– Warum die Texterkennung auf einem Smartphone sinnvoll ist
Sowohl iPhone- als auch Android-Telefone erfassen Text mit der Kamera. Diese Funktion ist im Alltag vielseitig einsetzbar.
Gepostet heute um 10:27 Uhr
Fremde Schriftzeichen zu übersetzen ist nur eine der Möglichkeiten, die die Texterkennung auf Smartphones mittlerweile bietet.
Foto: Thomas Samson (Getty Images)
Die Kamera unserer Smartphones kann längst mehr als nur Bilder machen. Jetzt beherrscht er das Lesen oder, um es technischer auszudrücken, er erkennt die Buchstaben in einem Bild. Es extrahiert den Text und stellt ihn uns zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung.
Auf dem iPhone nennt man das Live-Text. Apple hat diese Texterkennung vor einem Jahr eingeführt: Sie extrahiert Text aus der Live-Vorschau der Kamera oder aus vorhandenen Fotos. In der Kamera funktioniert das so: Die Buchstaben im Sucher werden von gelben Eckmarken eingerahmt. In der Ecke erscheint eine Schaltfläche zum Bearbeiten. Wenn Sie drücken, friert die Kamera das Bild ein.
Texte können auch von der Kamera übersetzt werden. Allerdings kommt das iPhone nicht immer gut mit Handlettering in Comics zurecht.
Foto: Matthias Schüssler
Tippen Sie in diesem Standbild auf den Text. Halten Sie Ihren Finger auf dem Bildschirm, bis eine Markierung erscheint. Wählen Sie mit seiner Hilfe den gewünschten Text aus. Sie können es kopieren, um es in einer anderen Anwendung zu verwenden. Das iPhone bietet Ihnen auch eine Übersetzung an. Führen Sie entweder eine Websuche durch oder aktivieren Sie die Sprachausgabe. Wenn Sie Text von einem vorhandenen Foto übernehmen möchten, wählen Sie es in der Fotos-App aus und tun Sie dasselbe wie beschrieben, indem Sie auf den Text tippen.
Kopieren Sie Text aus Videos
Mit dem Update dieses Herbstes hat Apple LiveText verbessert. Mit iOS 16 kopiert das iPhone auch Text aus Videos. Alles, was Sie tun müssen, ist, den Clip an der richtigen Stelle mit der Pause-Taste anzuhalten, danach markieren Sie ihn mit Ihrem Finger. Eine weitere Verbesserung betrifft die Suchfunktion der Fotos-App, die nun auch Text in Ihren Bildern findet.
Verwenden Sie für Android-Telefone die kostenlose Google Lens-App. Es erkennt nicht nur Text im Live-Kamerabild, sondern auch Objekte wie Sehenswürdigkeiten oder Produkte, und es gibt einen speziellen Modus für Menüs, der uns sagt, was die beliebtesten Menüs eines Restaurants sind. Die Google Fotos-App verfügt über einen Linsenmodus, der eine Text- und Objekterkennung in vorhandenen Fotos durchführt und Ihnen auch die Suche nach Textinhalten ermöglicht.
Wie Science-Fiction, aber im wirklichen Leben nützlich
Das hat Science-Fiction-Feeling. Die Texterkennung ist jedoch mehr als nur ein beeindruckender digitaler Zaubertrick: Wer mit dieser Funktion vertraut ist, muss nie wieder Text eingeben, außer handschriftlichem Text, den Software derzeit nicht verarbeiten kann. Die integrierte Übersetzung ist eine große Hilfe, um Sprachbarrieren auf Reisen abzubauen.
Und ich habe es beim Lesen von Büchern, Comics und Zeitschriften in Fremdsprachen schätzen gelernt: Statt mühsam nach einzelnen Wörtern zu suchen, liefert das Smartphone Übersetzungen ganzer Passagen. Obwohl sie oft alles andere als perfekt sind, helfen sie, die Dinge zu verstehen.
Beträge können direkt in der Kamera-App umgerechnet werden. Dies funktioniert auch mit Fremdwährungspreisen.
Foto: Matthias Schüssler (Screenshot)
Es gibt noch weitere Verwendungsmöglichkeiten: Für Hyperlinks bieten sowohl das iPhone als auch Google Lens einen Öffnen-Befehl im Browser. Für Telefonnummern zeigt das iPhone ein Menü an, mit dem Sie einen Anruf tätigen oder einen neuen Kontakt erstellen können. Genauso funktioniert es mit einer E-Mail-Adresse, die, sofern sie sich bereits in Ihrem Adressbuch befindet, mit dem zugeordneten Kontakt verknüpft ist. Wenn der Preis in einer Fremdwährung angegeben ist, zeigt die iPhone-Kamera-App eine Schaltfläche an, mit der Sie ihn in Schweizer Franken umrechnen können. Das funktioniert auch mit Maßeinheiten und erspart Ihnen beispielsweise das Kopfrechnen mit exotischen Rezepten.
Google Lens hat inzwischen den „Hausaufgaben“-Modus parat. Es ist dazu da, Schüler zu unterstützen, indem es Schritt-für-Schritt-Lösungen für mathematische Aufgaben bereitstellt und über die Google Scholar-Suchmaschine Erklärungsmaterialien zu anderen Problemen findet.
Matthias Schüssler ist Digitalredakteur und berichtet über Neuigkeiten aus Technologieunternehmen, Soft- und Hardware und unterstützt bei der sicheren Nutzung von Smartphones, Computern und Gadgets. Weitere Informationen@MrClicko
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