das russische Militär für die erneuten Angriffe verantwortlich.
Schlachten / Militär
- Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gehen die ukrainischen Streitkräfte im Osten und Süden in die Offensive. „Jetzt wird entlang der gesamten Frontlinie aktiv militärisch vorgegangen: im Süden, in der (nordöstlichen) Region Charkiw, im (östlichen) Donbass“, sagte er in seiner Rede am Mittwochabend. Das russische Verteidigungsministerium hingegen sagt, seine Truppen hätten die ukrainischen Streitkräfte zurückgedrängt. Mehr dazu.
- Gelungener ukrainischer Durchbruch? Laut britischen Geheimdiensten hat die Ukraine in ihrer Gegenoffensive gegen die Invasion russischer Streitkräfte im Süden des Landes Angriffe an mehreren Fronten gestartet. An einigen Stellen drängten die russischen Streitkräfte etwas zurück und nutzten Schwachstellen in den russischen Verteidigungslinien aus.
- Eine ukrainische Regionalbehörde sieht Erfolge des ukrainischen Militärs in russisch besetzten Gebieten nahe der Stadt Cherson. Gleiches gelte für die Städte Beryslav und Kakhovka, sagte der stellvertretende Leiter des Regionalrats von Cherson, Yurik Sobolevskyi, gegenüber dem ukrainischen Fernsehen. Details wollte ich nicht nennen.
Diplomatie/Wirtschaft
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Die Außenminister der EU-Staaten beraten am Mittwoch über mögliche Beschränkungen bei der Vergabe von Visa an russische Staatsbürger. Die Einreise russischer Staatsbürger dürfte erschwert werden. Allerdings gab es wohl keine Zustimmung zu einem kompletten Visa-Verbot. Mehr dazu.
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Deutschland drängt auf ein achtes EU-Sanktionspaket gegen Russland. Es seien diesbezüglich Vorschläge gemacht worden, sagte Außenministerin Annalena Baerbock am Mittwoch am Rande eines EU-Treffens in der tschechischen Hauptstadt Prag. Details nannte der Grünen-Politiker nicht. Allerdings dürfte Berlin nach den jüngsten Beratungen auf Ebene der G7-Gruppe der großen demokratischen Wirtschaftsmächte auf die Einführung einer internationalen Preisobergrenze für russisches Öl drängen.
- Wie es mitteilte, hat Russland am Mittwoch die Gaslieferungen nach Deutschland durch die seit Monaten stark eingeschränkte Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gestoppt. Nach Angaben auf der Website der Nord Stream AG ist zwischen 3 und 4 Uhr morgens keine nennenswerte Menge geflossen. Die vorherige Stunde war also gefallen.
- Die ukrainische Regierung hat Sanktionen gegen den Moskauer Patriarchen Kirill I. und sieben weitere russisch-orthodoxe Geistliche für die nächsten zehn Jahre genehmigt. Der Ministerrat habe nach Angaben des Kulturministeriums am Dienstag eine entsprechende Verordnung gebilligt, die nun vom Sicherheits- und Verteidigungsrat und Präsident Wolodymyr Selenskyj geprüft werde, berichtete Kathpress am Mittwoch.
(Red./APA/Reuters/dpa)