Basierend auf der Xe-HPC-GPU Ponte Vecchio bringt Intel drei Varianten für Supercomputer auf den Markt, eine davon als klassische 300-Watt-PCIe-Karte. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den OAM-Modulen, die mit 450 oder sogar 600 Watt deutlich leistungsstärker sind. Sie galt bereits als Nachfolgerin der Rialtobrücke.
Seit über zwei Jahren ist von Ponte Vecchio offiziell die Rede, nun kommt die für Supercomputer konzipierte Xe-HPC-GPU auf den Markt. Darin enthalten ist nicht nur der große Flaggschiff-Chip mit seinen 47 Chips und mehreren Milliarden Transistoren, sondern auch eine kleinere, fast halb so große Variante.
-
Intel Data Center GPU Max (Bild: Intel)
Bild 1 von 2
Drei Modellvarianten für den Einstieg
Intel wird drei Varianten veröffentlichen:
- GPU Max Series 1100: 300-W-PCIe-Karte mit 56 Xe-Kernen und 48 GB HBM2e
- Max Series 1350 GPU: 450 W OAM-Modul mit 112 Xe-Kernen und 96 GB HBM.
- Max Series 1550 GPU: 600 W OAM-Modul mit 128 Xe-Kernen und 128 GB HBM.
-
Intel Max Serie 1100 GPU (Bild: Intel)
Bild 1 von 3
Auf Nachfrage erklärte Intel, dass die PCIe-Karte einen halben Chip nutzt. Technisch bedeutet dies, dass die GPU 1 Stack verwendet, während der Vollausbau 2 Stacks verwendet.
Alle unten präsentierten Zahlen von Intel beziehen sich immer auf das 2-Stack-Design im Vollausbau, die PCIe-Karte hingegen bietet physikalisch genau die Hälfte: maximal 64 Kerne und 204 MB L2-Cache, HBM-Speicher ebenso um die Hälfte reduziert. Letztlich setzt die Beschleunigerkarte aber nicht den vollen Ausbau dieses Halbchips um, sondern eine leicht reduzierte Version mit 56 Kernen und 48 GB HBM.
Beeindruckender Vollausbau mit hoher Leistung
In einfachen Zahlen ausgedrückt, ist die Gesamtkonfiguration dennoch äußerst beeindruckend, nicht nur was die Anzahl an Transistoren & Co. angeht. Besonders gerne listet Intel die verschiedenen Caches auf, nicht nur den 64 MB großen L1-Cache, sondern vor allem den L2-Cache, der insgesamt bis zu 408 MB groß sein kann. Intel unterstützt die Tatsache, dass dieser Cache Leistungsvorteile bietet, mit einem ausgewählten Test.
Intel erklärt: Mehr Cache hilft mehr (Bild: Intel)
Das Ziel hinter der ausgewogenen Hierarchie von Logfiles, Cache und HBM ist das gleiche wie bei den neuen Prozessoren der Xeon-Max-Serie mit HBM: Daten sollen näher an den Kernen gehalten werden, damit sie schneller verfügbar sind und bearbeitet werden können. In diesen Fällen kommt diese GPU-Lösung problemlos mit einer Nvidia A100 zurecht, die Intel übertragen will. Bei den gezeigten Benchmarks hilft allerdings auch, dass Nvidias Ampere-Alternative teilweise nur mit 40GB ausgestattet ist, was noch einmal deutlich macht, dass die Benchmarks des Herstellers immer mit Vorsicht zu genießen sind
-
Intel PVC vs. Nvidia A100 (Bild: Intel)
Bild 1 von 3
Das gilt auch für einen anderen Aspekt: Der eigentliche Gegner von Ponte Vecchio ist wohl Nvidia Hopper in Form der H100-GPU. Das Aufeinandertreffen beider Lösungen im freien Markt wird es erst 2023 geben, denn erst im Januar 2023 sollen alle Max-Beschleunigerlösungen für jedermann verfügbar sein. Auch in diesem Fall ziehen die ersten ausgelieferten GPUs auf die Nodes der Aurora Supercomputer, an dem bereits gearbeitet wird.
Technische Daten von Intel Ponte Vecchio
-
Intel Ponte Vecchio im technischen Detail (Bild: Intel)
Bild 1 von 17
China-Version mit geringerer I/O-Bandbreite
Gleich zu Beginn der Ponte Vecchio beobachtet Intel die kürzlich verhängten Sanktionen der US-Regierung gegen China. Intel de Ponte Vecchio wird eine Variante anbieten, die laut Hersteller “geringere I/O-Bandbreite bietet, um den Anforderungen verschiedener Märkte gerecht zu werden”. Diese spezielle Variante folgt der Kerbe, die Nvidia mit dem neuen A800 aufgeschlagen hatte, das ist ein A100 mit einer reduzierten Bandbreite des NV-Links für China.
Der Nachfolger der Rialtobrücke kommt erst 2024
Auch Intel hatte heute Informationen zum Nachfolger, obwohl das meiste bereits auf der letzten Supercomputer-Veranstaltung in Hamburg Ende Mai erwähnt wurde. Neu ist, dass die nächste Generation als OAM-Modul eine TDP von bis zu 800 Watt haben wird.
Intel Rialto-Bridge (Bild: Intel)
Und auch zum Termin gab es Neuigkeiten: Statt Mitte 2023, wie es noch im Mai dieses Jahres hieß, kommt der Chip deutlich später im Jahr 2024. Das liegt zum einen wohl an der langen Verspätung von der Ponte Vecchio . , die nun de facto erst 2023 erscheinen wird, sondern auch auf das Optimierungspotenzial der Lösungen.
-
Intel Data Center GPU Max im Überblick (Bild: Intel)
Bild 1 von 2
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Intel unter NDA erhalten. Einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.