Auch das Projekt Kirrlacher Lußhardtheim richtet sich an Menschen mit schwerer Demenz
Das niederländische Wort „Tovertafel“ bedeutet „Zb
Manfred Schuhmacher, Conny Klein (versteckt), Manfred Klein und Irene Langen aus dem Freundeskreis genossen das Fußballspiel besonders. Foto: Kurt Klumpp
von Kurt Klumpp
Vor 23 Minuten 1 Minute
Bewohner und Besucher des Kirrlacher Lußhardtheims dürfen sich auf eine neue Attraktion freuen. An der Decke des Wohnzimmers ist auf den ersten Blick eine kleine Box angebracht, die recht unscheinbar wirkt. Darunter befindet sich ein Tisch, der sich in eine Projektionsfläche verwandelt. Wie von Geisterhand bewegen sie verschiedenfarbige Objekte wie Kugeln, Blumen, Blätter oder Puzzleteile.
Am Tisch sitzen Irene Langen, Manfred Schuhmacher, Conny und Manfred Klein, alle Mitglieder des Freundeskreises Lußhardtheim Waghäusel. Der gemeinnützige Verein kaufte das 8.500 Euro teure Spielgerät bestehend aus Computer, Beamer und Sensoren für die Seniorenresidenz. Die Tovertafel wurde im Rahmen einer Doktorarbeit in den Niederlanden für Menschen mit Demenz entwickelt. Es wurde schnell erkannt, dass diese magischen Tischspiele das Gehirn stimulieren und Bewohner, Pflegekräfte und Familienmitglieder miteinander verbinden.
„Bei den Geburtstagsfeiern der Bewohner des Heims können Familienmitglieder auch gemeinsam virtuell Kuchen backen“, betont Conny Klein, Leiterin des Freundeskreises. Die vielen Spiele werden in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angeboten. „So können wir individuell auf die Bedürfnisse unserer Bewohner eingehen“, sagt der künftige Heimleiter Marvin Freidel. Das gemeinsame Spielen am Zaubertisch, so die deutsche Übersetzung der Tovertafel, nütze auch Menschen mit schwerer Demenz, heißt es. Frühe Tests hatten gezeigt, dass Bewohner, die sich zuvor sehr wenig bewegt hatten, plötzlich ihre Arme ausstreckten und Spaß hatten.
Vor allem aber unterstützt der Zaubertisch auch die soziale Interaktion. Spieler können beispielsweise einen projizierten Schmetterling in ihrer Hand sitzen lassen und ihn dann zum nächsten Tisch schicken. Oder Bilder durch Berühren malen und so das Gemeinschaftsgefühl unter den Bewohnern stärken. Den vier Testspielern im Freundeskreis machte es besonders viel Spaß, auf dem Tisch Fußball zu spielen. Vor allem aber erkannten Irene Langen, Manfred Schuhmacher sowie Conny und Manfred Klein, dass diese Investition das Leben der Bewohner des Kirrlacher Lusshardtheim bereichert.