Industrieunternehmen am Abgrund: Die Behörden bremsen

Die Vervielfachung der Energiepreise hat viele Unternehmen an den Rand des Ruins gebracht, sagt Erich Frommwald, Sprecher der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Noch unverständlicher in dieser Situation: „Sie halten uns zurück, ihr glaubt gar nicht, wie lange die Behörden in Zeiten wie diesen brauchen, um Genehmigungen zu bekommen.“

OBERÖSTERREICH. Schon vor der durch den Krieg in der Ukraine verursachten Energiekrise hatte die Branche vor steigenden Strompreisen gewarnt: Es fehlten die Rahmenbedingungen für eine Umstellung auf Klimaneutralität, einen Ausbau der erneuerbaren Energien, Energienetze und Speichermöglichkeiten und vor allem eine schnellere Genehmigung Prozesse. Der Vorstandsvorsitzende der Kirchdorfer Unternehmensgruppe betont, dass Gas auch über die Krise hinaus die zentrale Brückentechnologie bleiben wird. Schätzungen zufolge kann Österreich den Jahresverbrauch für 20 bis 30 Jahre mit eigenen Gasfeldern, durch konventionelle Förderung und Fracking decken.

Energiekrise und Arbeitskräftemangel

Die aktuellen Kostenbelastungen für Unternehmen müssen laut Frommwald kompensiert werden; andernfalls drohe eine Pleitewelle: „Wenn einzelne Produktionen geschlossen werden, sind sie aufgrund des Standortes oft langfristig verloren.“ Der auf Bundesebene beschlossene Energiekostenzuschuss für Unternehmen ist ein wichtiges erstes Zeichen, aber nicht ausreichend. Auf EU-Ebene seien Maßnahmen nötig, um den Strompreis schnellstmöglich vom Gaspreis zu entkoppeln: „Die Laufzeit dieses Projekts ist mit sechs Monaten zu lang.“ Neben der Energiekrise hat die Branche zu kämpfen. mit einem „Allzeithoch“ des Arbeitskräftemangels. Es geht also darum, Mitarbeiter länger im Erwerbsleben zu halten und den Arbeitstag pro Kopf zu erhöhen.“ Spätestens im nächsten Jahr rechnet Fromwald mit einer deutlichen Rezession in der Branche, denn: Die schwache Auftragsannahme geht mit vollen Lagern einher, mit denen die Unternehmen rechnen wollte Lieferschwierigkeiten vermeiden. Aber Corona hat dich gelehrt, mit Krisen umzugehen. „Und aus der aktuellen Krise kann auch etwas Positives entstehen“, sagt Frommwald.

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